Besser verkaufen – Teil 1: Der Thermostat in unseren Köpfen – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Besser verkaufen – Teil 1: Der Thermostat in unseren Köpfen



Nächster Teil



Über Uns: Top500-Blog & Akademie, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen HR-Blogs. Wir begleiten Kunden seit 1,5 Jahrzehnten im Wandel der Arbeitswelt (was unser Name bedeutet).
Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.com.

Sie erreichen immer den Umsatz, den Sie brauchen? Jedes Jahr zuverlässig eine Steigerung von drei oder vier Prozent? Schön für Sie. Das heißt, dass Sie auf sicheren Füßen stehen, solides Mittelfeld. Aber eben auch nicht mehr. Erfolg & Management  Ziele Marketing Verhandlungen Verkaufen


Bildung Karriere Zukunft - Berufebilder.de-Autoren-Profil
Hier schreibt für Sie: Dirk Kreuter ist einer der einflussreichsten Vordenker zu den Themen Vertrieb, Verkauf und Akquise. Profil

Der innere Thermostat regelt den Umsatz

Ich finde es immer wieder verblüffend, wie viele Unternehmen, wie viele Verkäufer es schaffen, genau den Umsatz zu machen, den sie unbedingt zum Überleben brauchen.

Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Sie schaffen es, unter schwierigsten Marktbedingungen – und auch dann, wenn der Markt gerade riesige Chancen bietet. Immer bleibt die Umsatzsteigerung gleich. So gleichmäßig wie die Raumtemperatur.

Was ist der Thermostat-Effekt?

Das nenne ich den Thermostat-Effekt. Wenn Sie im Winter den Thermo- stat auf 21 °C eingestellt haben, dann ist das die Raumtemperatur. Ja, klar: nicht ständig. Sie lüften, und die Temperatur sinkt auf 18 °C.

Dann läuft die Heizung auf Hochtouren, bis wieder 21 °C erreicht sind. Wenn die Sonne aufs Fenster knallt, steigt die Temperatur auch mal auf 24 °C. Dann regelt der Thermostat die Leistung der Heizung herunter, bis sich die Temperatur wieder bei 21 °C einpendelt.

Warum wir immer das gleiche Ergebnis haben

Das Interessante ist: So ein Thermostat steckt auch in unseren Köpfen! Er sorgt dafür, dass unsere Ergebnisse immer auf dem gleichen Level bleiben. Übrigens gilt das nicht nur im Verkauf, sondern in allen Lebensbereichen.

Wenn ein Mann, der jahrelang 30 kg Übergewicht hatte, eine Diät macht und 30 kg abnimmt, dann wiegt er in 99 Prozent der Fälle ein oder zwei Jahre später wieder genauso viel wie am Anfang. Jedenfalls, wenn er seine Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten nicht grundlegend umstellt. Und das tun die wenigsten.

Es ist, als ob ein innerer Thermostat auf „30 kg Übergewicht“ eingestellt wäre. Tausende Diätratgeber und Abnehmmittelchen überleben am Markt, weil ihnen dieser Effekt eine nie versiegende Zielgruppe garantiert.

Warum Lotto-Millionäre wieder pleite werden

Der Thermostat-Effekt ist auch der Grund, warum die meisten Lotto-Millionäre nach zwei Jahren nichts mehr von ihrem Gewinn übrig haben. Oder sogar über den Hals in Schulden stecken. Sie haben zwar einen einma- ligen Coup gelandet, aber sie haben nie gelernt, mit Geld umzugehen.

Ihr innerer Thermostat ist nicht auf „Millionär“ eingestellt, sondern auf „pleite“. Also verschleudern sie den Gewinn. Sie stecken ihn in zweifelhafte Unternehmungen und enden wieder mit einem riesigen Schuldenberg.

Wir können nicht aus unserer Haut

Der Thermostat-Effekt funktioniert übrigens auch umgekehrt. Eine Kollegin hat mir von einem interessanten Vortrag erzählt, bei dem sie neulich war.

Der Vortragende war früher ein erfolgreicher Unternehmer, dann ist er ausgestiegen und Bettelmönch geworden. Inzwischen organisiert er einen Zusammenschluss von Bettelmönchen und hält Vorträge darüber. Soviel zum Thema Betteln. Sein Kopf-Thermostat ist ganz eindeutig immer noch auf „Unternehmer“ eingestellt.

Immer unter dem Limit

Und jetzt übertragen Sie das mal auf sich! Auch als Verkäufer tun Sie unbewusst genau so viel, um das zu erreichen, was Sie immer schon erreicht haben. Sie gehen an Ihr Limit – und bleiben dann dort.

Ich finde das hochinteressant: Wenn die Marktsituation gerade kritisch ist und alle zu kämpfen haben, dann strengen sich die Verkäufer an wie beim Ironman. Wird die Marktsituation wieder günstig, entspannen sie sich. Die Folge: Sie bleiben mit ihren Ergebnissen immer auf demselben Level, egal, was um sie herum passiert. Und sind sich dessen gar nicht bewusst.

Punktlandung & Die Angst vor dem Scheitern

Sie setzen sich Ihre Ziele so, wie Sie es für realistisch halten, vielleicht noch einen Tick höher, denn Sie wollen sich ja weiterentwickeln. Aber auf keinen Fall so hoch, dass Sie ernsthaft befürchten müssen, an dem Ziel zu scheitern.

Und was passiert? Sie erreichen Ihr Ziel. Großartig. Aber Sie erreichen eben auch nicht mehr. Wie denn auch? Sie richten Ihr Tempo so ein, dass Sie am Ende des Jahres eine Punktlandung haben. Und wenn Sie doch etwas früher ans Ziel ankommen? Dann feiern Sie. Gönnen sich eine Pause. Mit anderen Worten: Sie bleiben stehen.

berufebilder

Mehr HR-News & Tipps? Gerne sprechen wir auch persönlich mit Ihnen über Ihr Anliegen!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Pingback: Berufsorientierung: Die Lügen der anderen | B E R U F E B I L D E R

  2. KompetenzPartner

    Besser verkaufen – Teil 1: Der Thermostat in unseren Köpfen: Sie erreichen immer den Umsatz, d… #Beruf #Bildung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.