Warum Nachfragen der Karriere schadet – 2/2: Der Nocebo-Effekt

Zugegeben, die Überschrift ist etwas provokativ gewählt. Nachfragen schadet der Karriere natürlich nur indirekt: Zum Beispiel dann, wenn man mit lästigen Diskussionen Zeit verliert, die man lieber in das Finden von Lösungen investiert. Erfolg & Management  Zeitmanagement Arbeitsorganisation Erfolg Resilienz Dialog Smalltalk




Zeit & Energie in Lösungen investieren

Wenn sich beispielsweise ein Liefertermin verzögert, ist es zunächst völlig unwichtig, in Erfahrung zu bringen, weshalb es zur Verzögerung kam. Viel bedeutsamer ist es, den Kunden zu besänftigen. Anstatt also nach den Gründen zu fahnden, sollten Sie Ihre Zeit und Energie besser in die Suche nach Lösungen investieren.

Wohlgemerkt gilt diese Empfehlung nur, wenn es sich um eine einmalige Situation handelt und die Ursache unerheblich ist. Treten Fehler oder Versäumnisse jedoch vermehrt auf, wäre es fatal, das Agent-K-Prinzip anzuwenden.

Der Nocebo-Effekt

Das Agent-K-Prinzip, benannt nach der Rolle von Tommy Lee Jones in dem Film Men in Black, habe ich im ersten Teil des Beitrags bereits erklärt. Man kann ihn aber noch viel weiter fassen:

Bin ich wirklich bereit, die Konsequenzen zu (er)tragen, die sich aus einer möglicherweise negativen Antwort ergeben oder beschäftige ich mich lieber nicht mit dem Thema? In der Medizin ist das unter dem „Nocebo-Effekt“ bekannt.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

Patienten, die nicht wissen, welche Nebenwirkungen eine Behandlung oder ein Medikament haben können, erkranken auch viel seltener daran als diejenigen, die sich detailliert damit beschäftigt haben.

Viel einfacher drückt der Volksmund den Zusammenhang aus: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“

Ich frage erst gar nicht nach den Gründen

Dazu ein Beispiel aus meiner Arbeit: Hin und wieder kommt es vor, dass ein Student um die Verschiebung des Termins für eine Präsentation bittet. Normalerweise ist dies nur aus triftigen Gründen möglich. Ich habe mir jedoch abgewöhnt zu fragen, warum der Termin verlegt werden muss.

Ich weiß genau, dass in den meisten Fällen mangelndes Zeitmanagement die Ursache ist. Aber warum soll ich mich auf weitschweifige Erklärungen einlassen, einen ewig langen E-Mail-Verkehr pflegen, wenn es mir letztlich egal ist. Ich frage also nicht nach und gestatte einfach die Verschiebung des Termins.

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