B E R U F E B I L D E R in der ARD-Reportage: Das Märchen vom Fachkräftemangel


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21.07.2014 4118 Leser 100 Debatten 357 Wörter Lesezeit: 2 Minuten, 28 Sekunden

Wir sind: Eines der 500 wichtigsten deutschen Blogs, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen Jobblogs. Schwerpunkt: Digitaler Wandel in Bildung & Arbeitswelt.

Im März wurde ich zur Diskussion um das Thema Fachkräftemangel hier auf B E R U F E B I L D E R von der ARD interviewt. Das Ergbnis wird nun heute abend um 22.45 Uhr in der ARD ausgestrahlt. Titel der Sendung: „Die Story im Ersten: Der Arbeitsmarktreport – Das Märchen vom Fachkräftemangel“.

Wie alles anfing

Die Diskussion dazu hatte hier im Blog 2009 ganz harmlos mit ein paar Leserkommentaren begonnen, weitete sich aber dann, zu einer veritablen Diskussion aus und gipfelte schließlich in der Gründung eines Gegenverbands zum Verein Deutscher Ingenieure. Denn, so heißt es in der Beschreibung zur Sendung:

Kaum ein Lobbyverband hat sich so vehement dafür eingesetzt, ausländische Fachkräfte ins Land zu holen, wie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Ingenieure selbst sind es, die dem Verein vorwerfen, er lasse sich von Unternehmen instrumentalisieren und drücke das Mindestgehalt. Weil der Ingenieursverband regelmäßig mit Horror-Zahlen aufwartet, hat man den Ingenieursberuf zum Mangelberuf erster Klasse erklärt und erlaubt Unternehmen jetzt, hochqualifizierte ausländische Fachkräfte einzustellen, zu einem Mindestlohn von 32.500 Euro im Jahr. Früher lag diese Grenze bei 66.000 Euro. Mit Blue Card und europäischer Freizügigkeit sollen Fachkräfte aus Spanien, Griechenland, Rumänien und Bulgarien auf den deutschen Arbeitsmarkt strömen. Deutschland ist stolz darauf, Krisenstaaten zu unterstützen, indem es ihnen Arbeitslose abnimmt.

Leser auf der Palme

Genau dieses Verhalten bringt unsere Leser schon seit Jahren auf die Palme. 2014 ist nun auch ein vielbeachtetes Buch von Martin Gaedt dazu erschienen. Unter den Titel „Mythos Fachkräftemangel“ wirft er den Unternehmen fehlende Aktivität hinsichtlich der Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskräften aus.

O-Ton des Buches: Fachkräftemangel ist oft hausgemacht und es muss viel stärker differenziert werden. In Ausgabe 12/2014 habe ich zu dem Thema auch den Beitrag Von wegen Mangel geschrieben.

Zur Sendung

Ich bin nun gespannt, was während und nach der Sendung passiert. Ich habe selbst das fertige Ergebnis auch noch nicht gesehen, aber mein Intverview bereits hier resümiert.

Auf jeden Fall sind alle interessierten herzlich eingeladen, das Thema mitzudiskutieren. Sendetermine sind:

  • Mo, 21.07.14 | 22:45 Uhr | Das Erste
  • Di, 22.07.14 | 04:45 Uhr | Das Erste

Viel Spaß!

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Ich, Dipl.-Ing. (FH) für wissenschaftlichen Gerätebau Spez.-Richt. Konstrukteur mit Auslands- und Führungserfahrung und Beherrschung von 10 Programmiersprachen, arbeite halbtags als Gabelstablerfahrer und MfA (Mädchen für Alles) und beziehe H4. Von allen führenden Betrieben abgeleht (schon minimierte Gehaltsforderung). Danke VDI, AA und Regierung.

    • – Studienabschluss (M. Sc.) 02/2014 mit Auslandserfahrung + Note 1,7
      – 60 Bewerbungen Mittelstand bis AG
      – 9 Vorstellungsgespräche im Mittelstand und AG
      – kein konkretes Jobangebot

      NEXT STEP: 1 Jahr Arbeitslosigkeit + absolute Verzweiflung

      Was soll wir machen?

      • Hallo,
        vielleicht hilft auch Ihnen beiden ein Bewerbungscoaching wie hier bei
        Svenja Hofert?

        • Guten Abend zusammen!

          Frau Janson, ich muss Ihnen da widersprechen. Ich habe in der Zeit meiner Bewerbungsphase auch mit zahlreichen Leuten gesprochen, die mir mitteilten, welche Fehler meine Bewerbung enthalten. Diese habe ich dann immer geändert. Hat es etwas gebracht? Nein. Es liegt nicht an den entsprechenden Bewerbungsunterlagen oder am Bewerber, was für die Unternehmen und die Arbeitsagentur immer am Einfachsten ist. Zuallererst sollten sich einmal die Unternehmen hinterfragen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich als Berufseinsteigerin schon gar keine Chance erhalte. Zudem sind die Anforderungen der Unternehmen an die Bewerber so dermaßen hoch, dass man diese nicht erfüllen kann. Aber wie ich lese, bekommen selbst Absolventen, die viel mehr Anforderungen erfüllen als ich, auch keine Stelle. Ich frag mich wirklich, was die Unternehmen für Bewerber wollen? Jemanden, der 5 Jahre Berufserfahrung hat, zig Praktika absolviert, zig zusätzliche Fähigkeiten /Zusatzqualifikationen hat und 10 Sprachen spricht oder wie? Also ich bin seit nun schon über 2 Jahren auf der Suche und ich bin Naturwissenschaftlerin (Physikerin). Ich habe mir selbst die Mühe gemacht, einige Politiker anzuschreiben, aber denen ist die Suche von mir total egal. Anstatt sich einmal Gedanken zu machen, stoßen Sie mich mit ihren negativen Antworten sofort wieder vor den Kopf. Ich habe weiter unten auch einen Kommentar eines Mädchens gelesen, die sich “ allein gelassen fühlt“. Was bringt es also ausländische Fachkräfte zu holen, die viel weniger Gehalt bekommen als die Absolventen in Deutschland bekommen würden. Dadurch wird das Problem der vielen akademischen Arbeitslosen nicht gelöst, sondern eher noch verschärft. Außerdem habe ich zuletzt einen Bericht im Fernsehen gesehen, in dem von Akademikern gesprochen wurde, die Deutschland verlassen haben, weil sie hier keinen Chance hatten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesregierung die gute ausgebildeten Akademiker verlieren möchte. Aber wenn sich nicht langsam etwas in Deutschland ändert. dann wird es darauf hinauslaufen. Dann fehlen nicht nur Fachkräfte im nichtakademischen Bereich, sondern auch diejenigen im akademischen Bereich. Es ist auch keine Lösung, wenn man sich selbstständig macht, so wie Sie es anderen Leuten hier geraten haben. Vielleicht sollten sich alle Akademiker, die sich hier über die Unternehmen und Arbeitsagenturen beschweren, wozu ich mich auch zähle, einmal zusammen tun und etwas gegen diesen Zustand unternehmen?

          • Hallo Svenja, provokant gefragt: Vielleicht haben Sie sich in Ihre Bewerbung einfach von zu viele Leuten reinreden lassen statt ein klares Konzept zu verfolgen? Haben Sie den verlinkten Beitrag gelesen? Es geht nicht darum, dass Sie sich hinterfragen, sondern darum, dass Sie trotz Rückschlägen eine klare Haltung gewinnen, wohin Sie möchten. Es mag ja sein, dass Unternehmen und Politiker irren, allerdings können Sie daran nur etwas andern, wenn Sie sich, das haben Sie richtig erkannt, mit anderen zusammentun zur Lobbyarbeit oder gleich selbst in die Politik gehen – Ansätze gab es hier im Blog mit Wir sind VDI schon, die sind dann wieder im Sande verlaufen. Sonst finde ich Auswandern keine schlechte Idee, wenn Selbständigkeit keine Lösung ist. Viel Erfolg!

