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Mind Control & Ironische Prozesse – 3/3: Nehmen Sie den Druck raus!



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Wir sollen und wollen an etwas absolut nicht denken – und denken genau deshalb unentwegt die ganze Zeit daran. Das ist nicht nur dann unpraktisch, wenn es darum geht, lästig-liebgewordene Gewohnheiten loszuwerden.

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Schlechte Gewohnheiten

Bei den Gewohnheiten wäre es ja noch harmlos. Zum Beispiel »Heute werde ich den ganzen Tag nicht an Zigaretten denken!« oder »Heute starre ich meinem sexy Kollegen mal nicht dauernd auf den Hintern.« – wenn wir es dann doch tun, sind die Folgen noch relativ überschaubar.

Wer unter Schlafstörungen leidet und sich abends im Bett ständig sagt »Jetzt denke ich nicht an mein Schlafproblem, sondern schlafe einfach« – der wird genau das Gegenteil davon erreichen.

Psychische Krankheiten

Aber auch handfeste psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen versucht man oft zu behandeln, indem man bisherige Denkmuster aufbricht.

Denn je mehr man den Patienten eintrichtert »Denk am besten nicht an XY«, desto mächtiger schwebt genau dieser Gedanke in ihrem Unbewussten – und schlägt sich irgendwann umso stärker seinen Weg ins Bewusstsein frei.

Der ironische Würgegriff

Die ironischen Prozesse haben uns also im Kleinen wie im Großen fest in ihrer ironischen Hand. Seien Sie daher vorsichtig, wenn Sie Probleme damit lösen wollen, einen Gedanken oder eine Handlung »einfach« zu unterdrücken.

Wollen Sie mehr mentale Kontrolle über sich gewinnen, können Sie aber die beiden folgenden Erkenntnisse für sich nutzen: Zum einen hilft die »fokussierte Ablenkung«. Legen Sie von vornherein eine ganz bestimmte Sache fest, an die Sie immer sofort denken, wenn der »schlimme« Gedanke auftaucht.

Rückfälle vermeiden

Der Ablenk-Gedanke sollte natürlich nicht ebenfalls aus der unerwünschten Kategorie kommen: »Statt schwarzer Schokolade denke ich jetzt einfach an weiße Schokolade.« Besser funktioniert es so: Schokolade = Eiffelturm. Damit vermeiden Sie zumindest noch schwerere Rückfälle.

Zum anderen können Sie sich besser mental kontrollieren, je mehr Kapazität in Ihrem Gehirn gerade frei ist. Wollen Sie eine Eigenschaft ändern, versuchen Sie es also nicht unbedingt dann, wenn Ihr Gehirn anderweitig besonders ausgelastet ist.

Nicht das Gegenteil erreichen

Wenn Sie bei der Arbeit gerade besonders gestresst sind, bei einem Marathon mitlaufen, oder Ihre Partnerin oder der Presslufthammer auf der Baustelle nebenan gerade besonders nervt, riskieren Sie sonst nicht nur, dass es nicht klappt – damit hätten Sie ja nichts zu verlieren.

Sie riskieren, dass Sie genau das Gegenteil dessen erreichen, was Sie wollen: dass Sie am Ende noch mehr im Internet surfen, noch mehr Erdnussflips essen, sich noch öfter über Ihre Schwester aufregen.

Nehmen Sie den Druck raus

»Momentan ist keine gute Zeit, um mit der Diät anzufangen «, ist also nicht nur eine Ausrede. Zumindest nicht immer. Stellen Sie allerdings fest, dass nie eine gute Zeit für etwas ist, das Sie gern erreichen wollen, kann es sich lohnen, erst mal woanders anzusetzen:

An den Stressquellen, die auf den ersten Blick eigentlich gar nichts mit der Eigenschaft zu tun haben, die Sie los werden wollen. Also nehmen wir den Druck raus: Denken Sie jetzt wieder ganz genüsslich an eine lila Kuh. Den ganzen Tag lang.

Literaturtipps

  • Wegner, D. M., Schneider, D. J., Carter, S. R., White, T. L. (1987): Paradoxical Effects of Thoughts Suppression. Journal of Personality and Social Psychology, 53, 5–13.
  • Wegner, D. M., Ansfield, M., Pilloff, D. (1998): The Putt and the Pendulum: Ironic Effects of the Mental Control of Action. Psychological Science, 9, 196–199.
  • Erskine, J. A. K., Georgiou, G., Kvavilashvili, L. (2010): I Suppress Therefore I Smoke: The Effects of Thought Suppression on Smoking Behaviour. Psychological Science, 21, 1225–1230.
  • Erskine, J. A. K. (2008): Resistance Can Be Futile: Investigating Behavioural Rebound. Appetite, 50, 415–421.
  • Wenzlaff, R. M., Wegner, D. M., Roper, D. W. (1988): Depression and Mental Control: The Resurgence of Unwanted Negative Thoughts. Journal of Personality and Social Psychology, 55, 882–892.
  • Ansfield, M. E., Wegner, D. M., Bowser, R. (1996): Ironic Effects of Sleep Urgency. Behaviour Research and Therapy, 34, 523–531.
  • Wegner, D. M. (1994): Ironic Processes of Mental Control. Psychological Review, 101, 34–52.
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