Studie zeigt, dass Resilienz erlernbar ist & erfolgreicher macht: Lässt sich Erfolg trainieren?

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26.08.2013 2606 Leser 3 Debatten 496 Wörter Lesezeit: 3 Minuten, 3 Sekunden
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Unser Autor /experten/dr-denis-mourlane“>Dr. Dennis Mourlane ist einer der führenden Resilienz-Experten in Deutschland und hat auf B E R U F E B I L D E R . D E bereits mehrfach zum Thema Resilienz geschrieben. Nun hat er gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung eine Studie veröffentlicht. Ergebnis: Resilienz ist lernbar. relience

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Zur Studie

Von April bis September 2012 von wurden 564 Personen aus 121 deutschen kleinen und mittleren Unternehmen sowie Konzernen befragt. Den Datensatz finde ic persönlich ein wenig spärlich, aber das Thema ist spannend.

Durchgeführt wurde die Studie von der Bertelsmann-Stiftung und „mourlane management consultants“ unter wissenschaftlicher Begleitung des Fachbereichs Arbeits- und Organisationspsychologie der Johann-Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Lässt sich Erfolg trainieren?

Das Ergebnis hört sich gut an für alle, die gerne resilienter und damit auch erfolgreicher wären: Menschen im Berufsleben können ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber psychischen Belastungen offenbar trainieren.

Das positive Ergebnis: Als Arbeitnehmer kann man auf diese Weise Burn-out-Symptomen und psychosomatischen Beschwerden jeder Art deutlich besser vorbeugen. Und auch Mitarbeiter-Ausfälle und die Risiken chronischer beruflicher Erkrankungen können so erheblich vermindert werden.

Je resilienter, desto erfolgreicher?

Wie psychisch widerstandsfähig ein Mensch ist, kann auch darüber entscheiden, ob und wie viel beruflichen Erfolg er hat. Die Studie will zudem belegen, dass Führungskräfte oft über eine höhere Widerstandsfähigkeit verfügen als Mitarbeiter, wie die Studie zeigt.

Das klingt mir ein wenig zu positivistisch: Ich übe nur lange genug meine Widerstandsfähigkeit, dann werde ich schon Erfolg haben? So einfach ist es m.E. dann doch nicht. Und umgekehrt muss sich ja jeder, der nicht erfolgreich ist, dann vorwerfen, einfach nicht genug geübt zu haben. Vorsicht also mit solchen Aussagen.

Je widerstandfähiger, desto emotional stabiler

Immerhin: Mitarbeiter mit einer hohen psychischen Widerstandsfähigkeit, auch Resilienz genannt, zeichnen sich offenbar durch verschiedene Faktoren aus: U.a. erledigen sie ihre Arbeit gewissenhafter, verstehen sich mit anderen Menschen besser und sind neugieriger.

Vor allem aber werden sie, sagt die Studie, von anderen als emotional stabiler wahrgenommen. Man beachte die Aussage „Wahrgenommen werden“. Über den tatsächlichen Zustand sagt das wenig aus.

Emotionen steuern und widerstandsfähig werden

Resilente Menschen können laut Studie ihre Emotionen besser steuern, sind disziplinierter, empathischer, setzen sich immer wieder aufs Neue herausfordernde Ziele und glauben häufiger an ihre Fähigkeiten.

Am besten können Vorgesetzte die Widerstandsfähigkeit ihrer Mitarbeiter steigern, indem sie diesen einerseits eine gute Orientierung und andererseits Kontrolle über deren jeweiligen Arbeitsbereich geben. Zudem beeinflussen Chefs die Zufriedenheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter positiv, wenn sie sich authentisch, ehrlich, vorbildlich und sinnvermittelnd verhalten.