          • Hallo Frau Janson, können Sie sich eigentlich in die Lage hineinversetzen wie es ist so lange auf Jobsuche zu sein? Mal eben auswandern ist mit Sicherheit nicht so leicht und zudem auch keine Garantie auf Besserung. Und dann? Wenn es nicht funktioniert, sind womöglich die finanziellen Mittel aufgebraucht und man sitzt in einem fremden Land und ist genauso ohne Arbeitsstelle.
            Ich finde es ist normal, dass man sich im Laufe der Zeit hinterfragt. Besser ist es also eine klare Haltung zu wahren aber dabei womöglich die gleichen Fehler immer wieder zu machen???
            Zudem finde ich, dass provokante Fragen Ihrerseits hier fehl am Platz sind. Sie haben gut reden und geben „Ratschläge“. Wie es den Betroffenen selbst geht wissen Sie nicht.

          • Hallo Heiko, ich hatte am Anfang meiner Selbständigkeit gleich nach dem Studium ein Dreiviertel Jahr lang keine Aufträge und war sehr verzweifelt. Damals wurde es besser, als ich es irgendwann schaffte, die Sache weniger verbissen anzugehen. Man sagt, es dauert als Selbständiger 3 Jahre bis es einigermaßen läuft und 5 bis man sich etabliert hat, das war bei mir so. Wie ich in dieser Zeit immer wieder festgestellt habe, brachten Jammern und Frust und die dazugehörige Einstellung überhaupt nicht weiter, im Gegenteil, es machte für potentielle Auftraggeber unattraktiv. Insofern finde ich Ihre Idee mit dem klaren Kopf gut.
            Was ich rückblickend ein wenig bedauere, ist mich zu lange von anderen abhängig gemacht zu haben, statt eigene Ideen zu verwirklichen. ZB habe ich zu lange gedacht, wenn ich eine eigene Website mache, wird das doch kein Mensch lesen, dabei war es für mich die erfolgreichste Methode, die ich ausprobiert habe.

            Ich sage ja nun nicht, fangen Sie an zu bloggen, so einfach ist das auch nicht, sondern finden Sie heraus, was Sie selbst ändern können – und sei es, dass Sie sich politisch engagieren.

        • Guten Abend Frau Janson!

          Meine gute Freundin Svenja B. hat in 2 1/2 Jahren mittlerweile sage und schreibe 286 Bewerbungen auf für ihre Fachrichtung qualifizierte Stellen und 123 Bewerbungen auf Dissertationen geschrieben. Heraus gekommen sind dabei 12 Vorstellungsgespräche bei qualifizierten Stellen und 9 Gespräche zwecks einer Dissertation.
          Svenja hat ca. 114 Briefe/Emails an Verbände oder Politiker geschrieben, aber niemand konnte oder wollte ihr weiterhelfen. Ich kann gut verstehen, dass die Kommentare hier keine Einzelfälle sind. Was außer einem guten Abschluss kann man von einer Bewerberin denn noch verlangen??? Berufserfahrung natürlich aber die bekommt man nicht geschenkt und wie will man sich diese erarbeiten wenn man dazu einfach keine Chance bekommt? Weil es vielen Firmen zu aufwändig/mühsam ist, sich mit Berufsanfängern auseinander zu setzen, vielleicht weil diese eine längere, intensivere Einarbeitungszeit benötigen, als die kostengünstigere Fachkraft aus dem Ausland…
          Eine schlüssige Erklärung habe ich dafür nicht, aber wozu studiert man dann überhaupt?

          • Da hilft auch kein Coaching oder sich selbstständig zu machen, was in vielen Fällen (Fachrichtungen) überhaupt nicht einfach so möglich ist.

          • Hallo Heiko, vor alle Mittelständler haben Angst, junge Leute aufwändig und teuer einzuarbeiten bzw. Mitarbeiter weiterzubilden und diese dann an die Konkurrenz zu verlieren. Außerdem ist es verständlich, Unternehmen nach der für sie besten Lösung suchen.
            Wenn Selbständigkeit keine Lösung ist, wie ist es dann mit Auswandern? Da gab es hier im Blog einige positive Berichte.

          • Hallo Simone

            Die Argumentation, teuer eingearbeitete Mitarbeiter zu verlieren. ist absolut nicht nachvollziehbar. „Wenn ich nicht mehr ausbilde, darf ich doch nicht annehmen, dass der andere für mich ausbildet und den Besten rüberschickt und den Schlechtesten behält!“ Zitat von Wolfgang Grupp. Ich denke, dass kann man ohne Weiteres auf die Einarbeitung von Akademikern übertragen. Wenn alle Unternehmer immer darauf warten, sofort einsetzbare Ingenieure zu bekommen, dann ist das der Untergang Deutschlands. Wir brauchen wieder richtige Unternehmer in unserem Land, und keine Ausbeuter.

          • Hallo Mark,
            was Sie sagen, ist natürlich langfristig gesehen völlig logisch und richtig – indes handeln viele Unternehmen eben nicht so weitsichtig, sondern schauen nur auf die gegenwärtigen Bilanzen. Und oft herrscht auch einfach Angst.

          • Leider habe ich aus finanziellen Gründen nicht mehr die Möglichkeit zu warten bis die Unternehmer wieder Berufseinsteigern eine Chance bieten, sondern habe mir Alternativen gesucht, durch die ich vielleicht den Einstieg in die Berufswelt schaffen kann. Ich habe mich schon öfter gefragt, warum ich überhaupt studiert habe. Im Fernsehen wird dauernd vom angeblichen Fachkräftemangel gesprochen, obwohl ich andere Informationen aus meiner Universität habe. Man kommt so motiviert und euphorisch von der Universität nach dem Abschluss des Studiums, um dann festzustellen, dass Unternehmen am Liebsten die Fachkräfte mit den längsten Berufserfahrungen einstellen möchte. Aber es kann doch nicht sein, dass nur diese eine Chance haben. Meines Erachtens (das kann ich leider nicht beweisen – jedoch gibt es genug Anzeichen dafür) haben es Männer einfacher ins Berufsleben zu starten als Frauen! Ich habe einmal ein sehr negatives Vorstellungsgespräch gehabt, in welchem ich von oben bis unten gemustert wurde und ich an den Blicken der Männer gemerkt habe, dass sie mich eher in anderen Bereichen sehen würden als in der Optik (Physik). Ich kam mir in dem Moment schon ein wenig diskriminiert vor….

          • Hallo Svenja,
            da ich zu dem Thema im Laufe der Zeit ganz viel geschrieben habe, habe ich aus meiner Antwort einen zweiteiligen Blogpost mit weiterführenden Links gemacht (Teil 2 morgen).
            Mich würde interessieren, wie die Alternativen aussehen, die sie gesucht haben. Ein Bekannter von mir hat z.B. vor 20 Jahren mit mir zusammen Archäologie studiert, dann 10 Jahre als SAP-Berater gearbeitet und hat nun einen Bonbonladen aufgemacht. Das hätte ich vor 10 Jahren noch grauenvoll gefunden, weil es nichts mit dem Studium zu tun hat, heute finde ich das super, weil er etwas eigenes auf die Beine stellt. Allerdings scheint mir das unbedingte kleben an der akademischen Ausbildung so ein Problem, das einem an der Uni eingetrichtert wird. Darum geht es auch in meinem Blogpost.

  2. Florian Schmitz

    Ich sah den Bericht gerade auf Phoenix und bin froh, dass sich mein Verdacht bestätigt hat.

    Ich bin selbst Wirtschaftsingenieur im Bereich Produktion & Logistik, habe einige teure Zusatzausbildungen und mehrere Jahre Berufserfahrung und finde seit nun ca. 11 Monaten keine Stelle. Meine Statistik lautet bis dato ca. 80 Bewerbungen, 12 Vorstellungsgespräche und 1 Zusage, die jedoch in der Schwebe ist, da der Betriebsrat die Einstellung aufgrund von Entlassungen in einem anderen Unternehmensbereich verweigert.

    Nun ja, Kopf hoch und durch!

