Erfolgskiller Hierachie – 1/4: Gefühlte & institutionalisierte Macht


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06.10.2014 108 Leser 9 Debatten 352 Wörter Lesezeit: 2 Minuten, 23 Sekunden
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Gemeinschaften brauchen Ordnungssysteme und entwickeln auch Hierarchien. Die Klärung der Rangordnung innerhalb einer Gruppe ist notwendig und genießt deshalb eine hohe Priorität. Im unternehmerischen Zusammenspiel wird dies jedoch meist übertrieben. Machtexzesse und ausuferndes Hierarchiegehabe sind in unserer neuen Businesswelt vor allem hinderlich – und manchmal sogar tödlich. Erfolg & Management  Unternehmenskultur Management Führung

Den Status sondieren

Treffen sich zwei Menschen, dann werden sie – und das passiert völlig unbewusst – zunächst ihren Status sondieren. Dabei werden u.a. folgende Fragen abgecheckt:

  • Ist der andere mächtiger, attraktiver, einflussreicher, intelligenter und wohlhabender oder dümmer und ärmer als ich?
  • Ist er in der Lage, mir die Frau/den Mann wegzunehmen?
  • Wie hoch ist sein gesellschaftliches Ansehen?
  • Bedroht er mein Territorium oder meinen Arbeitsplatz?
  • Woran erkenne ich, ob er über oder unter mir steht?

Subtile Gesten

Meist verläuft ein solcher Statusabgleich auf subtile Weise und ist kaum wahrnehmbar: durch die Form des Begrüßungsrituals, die Intensität des Blickkontakts, das Ausladende in der Gestik, den Anteil an Redezeit.

Hohe Stimmlagen bezeugen Ergebenheit, der „Brustton der Überzeugung“ beansprucht Respekt. Bässe verdienen im Job übrigens durchschnittlich mehr als Tenöre. Piepsige Stimmen, sagt sich wohl unser Gehirn, wollen nur spielen, strenge Gesichter und sonore Stimmen meinen es ernst.

Die Folgen von Hochstatus und Niederstatus

Hochstatus weist an, ohne zu fragen. Niederstatus hört zu, ohne etwas zu sagen. Und wenn „Niedere“ reden, sind deren Hinweise irrelevant. Obere benötigen Zeichen der Macht und gleichfalls Zeichen der Ergebenheit, um sich ihrer Statushoheit jederzeit sicher zu sein.

Unterwerfungssignale sind eine leise Stimme, ein ausweichender Blick, ein seitlich geneigter Kopf, das Sich-klein-Machen, ein unterwürfiges Lächeln, eine zaghafte Entschuldigung. Solche Gesten erzeugen Beißhemmung.

Über gefühlte und institutionalisierte Hierarchien

Untersuchungen haben übrigens gezeigt, dass beim Sieger eines Kampfes dessen Testosteronspiegel weiter steigt, während er beim Unterlegenen sofort in den Keller geht.

Damit Gruppen handlungsfähig bleiben, gibt es diesen Unterwürfigkeitsautomatismus – auch heute noch. Und vor allem in männlichen Rudeln gilt dies: Erst wenn die Statusfrage geklärt ist, kehrt Ruhe ein. Und erst dann kann man sich um Sachthemen kümmern.

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    Erfolgskiller Hierachie – 1/4: Gefühlte & institutionalisierte Macht –

  6. Harriet Lemcke

    Frauen sind daher gut beraten, in männlichen Rudeln zunächst einmal abzuwarten, bis die Statusfrage geklärt ist. Meist wollen Frauen jedoch – gerade in Businessmeetings – in der Sache vorankommen und preschen mit ihren zweifellos guten Anregungen vor. Das Ergebnis: sie werden in der Männerrunde gar nicht gehört. Lieber 15 Minuten warten und beobachten – dann haben die Herren die Hierarchie geklärt. Nun ist Raum für Inhalt und „Frau“ kann mit dem entsprechend selbstbewussten Auftreten ihre Kompetenz an den Mann bringen.

    • Danke für den hilfreichen Hinweis, dieses schwierige Thema differenziert zu betrachten. Es heißt ja immer, Frauen sollten sich mehr durchsetzen, aber ich habe ähnliche Erfahrungen wie Sie gemacht.
      Wie wäre es mit einem Gastbeitrag zu dem Thema?

  7. Katharina Daniels
    Katharina Daniels

    ..der alte Affe Mensch im Büro :-))

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