Frauen sabotieren ihre Bewerbungschancen selbst: Gute Fotos, schlechte Fotos

28.04.2014 987 Leser 6 Debatten 578 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 26 Sekunden
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Die Emanzipation hat Fortschritte gemacht – und doch sind Frauen und Mädchen in vielen gesellschaftlichen Bereichen noch unterrepräsentiert. Vor allem in der Arbeitswelt werden Führungspositionen immer noch überwiegend von Männern besetzt. „Schuld“ daran sind aber manchmal auch einfach schlechte Bewerbungsfotos.

Frauen orientieren sich zu sehr an Rollenklischees

Bei gleicher Leistung verdienen Frauen im selben Aufgabenbereich deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Es ist nicht zu leugnen: immer noch haben Frauen bei der Bewerbung um gehobene Positionen schlechtere Karten als Männer.

Woran liegt das? Nicht immer am konservativen Frauenbild der Personaler. Auch ein männliches Komplott gegen die Frauen-Emanzipation steckt nicht immer dahinter. Vielmehr sind es die Frauen selbst, die sich in ihrem Auftreten zu sehr an geschlechtsspezifischen Rollenklischees orientieren.

Emanzipation beginnt im Kopf

Die eigene Ausstrahlung kann man ebenso gezielt beeinflussen wie die Wahnehmung des Gegenübers. Wir tun das alle jeden Tag, aber selten bewusst. Stattdessen bedienen wir uns unbewusster Strategien, um unsere Ziele zu erreichen – und zwar im Beruf genauso wie im Privaten oder im Gesellschaftsleben.

Leider machen vor allem Frauen von diesen Möglichkeiten oft einen falschen Gebrauch, mit dem sie sich selber schaden. Im Klartext: Wenn Frauen sich selbst in Szene setzen sollen, rutschen sie fast automatisch in die altbekannten Verhaltensmuster. In falscher Bescheidenheit und Selbstunterschätzung schlüpfen sie in die Rolle der naiven, inkompetenten Frau und hoffen, damit Sympathie zu wecken.

Bescheidenheit ist fehl am Platz

zoonar_389010Wenn Fotografen von Bewerbungsshootings mit Frauen erzählen, läuft immer derselbe Film ab: Die Kandidatinnen möchten um jeden Preis attraktiv und freundlich erscheinen.

Auch um den Preis ihrer eigenen Selbstachtung. Denn schnell werden die falschen Signale ausgesendet. Mit gesenktem Kopf und einem unterwürfig wirkenden Blick von unten, mit offenen Haaren, große Augen und einem sanften Lächeln hoffen Frauen, die Aufmerksamkeit der Personaler und schließlich den begehrten Job zu erobern.

Auf Kompetenz kommt es an

Dabei geht es bei der Job-Vergabe nach wie vor um Kompetenz. Die aber vermittelt sich durch eine andere Körpersprache. Ein erfolgversprechendes Bewerbungsbild zeigt die Frau selbstbewusst und kompetent – und ganz nebenbei, quasi selbstverständlich, auch sympathisch.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, daß in Berufen, in denen Durchsetzungsvermögen, Ausdauer und logisches Denken gefragt sind, weibliche Attraktivität keineswegs von Vorteil ist, im Gegenteil.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt: Männlichkeit ist Trumpf

Ja sogar von Diskriminierung schöner Frauen bei der Bewerbung in traditionellen Männerberufen ist in einer Studie der Universität von Colorado die Rede.

Diese Studie besagt auch, dass schöne Männer hingegen in allen Berufsfeldern bevorzugt werden. 2003 machte die Diplomsoziologin Anke von Rennenkampff in ihrer Doktorarbeit auf die Bedeutung geschlachtstypischer Attribute bei der Bewerbung aufmerksam.

Unbewusste Orientierung an Geschlechterklischees

Demnach werden zwar nicht in jedem Fall Männer bevorzugt, wohl aber Bewerber mit männlichen Attributen, so dass Frauen mit eher maskulinen Gesichtszügen größere Chancen auf den Job hatten als ihre eher weiblich wirkenden Mitbewerberinnen.

Die meisten Entscheider waren zwar davon überzeugt, in ihrer Entscheidung unabhängig von Geschlechterklischees zu sein – aber unterbewusst orientierten sie sich sehr wohl daran. Anke von Rennenkampff sagt daher: “Männlichkeit ist Trumpf”.

Eine selbstbewusste Ausstrahlung lässt sich herstellen

Natürlich heißt das nicht, dass Frau sich für die Bewerbung um eine Führungsposition oder einen typischen Männerberuf am besten wie ein Mann gebärdet. Ganz im Gegenteil.

Aber mit wenig Make-up, dezentem Lächeln und zurückgenommenen Haaren sowie einem seriös-hochgeschlossenen Outfit lässt sich ein durchaus eindrucksvolles Bild der Frau entwerfen. Und natürlich ist die Pose wichtig: selbstbewusst, aufrecht, mit erhobenem Kopf und direktem Blick in die Kamera – ein Bild auf Augenhöhe.

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