    • Entlassener Ingenieur

      Ich bin 48 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, Studium mit gutem Abschluss, 21 Jahre Berufserfahrung und werde demnächst wohl H4 beantragen müssen. Meine Fähigkeiten werden im Markt zwar gesucht, aber nicht mein Alter! Ich habe bis zu letzt in einer verantwortlichen Position als lead engineer embedded software engineering gearbeitet und 92.000 brutto verdient. Leider ist unsere Firma Dank der Förderung des Aufbaus Ost verlagert worden, um im Osten Steuern zu sparen und Fördermittel für Arbeitlose in der Produktion einstreichen zu können. Hier hat man dafür nach und nach Abteilungen geschlossen, was einen massiven Personalabbau zur Folge hatte. Ein neuer Job wurde einem erst gar nicht angeboten, mit der Begründung, man findet ja was, bei DER Qualifikation als Ingenieur.

      Ich kenne mich aus mit den modernsten Microprozessoren, MATLAB, Simulink, Automation und Verfahrenstechnik, habe Kenntnisse mit Compier-Configurationen, TCL und beherrsche C++ und APIs, Keil, Vector, vxWorks aus dem FF. Echtzeitprogrammierung, Erstellen der Spezifikationen, Lieferantenmanagment, all das behrrsche ich perfekt und rutiniert. Und all das wird händeringend gesucht, aber ich bekomme keinen JOB!!!! Der Grund ist, dass ich nicht in das Team passe. Die meisten Abteilungen sind heute mit Jungvolk um die 30 bestückt, und man sucht jemanden bis maximal 35. Auch ist mein Wissen viel zu breit, man sucht den Scheuklappenprogrammierer fürs Hinterzimmer. Und dann ist natürlich mein Gehalt viel zu hoch. Man traut mir aber auch nicht zu, dass ich für weniger arbeiten kann und will, sondern unterstellt mir, dass ich mich zwar anstellen lasse, dann aber sofort nach etwas Anderem umsehe – daher kann man mich leider nicht anstellen. Selbst die Anbieter von Arbeitnehmerüberlassung argementieren so.

      Beworben habe ich mich u.a. bei Continentale, Bosch, Posche Engineering, Daimler Benz, MB-Tech, Siemens Transportation, Siemens Automation, Linde, Philips, Agilent, Hameg, Rohde & Schwarz, BMW-Group, sowie einigen kleineren Firmen. Am Ende habe ich bundesweit gesucht – ohne Erfolg. Alle hatten mehrere solcher Stellen für Softwareentwickler, Teamleiter in der Softwareentwicklung, Software-QMs und Planer offen und sie bestätigten mir, dass ich das jeweils geforderte Wissen doppelt und dreifach habe, aber es sei schon zuviel! Die kleinen Firmen hatten speziell immer das Problem, dass sie glaubten, dass ich sie nur als Notnagel sehe, bei meiner Qualifikation und mich sofort wieder abwende, wenn ich etwas Besseres finde.

      Deutschland hat ein Luxusproblem! Zuviele, zu gut ausgebildete Ingenieure. Der Mangel besteht darin, dass man die Kriterien so eng setzt, dass nur noch ganz ganz wenige passen und selbst bei denen findet man noch ein Haar. So bleiben viele Fähige auf der Strecke! Stattdessen werden Ausländer geholt, mit teuren Sprachkursen vom Arbeitsamt versorgt, ihnen Fahrtkosten erstattet und Wohnungen gestellt, damit man billige Arbeitssklaven hat, mit denen man die vielen offenen Stellen bei den Zeitarbeitsgebern ausfüllen kann, die immer mehr blühen und in Mode kommen. Unsere Regierung schafft ein Klima der Unterwanderung von Arbeitskraft und konterkarriert den Mechanismus von Angebot und Nachfrage zu Lasten der Arbeitnehmer, die dann stempeln gehen dürfen. Die Alternative ist dann nur noch das Ausland, dass von diesem Dreck, der hier läuft, noch nichts weiss und wo deutsche Ingenieure noch geschätzt werden.

      Deutschland schafft seine Ingenieure ab! Gleichzeitig jammern die Zeitarbeitsgeber, was das Zeug hält und bestimmen die allgemeine Meinung. 90% der Stellen sind fakes und von Dienstleistern.

      • Danke für die Schilderung. Wie wäre es dem Schritt in die Selbständigkeit um Ihre Fähigkeiten einzubringen?

        • Entlassener

          Als Antwort auf den Vorschlag von Frau Janson, die Fähigkeiten in Form der Selbständigkeit einzubringen:

          So einfach ist das nicht. Die Art, wie ich gearbeitet habe, erfordert eine enge Verflechtung mit ähnlich begabten und erfahrenen Entwicklern im Team. Man spielt sich auf einander ein und übernimmt die dann resultierenden Aufgaben, die z.B. nicht immer dieselben sind. Damit ergibt sich das Problem, dass ich in das vorort vorhandene Team passen muss. Leider traut man Personen >35 keine Anpassungsfähigkeit mehr zu. Auch generell tendieren AG dazu, ein Team im Alter homogen zu besetzen. Und wenn, geht so etwas dann nicht in Selbständigkeit, sondern in Pseudoselbständigkeit als „freelancer“, der mal hier und mal da arbeitet und in den Firmen die Lücken füllt. Das Problem das sich dann ergibt ist, dass man immer eine Firma zwischenschalten muss, die als Schirm dient, um die Rentenversicherung abzuwehren. Praktisch sind solche Stelle verschleierte Angestelltenstellen auf Zeit, die sich nur nicht Zeitarbeit nennen, praktisch aber sind. Von einer dauerhaften Beschäftigung ist man da weit weg.

          Der andere Zweig, als echter Selbständiger zu arbeiten, ist auch verwehrt, weil ich da nur eine Teil der Methodenfähigkeiten einbringen kann. MAn konkurriert qusi mit Sachwissen gegen die etablierte Konkurrenz und darf die ersten Jahre zu Dumpingpreisen arbeiten. Selbständigkeit aus dem Stand ist selbst für Ingenieure nicht real praktizierbar.

          Die Gedanken gehen wohl eher dahin, das Knowhow gewinnbringend an die Konkurrenz zu verkaufen und sich dann ins Ausland abzusetzen, wo deutsche Ingenieure noch geschätzt werden. Dort gibt es eine Reihe von Firmen, die Ähnliches produzieren und Knowhowträger benötigen.

          Die Ganze Geschichte zeigt aber eines : Ich erkenne an mir inzwischen Züge, die ich früher an anderen kritisiert habe: Selbstsüchtigkeit, Egozentrik, Ingoranz von Gemeinschaftsdenken. Ich habe, um genug Zeit zu haben, sämliche Ehrenämter geschmissen, Vereins- und Sozialtätigkeit eingestellt und invesitere nur noch in mein eigenes Wohl. Und Patriotismus ist bei mir längst abgestorben.

          • Anonymous

            Hallo Entlassener,
            das klingt ein wenig frustriert, wenn auch verständlich. Ich sehe übrigens gemeinnützige Tätigkeiten ebenfalls als Egoistisch an – um mal Reinhold Messner zu zitieren, den ich im Sommer interviewt habe: Wer ist denn nicht egoistisch? Jedenfalls helfen solche Tätigkeiten, gute Kontakte zu knüpfen, die einem beruflich wieder weiterhelfen.
            Davon abgesehen beschreiben Sie die Crux beim Wandel der Arbeitswelt sehr genau: Bisherige enge Verflechtungen lösen sich, von Arbeitnehmern wird maximale Flexibilität erwartet. Und die lebenslang sichere Beschäftigung hat ausgedient. Umgekehrt ist Unternehmen gar nicht klar, dass der so bequem flexible Arbeitnehmer dann eben sein Wissen meistbietend an den nächsten verkaufen wird, wenn das Unternehmen nicht auch etwas dafür tut, gute Mitarbeiter zu halten.
            Warum bauen Sie nicht mit (ehemaligen oder neuen) Kollegen ein eigenes Team auf?