Resilienz als entscheidende Fähigkeit von Managern

Die psychische Widerstandsfähigkeit scheint ein wichtiger Indikator für die Befähigung als Vorgesetzter zu sein, folgert die Studie. Und spricht dann einen frommen Wunsch aus:

Da die Qualität von Führungskräften Einfluss auch auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens hat, sollte die Resilienz von Mitarbeitern in Zukunft bei der Auswahl und Entwicklung von Führungskräften eine stärkere Rolle spielen. Leider macht man ja im Alltag oft die gegenteilige Erfahrung.

Weitere Informationen unter: http://www.bertelsmann-stiftung.de

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  1. Denis Mourlane

    Hallo Frau Janson,

    ihre Anmerkung zu NLP kann ich gut nachvollziehen. Ich denke zwar auch, dass in uns Menschen sehr viel mehr Potential steckt als wir es eventuell vermittelt bekommen haben aber man muss natürlich differenzieren.

    Zu dem Big 5 Test: wir haben hier ein sehr gut validiertes Instrument verwendet bei dem man kaum „sozial erwünscht“ antworten kann. Von daher handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, um „wahre“ Werte. Diese werden darüber hinaus mit einer Normstichprobe verglichen. Ich vertrete seit langem die Hypithese, dass ein Kernelement von Resilienz die emotionale Stabilität und, damit verbunden, die Emotionssteuerung ist. Ich drücke es in meinem Buch mit dem Satz aus: „Resiliente Menschen haben den unbändigen Willen, dass es Ihnen gut geht“.

  2. Denis Mourlane

    Hallo Frau Janson,

    vielen Dank für Ihren Beitrag zu der Studie. Ich finde eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen sehr gut. So sollte Wissenschaft sein!

    Zu Ihren Kritikpunkten:

    1. Größe der Stichprobe: diese hat eine Größe die durchaus als repräsentativ beurteilt werden kann. Es wäre selbstverständlich schön, die Ergebnisse an einer noch größeren Stichprobe zu replizieren. Ich vermute aber, dass die Ergebnisse dann sehr ähnlich ausfallen würden. Zumal wir fast exakt die gleichen Ergebnissen mit einer noch größeren Stichprobe in den USA erzielt haben und es auch andere Studien gibt, die zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommen.

    2. Erfolg ist trainierbar: wir haben in der Studie lediglich festgestellt, dass Führungskräfte auf vielen Resilienzfaktoren über höhere Werte als Mitarbeiter verfügen. Das ist alles. Wir schließen hier keine Schlüsse darüber, ob Erfolg „trainierbar“ ist. Aber: es ist denke ich augenscheinlich, dass Faktoren wie z.B. ein gesunder Optimismus und eine hohe Selbstwirksamkeit, Erfolg fördern können. Diese Faktoren sind tatsächlich trainierbar. Um es mit dem berühmten Satz von Henry Ford zu halten: „Whether you think, you can or your can’t, you’re usually right“.

    3. Wahrnehmung emotionaler Stabilität: dies ist in der Pressemeldung tatsächlich etwas missverständlich ausgedrückt. Tatsächlich haben wir in der Studie die Big 5-Dimension Neurotizismus (= emotionale Stabilität) gemessen. Es handelt sich somit um eine Selbsteinschätzung, also darum, wie emotional stabil sich der Mensch selbst fühlt. Diese werden dann meistens auch von Außen so wahrgenommen.

    Beste Grüße

    Denis Mourlane

    • Simone Janson

      Hallo Herr Dr. Mourlane,
      danke für Ihre Hinweise und die schnelle Antwort. Meine Überschrift war vielleicht auch ein wenig zu plakativ.
      Meine Kritik richtete sich auch ein wenig gegen die gängige, weit-verbreitete NLP-Haltung nach dem Motto „Du kannst alles erreichen, was du dir vornimmst“ – es gibt Leute, die glauben sowas dann und differenzieren nicht.
      Das mit der Selbsteinschätzung finde ich allerdings spannend: Ist das objektiv oder nicht doch gefärbt vom Wunschdenken?

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