Interview mit Ralph Günther, Gründer von exali.de – Teil 2: „Man kann auch Verdienstausfall versichern“


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09.04.2014 149 Leser 0 Debatten 673 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 53 Sekunden
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Gründung & Finanzen Meinung  Unternehmenskultur Gerichtsurteile Rechtsschutz Rechtsfragen Existenzgründung   Ralph Günther ist Versicherungsexperte und Gründer sowie Geschäftsführer des Versicherungsportals exali.de. Im zweiten Teil des Interviews erzählt er, worauf Freiberufler bei einer Berufshaftpflichtversicherung besonders achten sollten.

Ralph Günther hat langjährige Erfahrung im Risikomanagement und der Versicherung von IT-Experten, Kreativen, Consultants sowie Anwälten. Sein Fokus liegt auf der Absicherung von Vermögensschäden und der Weiter- und Neuentwicklung branchenspezifischer Versicherungskonzepte. Als einer der Vorreiter im Online-Versicherungsbusiness hat er aktiv an der Verbesserung des Versicherungsschutzes für Freiberufler mitgewirkt und neue Leistungserweiterungen in der Berufshaftpflicht über exali.de am Markt eingeführt. Sein Wissen gibt er regelmäßig als Autor in relevanten Fachmedien an seine Zielgruppe weiter. Auf seinem Blog „Vermögensschaden: Versicherung neu denken“ http://www.rgblog.de/ klärt er zudem über versicherungsrechtliche Fallstricke auf, informiert über aktuelle Marktentwicklungen und beleuchtet praktische Schadenfälle. Webseite: http://www.exali.de

Herr Günther, im ersten Teil des Interviews haben erzählt, welche Versicherungen Sie anbieten. Können Sie hier nochmal genau differenzieren?

Ja gerne. Der Schutz zeichnet sich aber auch dadurch aus, dass sich die exali.de Berufshaftpflicht am Bedarf der jeweiligen Branche orientiert:

  • Mit der Media-Haftpflicht kann der Versicherungsnehmer z.B. auch Eigenschäden durch missglückte Druckaufträge und Werbeanzeigen oder die fehlerhafte Produktion von Merchandising Artikeln absichern.
  • Die IT-Haftpflicht deckt als Besonderheit auch die verschuldensunabhängige Haftung für das Abweichen von der vereinbarten Beschaffenheit von Leistungen im Rahmen von Service Level Agreements (SLA´s) ab. Zudem gibt es eine optionale Leistungserweiterung, um bestimmte Vertragsstrafen aus IT-Projektverträgen zu versichern.
  • Die Consulting-Haftpflicht bietet als Besonderheit etwa die Absicherung der persönlichen Haftung aus der Tätigkeit als Interim Manager (so genannte persönliche D&O-Versicherung).

Um den Risiken der Informationsgesellschaft und Ihren negativen Auswirkungen gerecht zu werden, gibt es bei uns seit 2013 auch die Möglichkeit, über alle Berufshaftpflichtversicherungen eigene Datenschäden durch Cyberkriminelle zu versichern.

Heißt das, Sie versichern die Folgen eines Hackerangriffs? Was wird denn dann gezahlt?

Wir bieten Schutz vor teuren Eigenschäden im Zusammenhang mit einem Hacker-Angriff, einer DoS-Attacke, Computermissbrauch, Diebstahl von Datenträgern sowie einer sonstigen Datenrechtsverletzung durch unbefugte Dritte oder eigene Mitarbeiter.

Gezahlt werden in diesem Zusammenhang z.B. Kosten für die Wiederherstellung oder Reparatur der eigenen Computer oder IT-Systeme, die Beauftragung externer Computer-Forensik-Analysten oder spezialisierter Anwälte (inkl. strafrechtlicher Verteidigung) sowie Krisenmanagement & PR. Darüber hinaus sind auch Mehrkosten zur schnellen Beseitigung oder Vermeidung einer Unterbrechung im Business abgedeckt.

Eine Frage, die viele Freiberufler interessiert: Ist denn auch der eigene Verdienstausfall versicherbar?

Zunächst vorweg: Eine Berufshaftpflicht tritt allgemein ein, wenn der Selbstständige oder Freiberufler einem Dritten (z.B. Kunden oder Auftraggeber) einen Schaden zufügt. Wenn der Selbständige einen Verdienstausfall erleidet, wird er selbst geschädigt (im Versicherungsjargon wird das als Eigenschaden bezeichnet) und ist somit nicht versichert. Soweit zur Theorie.

In der Praxis können wir mit unseren speziellen Leistungserweiterungen den Verdienstausfall dennoch zumindest unter bestimmten Umständen versichern. Für alle Berufsgruppen ist das der Rücktritt des Auftraggebers vom Projekt.

Warum ist so etwas nötig?

Nach dem deutschen Schuldrecht steht einem Auftraggeber nämlich ein Rücktrittsrecht zu, wenn der Auftragnehmer trotz Nachbesserung seine Leistung nicht wie vereinbart erbringt (z.B. Erstellung einer Webseite, eines Artikels, einer Software, eines Gutachtens etc.). In diesem Fall muss der Auftraggeber nicht mehr bezahlen und kann sogar bereits geleistete Anzahlungen zurück fordern. Die Berufshaftpflicht ersetzt in diesen Fällen den Verdienstausfall (Versicherungsjargon: vergebliche Honoraraufwendungen) und die vergeblichen Sachkosten (z.B. für Dienstreisen oder Recherche).

Speziell für die IT-Branche bieten wir zudem einen Schutz bei Verdienstausfall, sofern der Projektvertrag außerordentlich gekündigt wird. In diesem Fall erhält der IT-Freiberufler das vereinbarte Honorar bis zu dem Zeitpunkt erstattet, an dem die ordentliche Kündigung laut Projektvertrag frühestens möglich gewesen wäre. Darüber hinaus können wir Eigenschäden derzeit nicht absichern.

In diesem Zusammenhang möchte ich für die Leser noch den so genannten Vergütungsrechtsschutz erläutern, der Bestandteil alle Konzepte ist. Sofern der Auftraggeber das vereinbarte Honorar mit einer ungerechtfertigten Schadenersatzforderung verrechnet und Ihnen mit dieser Begründung den Verdienst kürzt oder ganz streicht, übernimmt der Versicherer die gerichtlichen Prozesskosten (z.B. Anwalts-, Gerichts- und Zeugenkosten) für die Durchsetzung Ihres Verdienstausfalls. BGB= Bürgerliches Gesetzbuch

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