    • Hallo Herr Schmitz,
      danke für den Kommentar, finde ich eine super Einstellung, spricht für sehr viel gesunden Optimismus nach 11 Monaten Suche. Vielleicht auch an Sie noch einmal der Hinweis an das Bewerbungscoaching bei Frau Hofert, vielleicht hilft das ja weiter.
      Viele Grüße

  3. Jungingenieurin

    Hallo zusammen,

    Ich bin über diese Seite gestolpert, weil mich ein sehr großes Problem belastet.

    Ich biete:
    Ingenieurstudium an renommierter Uni hervorragend abgeschlossen, Berufserfahrung in zwei halbjährlichen Praktika in der Industrie gesammelt, diverse Auslandssemester absolviert, um Sprachkenntnisse (5 Sprachen) zu vertiefen und Softskills zu erwerben, jahrelang ehrenamtlich engagiert gewesen. Höchstgradig flexibel.

    Ich suche:
    Einen Job. – Und finde keinen.

    Bei 50 Bewerbungen wurde ich zu 3 Vorstellungsgesprächen eingeladen, „Fahrtkosten werden leider nicht übernommen“.
    Mittlerweile orientieren sich meine Gehaltswünsche beinahe am Hartz IV Regelsatz. So hatte ich mir meine Aussichten als Absolventin wahrlich nicht vorgestellt, zumal in meiner Berufsfindungsphase in der Oberstufe doch immer davon gesprochen wurde, dass „händeringend Ingenieure gesucht werden“, oder „Mangelware Frauen in MINT-Fächern“.

    Was mir bei der Jobsuche aufgefallen ist, und was wiederum Bezug nimmt zu den in der Statistik um den Faktor 7 gefälschten Zahlen der ausgeschriebenen Stellen ist, dass es viele Stellenausschreibungen gibt, obwohl es die eigentlichen Stellen überhaupt nicht gibt. Stichwort Ingenieur-Dienstleister. Eine Firma, die einen Teil Ihrer Stellen an externe Dienstleister vergibt, hat eben nur diese eine Stelle zu vergeben. Für dieses Tätigkeitsprofil haben daher (um eine Zahl zu nennen, die mir bei meiner Jobsuche so untergekommen ist) fünf Ingenieur-Dienstleister jeweils die Stelle ausgeschrieben. Demzufolge gibt es fünf Ausschreibungen für eine zu vergebende Stelle. Da braucht man sich über die zahlreichen Absagen nicht zu wundern, wenn heutzutage nur noch fiktive Stellen ausgeschrieben werden! Wenn ich mir das jetzt noch überlege, dass die fünf Stellenausschreibungen noch mit dem Faktor versehen werden, gibt es in der Statistik plötzlich 35 Vakanzen!?

    Die Hintergründe liegen klar auf der Hand: Lohn-Dumping, bei längeren Arbeitszeiten (45h-Woche), und gesetzlich vorgeschriebenem Mindesturlaub. 32.000€ Jahresgehalt, ob für In- oder Ausländer, was soll man dazu denn noch sagen?
    Ich sehe das große Problem darin, dass die sich in der Politik nur noch auf die Erfolge während der Amtszeit konzentriert wird. Dass sich daraus langfristig katastrophale Zustände ergeben ist dann das Problem der nächsten Legislaturperiode. Die kann sich ja dann überlegen, wie die ganzen 32.000€-Ingenieure die Sozialhilfe ihrer arbeitslosen Zunftbrüder zahlen sollen.

    • Liebe Jungingenieurin,
      danke für Ihren Beitrag, der gut zu zahlreichen weiteren Kommentaren passt. Vielleicht tröstet das etwas, nicht die einzige zu sein.
      Bitte lassen Sie sich aber nich so frustrieren, dass Sie sich unter Wert und mit Gehaltsvorstellungen auf Hartz-IV-Niveau begnügen – das bring erfahrungsgemäß überhaupt nichts.
      Ehr sollten Sie herausarbeiten, was Sie von anderen Bewerbern abhebt, was Sie besser machen könnten – z.B. auch mit einem Coaching. Auch wenn ich nicht glaube, dass das ein Allheilmittel ist (nicht immer ist man selbst Schuld, wie einem manche gerne einreden wolle) fand ich doch das hier beschriebene Coaching interessant, mit dem Svenja Hofert einem Ihrer Kollegen zu einem Job verholfen hat. Vielleicht hilft Ihnen ja das schon ein wenig weiter.

      • Hallo Jungingenieurin,

        ich bin in der gleichen Situation, vielleicht nicht ganz so gut ausgebildet, aber mein Profil kann sich auch sehen lassen.

        Meine Frage: Es muss doch mal eine Aktion durch uns Berufseinsteiger für Interesse in der Öffentlichkeit sorgen!?

        Gruß
        Young Ing

        • Hallo YoungIng,
          öffentlichkeit herstellen ist schön und gut – aber was genau wollen Sie damit erreichen? Öffentlicher Druck schafft ja nicht mehr Arbeitsplätze.

          • Hallo Frau Janson,

            da haben Sie recht, helfen tut es nicht! Mir geht es ehrlich gesagt nur darum den VDI mal zu einem Nachdenken und Umsteuern zu bewegen (ich gebe unseren Unternehmen in Deutschland noch nicht einmal eine Mitschuld)! Außerdem würde dann nicht mehr jeder sage „Ingenieur arbeitslos – geht doch gar nicht!“

          • Ich wollte Sie nicht demotivieren, ich wollte nur wissen, worauf die Aktion abzielt. Öffentlichkeit herstellen ist nämlich gar nicht so leicht und braucht Zeit oder kostet entsprechend, daher sollte die Aktion zielgerichtet sein.
            Wenn jemand sagt „Als Ingenieur arbeitslos, wie geht das“ können Sie ja gerne auf dieses Blog verweisen.
            Zudem folgt mir seit gestern der VDI bzw. seine Ingenieur-Nachrchten, auf meiner Facebook-Seite. Ich gehe also davon aus, dass der VDI das schon mitbekommen hat.
            Aber ich bin durchaus auch für Vorschläge offen, die Gruppe „Wir sind VDI“ hat ja durchaus auch etwas bewirkt.

  4. Hallo Frau Janson und Alle,
    möchte hier meine Erfahrung zum Thema Fachkräftemangel mitteilen:

    Habe bei dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (Fachbereich Maschinenbau, Diplom FH) auch jahrelang umsonst die Zeit und Kosten investiert. Obwohl ich weiblich bin (Frauen sollten ja angeblich in den Ing.-Berufen gefördert werden) und das Diplom mit 1,7 abgeschlossen hatte und zum Abschlusszeitpunkt noch 28 Jahre jung war, war ich auch sehr lange danach arbeitssuchend und habe quasi umsonst studiert.
    Als ich merkte wie aussichtslos die Lage ist, war ich dann auch bereit meine Arbeitskraft kostenlos anzubieten. So hoffte ich, dass ich wenigstens durch ein 3 bis 6 monatiges Praktikum den Eintritt in ein Unternehmen finden könnte. Das war nach dem Studium aber auch quasi unmöglich, da alle Unternehmen bei denen ich angefragt hatte ihre Praktikumsplätze ausschließlich an Studenten vergeben, welche sich also noch im Studium befinden.

    Mittlerweile (fünf Jahre nach dem Abschluss) bewerbe ich mich gar nicht mehr auf ausgeschriebene Wirt-Ing-Stellen, nicht zuletzt weil ich seit diesen 5 Jahren nie in diesem Beruf richtig arbeiten konnte (außer Praktika während des Studiums) und es mittlerweile schon zu viele neue Absolventen gibt. Durch viel Glück hatte ich über eine Zeitarbeitsfirma wenigstens die Möglichkeit bekommen als Büroassistenz arbeiten zu können. Auch das ist bei der Qualifizierung leider nicht selbstverständlich, denn fast immer wenn ich mich auf Bürojobs beworben hatte, dann stand mir gerade diese hohe Qualifizierung sehr im Weg was ich nicht OK finde. Aktuell habe ich eine Assistenzstelle gefunden und bin froh überhaupt Arbeit bekommen zu haben.

