Dem Chef hilflos ausgeliefert 2/3: Egal was ich mache, es ist falsch? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Dem Chef hilflos ausgeliefert 2/3: Egal was ich mache, es ist falsch?



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In unserem letzten Beitrag ging es um Chefs und ein Experiment, das der amerikanische Psychologe Martin Seligman mit Hunden durchführte – und nachwies: Hilflosigkeit ist oft nur angelernt. Und kann auch wieder verlernt werden.

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Lernen, dass man sich wehren kann

Martin Seligman hatte bei seinem berühmten Experiment noch eine Vergleichsgruppe: Darin waren Hunde, bei denen der Hebel im ersten Käfig funktionierte. Wenn sie ihn drückten, hörte der Stromstoß tatsächlich auf. Das lernten die Hunde schnell.

Und als sie in den zweiten Käfig kamen, suchten sie wieder nach Möglichkeiten, dem Stromstoß zu entgehen. Denn diese Gruppe von Hunden hatte ja erfahren: Ich kann etwas gegen diese lästigen Stromstöße tun. Und sie fanden schnell heraus, was: Sie gingen einfach durch die Klappe in den Käfig nebenan.

Egal was ich mache, es ist falsch?

Martin Seligman nannte das Schicksal der ersten Gruppe eine »erlernte Hilflosigkeit«: Jemand hat einmal erfahren, dass er scheinbar machtlos gegen einen belastenden Zustand ist – und hört irgendwann auf, überhaupt noch zu versuchen, etwas dagegen zu tun. Selbst wenn er diesem Zustand eigentlich leicht entkommen könnte.

Nehmen wir nun wieder an, Sie sind der Mensch, der Sie sind. Kommt Ihnen die Situation mit den Hunden aus Ihrem eigenen Leben bekannt vor? Es passiert ja nicht selten, dass sich jemand sagt: „Egal, was ich mache, es ist doch immer alles falsch. Ich kann nichts ändern an meiner Situation.“

Das Baby-Experiment

Erlernte Hilflosigkeit wurde später auch an Menschen nachgewiesen. Mit Babys zum Beispiel führte man ein ähnliches Experiment wie mit den Hunden durch. Nein, ohne Stromschläge. Aber man rüttelte sie heftig in ihrer Krippe durch, dass ihnen ganz anders wurde.

Manche konnten das mit einer Kopfbewegung abstellen, über einen Sensor in ihrem Kopfkissen. Andere hatten keinen Sensor. Beide Gruppen reagierten jeweils genauso wie die Hunde. Und die eine Gruppe ging vor die Hunde. Auch jenseits des Babyalters zeigen wir ähnliche Reaktionen.

Den Ausweg sehen, wenn es einen gibt

Nun gibt es Situationen wie die mit dem Chef im Beispiel von oben. Da sind wir der Willkür anderer ausgesetzt und möglicherweise tatsächlich hilflos.

Das Problem in diesem Fall ist, dass wir auch dann keinen Ausweg mehr sehen, wenn es plötzlich doch einen gibt, wenn zum Beispiel der alte Chef geht und eine neue Chefin kommt. Auch dann denken wir weiterhin: „Was ich tue, zählt bei denen da oben eh nicht.“

Wo finden Sie die Studien?

  • Seligman, M. E. P., Maier, S. F. (1967): Failure to Escape Traumatic Shock. Journal of Experimental Psychology, 74, 1–9.
  • Seligman, M. E. P. (1979): Erlernte Hilflosigkeit. München, Wien, Baltimore: Urban und Schwarzenberg.
  • Hiroto, D. S., Seligman, M. E. P. (1975): Generality of Learned Helplessness in Man. Journal of Personality and Social Psychology, 31, 311–327.
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    Erlernte Hilflosigkeit, kann ich mir vorstellen, ist eine unschöne, lähmende Sache. Da wünscht man sich kompetente Leute, die gut beobachten können und den Betroffenen im Gespräch und durch neue Erfahrungen wieder auf die Beine helfen.

    • Simone Janson

      Stimmt, das größte Problem dürfte für viele Leute darin bestehen, dass sie selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, sprich das Problem nicht erkennen. Da kann in der Tat Hilfe von außen sinnvoll sein – z.B. auch durch Freunde, Bekannte, Familie oder eben einen kompetenten Coach.

  3. Wolfgang Struensee
    Wolfgang Struensee

    „Manche Menschen warten bis Ihnen das Wasser bis zum Hals steht und nennen dies dann Schicksal.“

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