Zeitungssterben & Zeitungskrise 2/2: Lösungs-Wege aus der Krise – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Zeitungssterben & Zeitungskrise 2/2: Lösungs-Wege aus der Krise



Voriger Teil



Über Uns: Top500-Blog & Akademie, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen HR-Blogs. Wir begleiten Kunden seit 1,5 Jahrzehnten im Wandel der Arbeitswelt (was unser Name bedeutet).
Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.com.

Im Hinblick auf die Schnelligkeit ist das Internet konkurrenzlos. Daher müssen Printmedien neue Wege gehen, um gegen die schnellere Konkurrenz zu bestehen. Bietet die Fokussierung auf Hintergrundinformationen und lokale Inhalte die Lösung?

Digitales & Verantwortung  Zukunft Trends Gesellschaft Berufsbild Medien & Social Media


Bildung Karriere Zukunft - Berufebilder.de-Autoren-Profil
Hier schreibt für Sie: Frank Heinrich, Leiter der Stensington Akademie, war u.a. Direktor der Europäische Medien-Akademie, Unternehmenssprecher für SAT1 & Berater des Premier-Ministers von Luxembourg. Profil

Mit Qualität gegen Zeitungssterben

Nachrichten im Internet können es sich leisten, oberflächlich und beliebig aufbereitet zu sein – Tageszeitungen sollten einen höhere Anspruch verfolgen. Warum sollte der Leser auch Geld für etwas zahlen, das ihm das Internet kostenlos zur Verfügung stellt?

Aber reicht es, wenn sich Print wieder auf seine Stärken besinnt? Der richtige Weg könnte sein, wieder auf Qualität – also die zielgruppengerechte Aufbereitung von Hintergründen – zu setzen.

Qualität hat ihren Preis

Die Zeit hat es, wenn auch als Wochenzeitung, vorgemacht und sich behauptet – und niemand kann sagen, ob dies für Tageszeitungen auch und generell gelten kann.

Im Hinblick auf Mannschaftsgröße und -qualität der Redaktion wären dabei für Tageszeitungen Mindeststandards unumgänglich. Dem mag man allerdings entgegenhalten, dass die Leserschaft möglicherweise gar nicht mehr gewillt ist, Qualität – auch über den Preis – zu würdigen.

Mit Fokus auf lokale Inhalte?

Könnte ein weiterer Lösungsansatz eine noch stärkere Fokussierung auf lokalen Content sein, um die Attraktivität zu steigern und infolge dessen auch die Leserbindung zu erhöhen?

Zwar kaufen laut einer aktuellen Studie 85 Prozent der Leser Tageszeitungen aufgrund von lokalen Berichten aus Ort und Umgebung. Aber wird die lokale Fokussierung ausreichen, um die Tageszeitungen zu retten?

Sparzwang statt Qualität

Versuche von Verlagshäusern scheinen gescheitert zu sein, man legte lieber Redaktionsbereiche zusammen. Das aber ist meiner Meinung nach die Falsche Taktik.

Ich bin der Überzeugung, dass ein Teil der Leserschaft verloren ist – wahrscheinlich für immer. Tageszeitungen werden sich also auch mit einer weitaus kleineren Leserschaft und entsprechenden Neuausrichtung anfreunden müssen.

Konsolidierungsphase notwendig

Den Abstieg vom einstigen Leitmedium zum pars pro toto eines differenzierten Medienangebotes scheinen die Verlage bislang noch nicht verkraftet zu haben; noch suchen sie ihren Platz in der Medienlandschaft.

Es bleibt zu hoffen, dass zumindest eine Reihe von Tageszeitungen die Konsolidierungsphase überleben und es schaffen wird, eine möglichst hohe Qualität zu garantieren.

berufebilder

Mehr HR-News & Tipps? Unsere 30.000+ Community freut sich auf Sie!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Benjamin Wagener

    Also ich hatte die hiesige Tageszeitung allein deswegen abonniert, eben weil ich konzentrierte lokale Informationen haben wollte. Leider aber zeichnet sich der Weser-Kurier immer wieder durch parteiische Berichterstattung und der Verlag als Befürworter des unsäglichen Leistungsschutzrechts aus, sodass ich mich genötigt gefühlt habe das Abonnement wieder zu kündigen. Hinzu kam aber auch, dass man Abonnenten der digitalen Ausgabe unangemessen gegenüber denen der Printausgabe behandelte, indem man immer wieder nur bei diesen die Preise anhob, während dies bei den Printabonnenten nicht bzw. nicht im vergleichbaren Maße der Fall war. Und dann stört mich vor allem auch, dass man immer gleich alles abonnieren muss und sich nicht bestimmte Abschnitte aussuchen kann. Ich bin Mitglied des SV Werder und bekomme daher genügend Informationen über den Verein, da brauche ich die Berichterstattung aus der Tageszeitung nicht auch noch. Und der Boulevard-Teil über Stars und Sternchen oder etwa die Börsenberichte interessieren mich auch nicht. Wenn man sich dann als lokale Zeitung schon reduzieren will oder aus finanziellen Gründen muss, dann sollte man dies eben auch über eine Fokussierung der Inhalte tun und nicht über eine Minderung der Qualität. Wenn ich Sport, Boulevard, Überregionales oder sonst etwas lesen möchte, dann möchte ich eben die Freiheit haben mich diesbezüglich frei zu entscheiden von wem ich da informiert werden möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.