    Beste Grüße, Sawensa.

    • Liebe Sawensa,
      danke für den Bericht, der mich ein wenig traurig stimmt. Es ist schade, wenn jemand sein Studium als umsonst bezeichnet. Ich bin mir sicher, dass Sie in dieser Zeit und in den fünf Jahren danach Erfahrungen gesammelt haben, die Sie nutzen können – vielleicht auch in einem völlig anderen Berufsfeld. Lesen Sie doch einmal ausführlich diesen und die damit verlinkten Posts über beruflichen Neuanfang. Womit ich gar nicht sagen will, dass eine Assistenzstelle schlecht sein muss, auch sie kann sehr ausfüllend sein. Wenn Sie jedoch schreiben, dass Sie froh sind, überhaupt Arbeit gefunden zu haben, deutet das jedoch auf ein größere Unzufriedenheit hin. Eventuell kann auch ein Coaching helfen.

  5. Pingback: ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer | B E R U F E B I L D E R

  6. Toller Artikel! Um dem demografisch bedingten Rückgang der Erwerbsbevölkerung entgegenzuwirken, sind mehrere Lösungsansätze denkbar: Der frühere Eintritt in das Erwerbsleben, der spätere Austritt aus der Erwerbsphase, eine Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit sowie der Zuzug von ausländischen Arbeitskräften.

  7. Dirk Steffes-tun

    So, jetzt habe auch ich mir die Fachkräftereportage angesehen. Arbeitsmarkt hat ja etwas mit Markt und Marktwirtschaft zu tun. Aus Sicht eines Arbeitgebers ist ein großes Angebot an Bewerbern zu begrüßen (höhere Qualität der Bewerbungen bei geringeren Lohnerwartungen). Dass man dies über eine (evtl. auch zielgenaue) Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte befördert, ist doch eine ganz logische Vorgehensweise. Alternativ – wie am Ende der Reportage – könnte auch die Produktion an einen vom Lohnniveau her günstigeren Standort in Süd- oder Osteuropa verlagert werden. Als Arbeitsuchender kann man das beklagen, aber nicht wirklich ändern.

    Aus meiner Erfahrung ist (was auch im Beitrag erkennbar wird) insbesonders in Regionen abseits von Großstädten und Unistandorten tatsächlich ein Fachkräftemangel vorhanden. BMW in München wird wohl weiterhin ausreichend und auch gute Bewerber finden. Wer bereit ist, in die Provinz zu ziehen, wird auch einen Job finden. Wenn er qualifiziert ist – was man nicht bei jedem Bewerber sagen kann (Qualität lässt seit Jahren nach, sowohl bei Studenten als auch bei Azubis).

    • Hallo, danke für den Kommentar aus dem anderen Blickwinkel – der ist hier im Blog leider viel zu wenig beleuchtet worden, weil sich Arbeitgeber und Personaler nicht zu Wort melden wollten. Dabei ist genau der Dialog, der fehlt. So stehen die Interessenlagen gegeneinander und die Fronten verhärten sich. Und am Ende sind alle sauer.

      • In der Provinz hätte ich auch mal Anfangen können, aber was ist, wenn es der kleinen Firma mal schlecht geht, oder von einer großen Firma aufgekauft und geschlossen wird? Mit Familie wird es dann schwierig wieder einmal umzuziehen. Eigentlich müssten die kleinen in der Provinz mehr Zahlen als die Großen um das Risiko auszugleichen. Das ist das große Problem, die Firmen, welche Fachkräfte Suchen haben kein Geld, die die Geld haben versuchen alles in ihrer Macht stehende zu tun, um von den teuren Fachkräften loszukommen, um ihre Gewinne zu erhöhen.

        • Anonymous

          Hallo Realist,
          sicher ist es ein Problem, das kleine Unternehmen in der Provinz neben unattraktiven Standorten oft noch schlechtere Bezahlung bieten. Aber in manchen Süddeutschen Regionen gibt es auch mehr als ein Unternehmen damit vielleicht auch mehrere Chancen.

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  10. Liebe Frau Jansen,
    von mir auch vielen Dank für die Reportage! Ich war erstaunt darüber, dass ich in diesem Teufelskreis nicht allein bin.
    Muss mich Clara einschliessen – es macht einen einfach krank ständig abgelehnt zu werden. Ich bin eine Ingenieurin Maschinenbau, die den Fach auch ursprünglich aus Leidenschaft ausgewählt hat, mich hat die Technik und das Wissen einfach fasziniert. Nun bin ich seit 5 Jahren fertig und es ging damals los. 1 Jahr arbeitslos, danach habe ich das erste genommen was ich finden konnte – ein Job in einer Einöde (vergleichbar zu dem spanischen Herr aus der Reportage). Habe aber nicht aufgehört zu suchen. Nun bin ich seit 4 Jahren hier und es macht mich mehr als krank. Ich komme ursprünglich aus dem Ausland, habe aber in Deutschland das komplette Studium in Regelstudienzeit abgeschlossen und habe ein gutes Diplom. Kenne 4 Sprachen fliessend, an zwei weiteren bin gerade aus Spass dran. Trotzdem bekomme ich ungefähr jeden Monat nur Absagen. Die unglaublichste (wir könnten hier aus Spass ein Thema anfangen, was bei den anderen so die Erfahrung ist) kam von BMW und lautete „..wir haben sowie jetzt als auch in der absehbaren Zukunft keinen passenden Platz für Sie“.
    So wie auch Clara habe ich für mich beschlossen aus Deutschland auszuwandern. Die mächtigen Konzerne und ihre Politik haben mir schon das Glauben an mir und an meiner Berufung als Ingenieurin genommen. Tausend mal habe ich mich für die Entscheidung hierher zu kommen verflücht: „…hättest du doch nicht ausgewandert“. Der Traum über die erfolgreiche Karriere war damals aber stärker und Deutschland hat ja (angeblich) sehr viele Möglichkeiten, gerade in der Ingenieurbranche.
    Also wie gesagt – nur weg hier. Mein Freund ist auch ein Ingenieur und kommt auch ins Ausland mit. Hilfreich wäre, wie Sie schon in einem Kommentar erwähnt haben, die Tipps über die Länder, wo man suchen kann oder überhaupt erstmal – womit fängt man an.
    Nochmal vielen Dank! Ich fühle mich durch die in der Reportage ausgesprochene Wahrheit irgendwie erleichtert. Es freut mich auch zu hören, dass manche aus dieser Wahnsinn raus geschafft haben. Hoffe ich auch für mich und wünsche allen anderen viel Erfolg , was auch immer sie vor haben!

    • Anonymous

      Hallo Anna,
      freut mich zu hören, dass der Beitrag etwas hilft.
      Wir haben hier im Blog bereits jahrelang ähnliche Beiträge zusammengesammelt – u.a. auch das Beispiel von Karen, die nach Schweden ging und ein weiterer Kollege, der in die Schweiz ging:
      http://berufebilder.de/2010/fachkraeftemangel-maerchen-ingenieure-karen-sandra/
      Im Vergangenen Herbst traf ich jemanden in Kanada, der dort als Ingenieur arbeitet. Bei Norwegen könnte ich mir auch noch vorstellen, dass es eine Alternative ist.
      Ich wäre aber auch auf Erfahrungsberichte aus dem Ausland gespannt. Ihnen viel Erfolg weiterhin.
      Viele Grüße

  11. Hallo Frau Janson,

    Wir haben diese Sendung in der ARD Mediathek gesehen und können die Kernaussage nur bestätigen. Der sogenannte Fachkräftemangel oder auch Ingenieurmangel genannt, ist ein Hoax. Nützlich für die Großunternehmen, schädlich für die Arbeitnehmer. Wir haben ganz ähnliche Erfahrungen wie Regina gemacht, nachdem wir Opfer von Outsourcingmaßnahmen geworden waren. Auch wir haben hunderte Bewerbungen geschickt und viele abenteuerliche Begründungen gehört. So z.B. „Nein, wenn Sie schon mal Abteilungsleiter waren, können Sie unmöglich als Projektleiter arbeiten. Sie sind zum einen zu teuer und zum anderen überqualifiziert und, nein, sie können auch nicht für ein geringeres Gehalt bei uns arbeiten“.

