Interview mit Ralph Günther, Gründer von exali.de – Teil 1: „An der Berufshaftpflicht kommen Freiberufler nicht vorbei“ – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Interview mit Ralph Günther, Gründer von exali.de – Teil 1: „An der Berufshaftpflicht kommen Freiberufler nicht vorbei“



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Über Uns: Top500-Blog & Akademie, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen HR-Blogs. Wir begleiten Kunden seit 1,5 Jahrzehnten im Wandel der Arbeitswelt (was unser Name bedeutet).
Offenlegung & Bildrechte: Exali hat unsere Arbeit finanziell unterstützt. Außerdem wird unsere Berufshafpflichtversicherung bei Exali geführt. Bildmaterial von unserem Interviewpartner.

Ralph Günther ist Versicherungsexperte und Gründer sowie Geschäftsführer des Versicherungsportals exali.de. Im Interview erzählt er, warum eine Berufshaftpflichtversicherung gerade für Freiberufler wichtig ist.

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Ralph Günther hat langjährige Erfahrung im Risikomanagement und der Versicherung von IT-Experten, Kreativen, Consultants sowie Anwälten. Sein Fokus liegt auf der Absicherung von Vermögensschäden und der Weiter- und Neuentwicklung branchenspezifischer Versicherungskonzepte. Als einer der Vorreiter im Online-Versicherungsbusiness hat er aktiv an der Verbesserung des Versicherungsschutzes für Freiberufler mitgewirkt und neue Leistungserweiterungen in der Berufshaftpflicht über exali.de am Markt eingeführt. Sein Wissen gibt er regelmäßig als Autor in relevanten Fachmedien an seine Zielgruppe weiter. Auf seinem Blog „Vermögensschaden: Versicherung neu denken“ http://www.rgblog.de/ klärt er zudem über versicherungsrechtliche Fallstricke auf, informiert über aktuelle Marktentwicklungen und beleuchtet praktische Schadenfälle. Webseite: http://www.exali.de

Herr Günther, warum ist das Thema Berufshaftpflicht ein Thema, an dem selbständige Dienstleister und Freiberufler nicht mehr vorbeikommen?

An der Berufshaftpflicht kommen Freiberufler und Dienstleister heute nicht mehr vorbei, da die Risiken durch die Globalisierung und das Word Wide Web so vielschichtig geworden sind und selbst die Rechtsprechung dem technischen Fortschritt hinterherhinkt. Und immer dort, wo „Grauzonen“ entstehen, wird das ausgenutzt – wie im Bereich der Rechtsverletzungen.

Denken Sie an die unzähligen Abmahnwellen, die wir in Deutschland hatten. Auch das sehr komplexe deutsche Datenschutzrecht ist ein gutes Beispiel für ein großes Spannungsfeld. Das treibt dann Stilblüten, wie es vor kurzem einer bundesweit aktiven politischen Partei mit ihrer Webseite erging, die klar gegen deutsches Datenschutzrecht verstieß.

Wäre da nicht der Gesetzgeber in der Pflicht?

Wenn sozusagen schon der Gesetzgeber selbst an seinen eigenen Regularien scheitert, wie soll dann ein Freiberufler im täglichen Business alle „Stolperfallen“ vermeiden?!

Und um noch mal auf eine der größten Errungenschaften des 20. Jahrhunderts zurück zu kommen – dem Internet: Wie bei jedem Fortschritt gibt es auch hier zwei Seiten. Die Risiken haben sich durch das weltweite Netz leider erweitert und auch das Risiko, Schäden zu verursachen, hat sich „internationalisiert“.

Denken Sie nur daran, wer alles Ihren Blog liest. Sie können heutzutage mit einfachsten Mitteln Inhalte, Bilder, Videos etc. über den ganzen Erdball verteilen und zugänglich machen: Damit steigt natürlich die Gefahr, Urheberrechte, Namensrechte oder Persönlichkeitsrechte zu verletzten und dass die betroffenen Personen dies auch sehr schnell feststellen können. Ob Sie nun in Augsburg sitzen oder in Barcelona…

In welchen Fällen zahlt die Berufshaftpflicht denn nun genau?

Wenn Sie allgemein von DER Berufshaftpflicht sprechen, möchte ich anmerken, dass eine Berufshaftpflicht vor allem auf die entsprechende Branche und deren spezifische beruflichen Risiken zugeschnitten sein sollte. Dadurch kann es inhaltliche Unterschiede geben, in welchen Fällen die Berufshaftpflicht zahlt.

Ganz allgemein zahlt die Berufshaftpflicht bei Vermögensschäden sowie Personen- und Sachschäden, für die Sie aufgrund der gesetzlichen Regelungen (z.B. im BGB) haften müssen. Gute Berufshaftpflichtversicherer übernehmen auch die Haftung, die sich zusätzlich aus vertraglichen Vereinbarungen mit dem Auftraggeber bzw. Kunden ergibt (so genannte vertragliche Haftung). Hinzu kommt i.d.R. die Zahlung bei Rechtsverletzungen, Verstößen gegen Vertraulichkeits- und Datenschutzvereinbarungen, Veröffentlichungsrisiken für eigene Produkte oder Dienstleistungen, Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht und z.B. Virenschäden.

Im Rahmen der Betriebshaftpflichtdeckung werden z.B. auch Mietsachschäden oder Schäden auf Dienstreisen, bei der Teilnahme an Messen oder Ausstellungen, gezahlt. Allgemein ist auch immer ein passiver Rechtsschutz enthalten, der die Abwehrkosten (z.B. Anwalts-, Gutachter und Gerichtskosten) übernimmt, wenn der Selbständige oder Freiberufler zu Unrecht beschuldigt und zur Kasse gebeten wird.

Mit Media-Haftpflicht, IT-Haftpflicht und Consulting-Haftpflicht bietet exali.de drei Konzepte an, die sich alle auf den ersten Blick ziemlich ähnlich sind…

Sie haben richtig erkannt, dass es bei den drei Berufshaftpflichtkonzepten durchaus einen gemeinsamen „Nenner“ gibt, da sich einige Risikobereiche überschneiden.

Die Media-Haftpflicht richtet sich dabei allgemein an Kreative und Medienagenturen. Die IT-Haftpflicht an IT- und Telekommunikationsexperten und die Consulting-Haftpflicht an beratende Berufe wie Unternehmensberater, Trainer, Coaches.

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