Gesund im Job

Mode-Krankheit Burn-Out – 2/3: Wem nützt Burn-Out?



Weshalb liegt dieses diffuse Phänomen Burn-out so im Trend? Eben weil es so schön diffus ist. Alle können mitreden. Es ist schwer nachzuweisen und schwer zu widerlegen, auf keinem Kernspintomograf zu sehen. Das nützt vielen.

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Burn-outer als aufopfernde Helden

Welcher Arzt geht schon das Risiko ein, einen Patienten wieder nach Hause zu schicken? Burn-out ist sogar schick, denn Burn-outer gelten nicht als Versager wie bemitleidenswerte Depressive, sondern als aufopfernde Helden.

Es ist ein idealer, gesellschaftlich anerkannter Exit für jeden, der nicht mehr kann oder will. Hier treffen sich selbst ernannte Leistungsträger und Leistungsverweigerer.

Glänzende Geschäfte

Dazu erfinden Mediziner ständig neue Krankheiten und die Pharmaindustrie sorgt für die passenden Pillen. Beide Branchen machen glänzende Geschäfte und noch jeden krank. Alle Beteiligte sind Gewinner, nur die nicht Beteiligten verlieren – sie dürfen zahlen.

Sind wir etwa alle krank? Lassen Sie sich nicht verrückt machen von dem Nebelgespenst Burn-out. Gehen Sie mit dem Thema nicht so oberflächlich um, wie viele Profiteure und angeblich Betroffene.

Sind wir alle krank?

Natürlich gibt es Menschen, die wirklich krank sind, weil sie zum Beispiel depressiv sind oder eine Phobie haben. Ihnen ist zu helfen. Aber kann es sein, dass in so wenigen Jahren so viele Deutsche plötzlich psychisch krank sind? Wohl kaum.

Wir dürften auch Trittbrettfahrer haben, die sich mit Burn-out zur Ruhe setzen oder die Verantwortung für ihr eigenes Tun und Lassen abgeben wollen. Was wir nicht haben, ist eine ansteckende Krankheit. Wir sind nicht alle krank!

Seien Sie realistisch mit sich selbst

Das Wichtigste ist, sich selbst zu kennen und richtig einzuschätzen. Besinnen Sie sich auf sich selbst. Das setzt voraus, sich selbst zu kennen. Sich elementare Fragen beantworten zu können: Wer bin ich, was kann ich, was will ich, wie kann ich das erreichen? Welche Stärken, Schwächen, fachliche Fähigkeiten, soziale Kompetenzen, Charaktereigenschaften, Treiber habe ich?

Wer aufbaut, sollte organisieren können. Wer verkauft, sollte positiv auf Menschen wirken. Wer im Team arbeitet, sollte teamfähig sein. Wer sich als ausdauernd sieht, sollte eine CD durchhören können. Wer sich falsch einschätzt, wird Probleme bekommen.

Das Mantra des „anything goes“

Es gilt der Grundsatz: Sie sind kein anderer! Nicht nur Kinder, auch viele Erwachsene wollen so sein wie die „on the cover of the magazins“. Werbung, Casting Shows und das Geld der Großeltern suggerieren „anything goes“! Dafür wir das eine oder andere über Bord geschmissen und die Umstände des eigenen Lebens ausgeblendet. Der Schein blendet das Sein. Doch Traumwelten machen aus uns weder einen George Clooney noch einen Steve Jobs.

Akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind. An sich arbeiten, sich weiter entwickeln, das sollten wir alle tun. Nur der Wandel ist beständig, das Leben kennt kein „fertig“, es wird nur durch den Tod gestoppt. Mit sich hadern, sich verbiegen, das bringt uns nicht weiter. Der Schlüssel zu Lösungen, die wir selbst nicht bieten können, liegt oft bei anderen, die uns durch ihre Fähigkeiten helfen und ergänzen.

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