    Gekrönt wurde das von Stellenanzeigen, die ganz explizit jeden Bewerber ausschlossen, der sich außerhalb eines Umkreises von 30 km zum Standort der Firma bewarb. So verpuffte also das üble Gerücht von Arbeitgebern und Politikern, dass man ja bloß mobil sein müsse, um einen adäquaten Job zu bekommen. Die Qualifikation war auch egal. Im Osten Deutschlands hat man nach Ingenieuren gesucht, gerne älter und mit viel Berufserfahrung und selbstverständlich bereit für 1700 Euro brutto zu arbeiten.

    Wir haben schlussendlich ganz einfach das Land verlassen und leben nun seit mehr als 5 Jahren im Ausland, teilweise außereuropäisch, sind alle in Lohn und Brot und machen uns über das deutsche System keine Sorgen mehr. Es interessiert uns auch nicht mehr. Unsere Kinder sind mehrsprachig und steuern gerade auf ihre Master-Abschlüsse (auch Ingenieurwissenschaften 🙂 ) zu. Sie werden dadurch in der komfortablen Lage sein, sich anschließend das Land ihrer Träume mehr oder weniger aussuchen zu können. Deutschland? Nein danke, kein Thema. Gerne zu Besuch aber mit Rückflugticket in der Tasche.

    Durch diesen Sprung ist ein enormer Druck von uns abgefallen. Wir sehen unserer Zukunft ganz entspannt entgegen. Die Zeiten der Gängelei sind vorbei.

    Ich wünsche allen in diesem Teufelskreis viel Glück und Erfolg. Die Tretmühle Jobsuche nagt am Selbstbewusstsein. Hinzu kommen die Erfolgsmantra aus den Medien: Wir sind die Besten, die Tollsten, die Größten….etc. Man fühlt sich, als sei man der einzige Idiot unter der Sonne, der das alles einfach nicht gebacken bekommt. Es stimmt aber nicht. Es ist ein perfides Spiel der Gewinnmaximierung und mit dem ewig gültigen „Teile und Herrsche“ spielen die Politiker aller Couleur mit. Die Lobbyflüsterer haben sie die Rechte auf ihre Ohren und ihr Handeln gesichert. Nein, das ist keine Verschwörungstheorie, sondern es wäscht hier eine Hand die andere.

    Ihnen wünsche ich weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Blog. Eine tolle Sache!

    Herzlichst

    Clara

    • Anonymous

      Hallo Clara,
      vielen Dank für diesen mutmachenden Bericht. Die ganze Diskussion wurde auch durch eine junge Dame angestoßen, die am Ende dann nach Schweden ausgewandert ist. Vielleicht haben Sie ein paar Tipps für auswanderungswillige – z.B. auch ein oder mehrere Länder das Sie empfehlen können? Danke!

      • Hallo Frau Janson,

        Das ist gar nicht so einfach mit ein paar Sätzen getan.
        Eigentlich hatte ich schon länger vor, einen eigenen Blog über Auswandern im Allgemeinen zu schreiben. Bisher hatte ich das immer aufgeschoben, auch weil ich beruflich ziemlich eingespannt bin. Aber ich dachte mir, ich könnte zumindest endlich mal damit anfangen und hab schon mal den ersten Artikel dazu geschrieben. Es sind zunächst eher allgemeine Hinweise über das Auswandern an sich und über vorbereitende Gedanken, die sich jeder machen sollte. Mit Kofferpacken allein ist es nicht getan, ganz besonders, wenn man Familie hat.

        Auf www.clarasnotizblog.wordpress.com werde ich also demnächst einiges dazu schreiben und auch gern auf Fragen antworten, die ich beantworten kann. Zum Auswandern kann man nicht raten, dazu muss jeder seinen Weg finden. Außerdem ist Auswandern heute nicht mit dem Auswandern von 1872 zu vergleichen. Damals fuhr man wochenlang übers Meer und brach mehr oder weniger alle Brücken hinter sich ab. Das ist heute nicht der Fall. Dafür aber gibt es heute andere Stolperfallen und darauf kann ich hinweisen.

        • Anonymous

          Vielen Dank für den Hinweis. Ich werde nochmal gesondert auf das Projekt verweisen.

  12. Pingback: Recruiting als Spiel und das Märchen vom Fachkräftemangel – Was letzte Woche geschah | Mats Blog

  13. Heute habe ich die Dokumentation gesehen. Auch ich habe mein Studium preisgekrönt absolviert und hatte Probleme, einen Job zu finden. Jetzt habe ich einen Arbeitsplatz und bin sehr unzufrieden hinsichtlich Einarbeitung und Sicherheit. Ich frage mich: was passiert mit den vielen Absolventen, die jetzt nachkommen? Nicht alle können Top-Noten haben. Was passiert mit den Mittelmäßigen und eher schlechteren Absolventen?
    Wie soll man zu Berufserfahrung kommen, wenn Praktika nicht als solche angesehen wird und wenn man nicht die Chance bekommt, diese aufzubauen? Warum übernimmt die Politik keine Verantwortung gegenüber der kommenden Generation? Auch Freunde und Bekannte von mir haben dieses Problem. Wir fühlen uns alle hilflos, verarscht und alleingelassen. Wir würden sehr gerne etwas gegen diesen Misstand unternehmen, wissen aber nicht, was.
    Gerade habe ich meine Mitgliedschaft beim VDI gekündigt und mich auf die Dokumentation bezogen. Das ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin ein kleiner Schritt.

    • Anonymous

      Hallo Johanna,
      danke für den Beitrag. Es gab ja, wie Sie vielleicht hier im Blog gelesen haben, die Idee mit den konzentrierten Massenaustritten aus dem VDI, das könnte schon wirkungsvoll sein, leider ist die Aktion dann im Sande verlaufen.

  14. Ein Ingenieurdienstleister mit Hauptsitz in Hamburg und der viele Projekte für Airbus bearbeitet. Der Bewerber hat zwei Jahre Berufserfahrung in der Luftfahrt (Konstruktion), allerdings nicht im Airbusumfeld. Der Gehaltswunsch beträgt 40000 Euro im Jahr; der Personaler findet es wohl überzogen, muss die Chefin entscheiden. Es könnten viele Schulungen von Nöten sein (Software, sonst darf man damit nicht arbeiten); die Hälfte der Schulungszeit wird dem Minusstundenkonto gutgeschrieben. Da vier Wochen Schulung im CAD-Bereich durchaus realistisch sein könnten, hätte der Mitarbeiter schnell mal 60-80 Minusstunden aufgebaut. „Das machen wir, damit die Mitarbeiter motivierter in die Schulung gehen. Denn in der Vergangenheit hatte der CAD-Trainer auch schon mal Karten gespielt mit den Kursteilnehmern“(!!!!!!), so der Personaler. Zu guter Letzt wollte er auch noch Fördergelder von der Arbeitsagentur haben, denn der Bewerber war temporär ohne Anstellung. Das alles lief unter dem Tenor:“ Wir müssen Sie ja auch einarbeiten“. So ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Ingenieure werden wie der letzte Dreck behandelt. Zeitarbeit und Werkverträge dieser Art gehören verboten. Sie dienen nur dem Lohndumping bzw. sich schnell der Angestellten zu entledigen. Und das macht man mit Berufsgruppen, welche man ja händeringend braucht.

  15. Die Doku habe ich auch gesehen, und ich muss sagen, dass ich sehr irritiert war. Das bedeutet eigentlich, dass ein Verschwörungstheorie in diesem Fall gar nicht so falsch wäre. Und eigentlich so einige weiter reichenden Recherchen sehr sinnvoll wären.

