Wie Digitalisierung die Arbeitswelt verändert: Innovation im Handwerk durch 3-Druck

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15.10.2014 852 Leser 3 Debatten 580 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 24 Sekunden
Location: Trinity Technology & Enterprise Campus, Pearse St, Dublin 2, Irland (Karten-Link)
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Der Design-Tower in Dublin vereint wie kein zweites Gebäude historische Traditionen und digitale Moderne – und zeigt nebenbei, wie sich unsere Arbeitswelt entscheidend verändert.

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Austausch zwischen Hochschule & Handwerk

Der Design-Tower liegt auf dem Trinity Technology & Enterprise Campus, gleich neben digitalen Größen wie Google oder Facebook.

Das Gebäude selbst gehört Dublins berühmter Universität, dem Trinity-College, das hier kleinen Handwerksstudios für vergleichsweise moderate Mieten die Möglichkeit einräumt, ihr Business auszuüben. Im Gegenzug geben die Handwerker auch Kurse an den Hochschulen oder tauschen sich anderweitig mit diesen aus.

Vorreiter beim Wandel der Arbeitswelt

Die Kooperation aus Hochschule und Handwerk wäre in Deutschland wohl nahezu undenkbar und auch in Irland ist die Verbindung nahezu einzigartig – die Verbindung mit dem IT-Standort macht das Projekt nahezu zu einem genialen Vorreiter im Wandel von der indistrualisierten zur digitalisierten Arbeistwelt.

Ich treffe die beiden Goldschmiede Lee Harding und Seamus O Donaghue, die im obersten Stockwerk des Design-Towers ein kleines Atelier haben. Angst, dass die Digitalisierung ihnen die Arbeit wegnehmen könnte haben sie nicht. Ehr sehen sie große Chancen in ihr. Die für sie bislang wichtigste Innovation dabei: Der 3-D-Druck.

Wie der 3-Druck das Handwerk verändert

„3-Druck hat unsere Produktionbedingungen erheblich vereinfacht“, erklärt mir O Donaghue. Die beiden entwerfen ihren Schmucke am Computer und können dann direkt Gussformen in Wachs oder Rohlinge aus Metall selbst produzieren.

„Deren Herstellung mussten wir früher aufwändig in Auftrag geben, der 3 D-Druck hat diesen Prozess erheblich einfacher und billiger gemacht“, so der Goldschmied. Auf diese Weise können die beiden schneller und einfacher produzieren und ihren Schmuck billiger anbieten.

Von der industriellen Massenproduktion weit entfernt

Von industrieller Massenproduktion sehen sich die beiden dennoch weit entfernt. „Die Industrialisierung hat dazu geführt, dass Produkte nach einer bestimmten Vorlage in großer Stückzahl hergestellt und verkauft werden mussten. Dabei war kein Platz für individuelle Kundenwünsche“, so O Donaghue.

„Als kleines Unternehmen haben wir nun die Möglichkeit, viel flexibler auf Kundenwünsche zu reagieren. Gleichzeitig hilft uns die Digitalisierung dabei, die individuellen Produkte zu einem vernünftigen Preis anzubieten“, erklärt er den Unterschied.

„Bedürfnis nach Qualität wird weiter wachsen“

Angst davor, dass der 3-Druck im Gegenteil ihre Arbeit überflüssig machen könnte, weil sich potentielle Kunden ihren Schmuck gleich in viel größerer Stückzahl selbst ausdrucken würden, haben die beiden nicht – im Gegenteil:

„Diese Technik wird vermutlich dazu führen, dass die Leute sich allen möglichen Plastikkram selbst herstellen. Durch diesen Überdruss wird das Bedürfnis nach Qualität weiter wachsen“ erklärt D. und fügt hinzu: „Die Qualität liegt vor allem im Design und unserem Fachwissen. Auch das Material macht einen großen Unterschied.“

Kleinunternehmer mit Kunden auf allen Kontinenten

Viel mehr sehen die beiden ihren Vorteil in der individuellen Beratung und Herstellung von Produkten, die genau auf Bedürfnisse und Budget der Kunden abgestimmt sind. „Die Zukunft wird so aussehen, dass z.B. ein Händler in Australien Maß nimmt, uns die diese Maße schickt, wir den Schmuck entwerfen und er vor Ort hergestellt wird – eine Art globale Design-Gruppe“, sagt Lee Harding.

Schon heute haben die beiden Kunden in über 20 Ländern auf allen Kontinenten – eine internationale Verbreitung, die früher nur großen Unternehmen vorbehalten war und dank Internet heute auch Ein-Mann-Firmen möglich ist: „Ein kleiner Shop braucht daher nicht viele Kunden, es reichen gut 150 um zu überleben,“ fasst O D. den wichtige Unterschied im Wandel von der indistrualisierten zur digitalisierten Arbeitswelt zusammen.

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