    • Anonymous

      Naja, Verschwörungstheorie finde ich etwas zu weit gedacht, es ist schon eher eine große Unkenntnis bei allen beteiligten, die einzelne Interessensgruppen für sich ausnutzen – so wie Herr Gaedt auch in der Sendung sagt.

  16. Oliver Gorus

    RT @younect: Heute ARD + Buch von Martin Gaedt “Mythos Fachkräftemangel”. O-Ton des Buches: Fachkräftemangel ist oft hausgemacht. http://t.…

  17. projektwerk

    Wir denken auch, dass es keine Lösung sein kann, Leute von aussen heranzuziehen. Es muss sich hier etwas bewegen, verändern. Also, nicht länger hinnehmen, dass es so lange dauert, eine Stelle zu besetzen und in der Zwischenzeit Projekte und somit Umsätze nicht realisieren können – sondern einfach das Hybridmodell nutzen: Feste Mitarbeiter als Kernbelegschaft + Freelancer für zeitlich befristeten Einsatz auf Top-Niveau. Für weitere Infos schauen Sie gerne in unser Whitepaper:
    Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg!

    • Anonymous

      Das wäre dann das Modell, das z.B. IBM schon seit den 80ern erfolglos durchzusetzen versucht… weil sich dann z.B. die guten Fachkräfte andere Möglichkeiten suchen und im Freiberufler-Pool nur die weniger guten übrig bleiben.

  18. Für diese Reportage muß ich mich auch bedanken. Seit wenigen Jahren versuche ich mich beruflich zu verändern, aber trotz professionell erstellter Bewerbung, jede Menge Schulungen, Zertifikate, der langjährigen Berufserfahrung auch im Projektgeschäft und dem vielfältigen Know-How ist es inzwischen AUCH UND VOR ALLEM für echte „IT Fachkräfte“ (Dipl. Informatiker) so gut wie unmöglich, noch eine andere Stelle zu finden.
    Das mag auch daran liegen, dass man als Arbeitgeber Mitarbeiter ab einem Alter von 50 Jahre in der deutschen Industrie eigentlich nur noch „los werden möchte“, aber auch daran, dass es schlicht und einfach keine Stellen mehr für adäquat zu bezahlende Fachkräfte gibt. Ich sehe es in meiner eigenen Firma – es werden – wenn überhaupt – nur Fachkräfte gesucht, die möglichst geringe Gehaltsforderungen besitzen.
    Daher ist für mich die „Mär‘ vom Fachkräftemangel“ nur ein probates Mittel für Lohn- und Gehaltsdumping.
    Bei einem (echten) Mangel würden zum Beispiel auch die Gehälter steigen.
    In der IT ist das Gehalt aber real seit Jahren sinkend, nur Führungskräfte bekommen noch eine Steigerung > 1% pro Jahr, der Rest kann froh sein, wenn er noch arbeiten darf.

    Ich kenne aber dann doch einen Ort, bei dem der Fachkräftemangel erheblich sein muss: In Berlin im Bundestag…

    • Anonymous

      😉 witztig, der Vergleich mit dem Bundestag. Schauen Sie sich einfach die Tipps zur Bewerbung ab 45 an – vielleicht finden Sie doch noch eine Lösung.

  19. Pingback: Leserbeitrag zur ARD-Sendung: Das Märchen vom Fachkräftemangel | B E R U F E B I L D E R

  20. Anonymous

    Liebe Regina,
    danke für den Beitrag. Ich freue mich, dass ich etwas beitragen konnte und es tut mir leid, dass ich nicht mehr helfen konnte. Vielleicht ein Hinweis: Sie könnten über mögliche Alternativen zu Hartz IV nachdenken.
    Hier finden Sie einige Tipps zur Jobsuche ab 45
    Und hier finden Sie zahlreiche Hinweise zum beruflichen Umstieg
    Viel Erfolg

  21. Hallo Frau Janson,

    am Montag haben mein Mann und ich Sie in der Arbeitsreportage – Das Märchen vom Fachkräftemangel – gesehen und gehört. Uns tut das so gut, endlich mal Menschen zu hören, die die gleiche Meinung haben wie wir.

    Mein Mann (Dipl.Ing.(FH)) wurde aufgrund einer Werksschließung (NSN Bruchsal) nach über 20 Jahren das erste Mal in seinem Leben arbeitslos. So naiv wie wir damals waren, dachten wir, dass er schnell einen neuen Job bekommt, da ja akuter Fachkräftemangel in Deutschland herrscht. Doch nach über 100 Bewerbungen und keinem einzigen Vorstellungsgespräch hatten wir schon die Vermutung, dass das alles ein Märchen ist. Jedoch fanden wir niemanden der unsere These unterstützte. Und nun endlich der Bericht in der ARD, der sehr gut gemacht war und uns auch schockiert hat. Das ausgerechnet der VDI der Anstifter ist und die Politik und die Arbeitsagentur mit ins Boot gezogen hat, hat uns sprachlos gemacht. Schade nur, das der Bericht so spät gesendet wurde und wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Nation ihn gesehen hat. Ich wünsche mir noch mehr Menschen wie Sie, die sich stark machen gegen diese Riesenlüge, die immer noch weit in den Medien verbreitet wird. Nach dieser Fernsehsendung sehen wir leider sehr schwarz, was die Jobsuche meines Mannes betrifft. Wenn man sich vorstellt, da hat mein Mann studiert und jahrelang gearbeitet um dann mit 55 Jahren aufs Abstellgleiß gestellt zu werden und wahrscheinlich Harz4 beziehen muss. Die Politik will aber, dass die Menschen bis 67 Jahren arbeiten sollen. Was für ein Hohn!!
    Ich wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute und nochmals vielen Dank für Ihre Worte.

    Mit freundlichen Grüßen

    Regina

  22. Der Link für alle die es verpasst haben

    http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Der-Arbeitsmarktreport-das-Märchen-vom/Das-Erste/Video?documentId=22510396&bcastId=799280

    • Anonymous

      Danke!

      • Harry Peters

        Klasse Reportage. Trifft genau den Kern: Lohn-Gehalts-Dumping zu Lasten der Menschen im In- und Ausland.
        Glanzvoll oder naiv dumm unsere Mutti, unsere Ursula unserer Herr, der Weise.
        Für mich sind die Fakten seit einigen Jahren bereits glasklar, weil selbst erlebt.. Der Beitrag zeigt: Das ist der Weg zur Skaverei, wenn die Lügen nicht entlarvt werden. Bitte die Sendung nochmals Sonntags um 20.15 im Ersten zeigen.

        Dipl. Ing. E.technik
        mfg Harry Peters,
        Reichenwalde, Brandenburg,

        • Anonymous

          Hallo Herr Peters,
          ich fand es auch etwas schade, dass es so spät kam. Vielleicht können Sie wenigstens mehr Leuten von diesem Blóg erzählen, der ja eine Forum zum Austausch bietet.

  23. Was ich wirklich nicht verstehen kann ist, dass Herr Gotzeina in Eisfeld niemand finden kann der eine CNC-Maschine betätigen kann… Vielleicht mal mit einer Stellenausschreibung an einem Freitag Abend an die A4 stellen wenn (Zehn-)Tausende Wochenendpendler aus Bayern und BaWü nach Thüringen und Sachsen nach Hause fahren. Diese kann man mit einem kürzeren Arbeitsweg bestimmt locken (sogar bei Abstrichen im Gehalt)… oder ist das zu naiv?

    • Anonymous

      Hallo Gerhard,
      vielleicht ist der Abstrich beim Gehalt tatsächlich der Knackpunkt?

      • Das Gehalt glaube ich eher nicht.

        Man verdient in Bayern oder BaWü ja nun nicht das doppelte, und wenn man höhere Mieten und die Kosten für das „Wochenendpendeln“ mit einbezieht dürfte es nicht der Grund sein.

        Ich frage mich wo Herr Gotzeina die Stellen ausschreibt? Bei den „Experten“ vom Jobcenter, bei Zeitarbeiterbuden? Vielleicht wäre es eine Möglichkeit einfach mal einem von den „Hilfsarbeitern“ die alle beim Ihm arbeiten wollen eine Chance zugeben. Wen man Leute aus Spanien einarbeiten kann, warum dann nicht auch einen Thüringer? Manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr… Na ja, er will ja jetzt eine Niederlassung in Murcia aufmachen, als ehrenwerter Geschäftsmann wird er schon wissen was er macht und sicher eine Lösung für das Problem finden.

        • Anonymous

          Das ist ja das, was Herr Gaedt in seinem Buch noch deutlich differenzierter beschreibt, als es in einem so kurzen Beitrag herauskam: Das Matching zwischen Unternehmen und Fachkräften stimmt einfach nicht. Und dass manche Unternehmen manchmal einfach selbst schuld sind. Dazu hier der Beitrag von Herrn Ohlmeier

        • Die Fachkräftemangel

          Ja, man verdient in BaWü/Bayern nicht das Doppelte, aber häufig bis zu 75 % mehr, vor allem wenn man seinen effektiven Stundenlohn berechnet. Die meisten Pendler dürften/mussten sich schon vor langer Zeit sich im Süden orientiert haben, da bringts jetzt nix, sich die in seiner Firma erarbeitenden Besitzstände aufzugeben und bei Null nahe der Heimat anzufangen. Viele sind eh schon älter und denken vor allem an die Rente und da zählt jeder Cent extra für einen einigermaßenen Anspruch.
          Der Osten ist selbst schuld am „Fachkräftemangel“. Dort sind eigentlich fast nur noch Unternehmen angesiedelt, die sehr niedrige Löhne zahlen. Bei der Miete kann man dort sparen, bei den restlichen Lebenskosten nein und für die Alterversorgung siehts ganz übel aus. Man muss sich vor Augen halten, dass man für die Rente in 2030 35 Jahre lang ununterbrochen mind. 2500 Euro brutto pro Moant verdient haben muss, damit man knapp über der Grundsicherung von heute 7XY Euro liegt, liebevoll auch Alters-Hartz IV genannt. Da würden im Osten dann fast alle drunter fallen.

  24. ich habe selbst am eigenen Leib erfahren müssen, was es heißt, keinen geeigneten Job zu finden und das trotz gut absolviertem Studium. Bis jetzt habe ich immer gedacht, wo sind denn die Firmen, wenn angeblich der Fachkräftemangel so groß ist. Mein „Problem“ dabei ist, dass ich keine Berufserfahrung habe und die Firmen nur Berufserfahrenen mit Einser-Zeugnis eine Chance geben. Die Politiker tun so, als wenn der Fachkräftemangel wirklich besteht. Bekommen diese eigentlich noch mit was an der Basis passiert. Frau Merkel beispielsweise ist doch nur mit der Außenpolitik beschäftigt, die Innenpolitik findet gar nicht statt.

    • Anonymous

      Hallo Svenja,
      danke für den Erfahrungsbericht. Das ist ja genau das, was im Film angesprochen wird: Dass die Firmen es gewohnt sind, auf einen großen Pool an Bewerbern zurückgreifen zu können – und daher schon nicht absolut passende Bewerbungen als Mangel begreifen.

  25. Holger Kohl

    Es ist sehr viel Richtiges aufgezeigt worden in der Sendung.
    Ich bin selber Ingenieur im Bereich der Medientechnik und habe lange keinen Job gefunden. Trotz sehr guter Ausbildung Studium, Stipendium und qualifizierten Praktikas.
    Zum Zeitpunkt, als für Fachkräfte aus dem Ausland noch ein Jahresgehalt von 66.000 Euro von der Regierung vorgegeben wurde, wurden mir Stellen angeboten für unter 32.000 Euro und das war die Regel.

    Es blieb mir nichts weiter übrig, als mich selbständig zu machen, obwohl das nie mein Plan war.

    Der Staat treibt bewusst die Preise des eigenen Nachwuchses nach unten – ein Missbrauch der Verantwortung.
    Somit verliert der Staat mehr Wissen und Qualifikation ans Ausland als durch Industriespionage.

    • Anonymous

      Danke für Ihre Geschichte. Der Schritt in die Selbständigkeit muss ja nicht das Schlechteste sein. Sehr schön finde ich Ihren Vergleich mit der Industriespionage – im Zeitalter von Snowden…

  26. wolfhardt

    RT @HAMBURGonline: Der Arbeitsmarktreport – Das Märchen vom Fachkräftemangel”.

  27. HAMBURG ONLINE ®

    Der Arbeitsmarktreport – Das Märchen vom Fachkräftemangel”.

  28. Ray [Blu-Ray]

    O-Ton des Buches: #Fachkräftemangel ist oft hausgemacht #DasErste

  29. Antje Rabenalt

    RT @Verena_Breuer: „@DerLarsHahn: Mythos Fachkräftemangel in der ARD heute abend mit @SimoneJanson und @younect „

  30. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @Verena_Breuer: „@DerLarsHahn: Mythos Fachkräftemangel in der ARD heute abend mit @SimoneJanson und @younect „

  31. Verena Breuer

    „@DerLarsHahn: Mythos Fachkräftemangel in der ARD heute abend mit @SimoneJanson und @younect „

  32. Katharina Daniels

    RT @SocialLook100: Heute Abend #ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel – … via @SimoneJanson

  33. Alpina HR Services

    RT @SocialLook100: Heute Abend #ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel – … via @SimoneJanson

  34. Manuela Krach

    RT @SocialLook100: Heute Abend #ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel – … via @SimoneJanson

  35. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @SocialLook100: Heute Abend #ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel – … via @SimoneJanson

  36. Petra-Alexandra Buhl

    RT @younect: Heute ARD + Buch von Martin Gaedt “Mythos Fachkräftemangel”. O-Ton des Buches: Fachkräftemangel ist oft hausgemacht. http://t.…

  37. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @matsblog: Außerdem als Programmtipp: @SimoneJanson heute Abend um 22:45 Uhr in der #ARD: Das Märchen vom #Fachkräftemangel
    (Beitrag via Twitter)

  38. Martin Gaedt YOUNECT

    Heute ARD + Buch von Martin Gaedt “Mythos Fachkräftemangel”. O-Ton des Buches: Fachkräftemangel ist oft hausgemacht.

  39. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @DerLarsHahn: Mythos Fachkräftemangel in der ARD heute abend mit @SimoneJanson und @younect

  40. Lars Hahn

    Mythos Fachkräftemangel in der ARD heute abend mit @SimoneJanson und @younect

  41. Lars Hahn

    Die Reportage zum Fachkräftemangel bringt die ARD bestimmt auch in ihrer Mediathek, oder?!

  42. LVQ.de

    RT @matsblog: Programmtipp: @SimoneJanson heute Abend um 22:45 Uhr in der #ARD: Das Märchen vom #Fachkräftemangel

  43. Außerdem als Programmtipp: @SimoneJanson heute Abend um 22:45 Uhr in der #ARD: Das Märchen vom #Fachkräftemangel

  44. Heute Abend #ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel – … via @SimoneJanson

  45. Heute Abend #ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel – … via @SimoneJanson

  46. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @SimoneJanson: Heute abend Simone Janson in der ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel –

  47. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @SimoneJanson: Heute abend Simone Janson in der ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel –

  48. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @jobcollege: Heute abend Simone Janson in der ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel: Im März wurde ich zur … #B…

  49. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @jobcollege: Heute abend Simone Janson in der ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel: Im März wurde ich zur … #B…

  50. Tilo Matthias
    Tilo Matthias

    RT @SimoneJanson: Heute abend Simone Janson in der ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel –

  51. KompetenzPartner

    Heute abend Simone Janson in der ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel: Im März wurde ich zur … #Beruf #Bildung

  52. Karsten Wenzlaff

    prima – bin gespannt!

  53. RT @SimoneJanson: Heute abend Simone Janson in der ARD: Das Märchen vom Fachkräftemangel –

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