Sprachen lernen & multilinguale Potenziale nutzen: Leben & Arbeiten in 12 Sprachen – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Sprachen lernen & multilinguale Potenziale nutzen: Leben & Arbeiten in 12 Sprachen


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Der gebildete Durchschnitts-Deutsche spricht ein oder zwei, manchmal drei Fremdsprachen – so wie man es eben in Schule oder Studium gelernt hat. In Montreal traf ich Ruby Roy: Die ausgebildete Dolmetscherin spricht 12! Sprachen, 6 davon fließend. Wie lernt man so viele Sprachen und lebt und arbeitet dann damit?

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Multikulturelle Erziehung

Englisch ist ihre Muttersprache, mit der ist sie neben Französisch, das in Quebec Hauptsprache ist, aufgewachsen. Daneben spricht Ruby allerdings noch fließend Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Arabisch. Zusätzlich spricht sie, wenn auch nach eigenen Angaben etwas eingerostet, noch Sprachen wie Chinesisch, Japanisch, Portugiesisch und Hindi.

Ruby ist, in Kanada nichts ungewöhnliches, bereits multikulturell aufgewachsen – in der Nähe des Jean-Talon-Marktes, einem von Kanadas bekanntesten Handelsplätzen, wegen dem der aus Indien stammende Vater extra das Haus kaufte. Ihre Mutter ist eritreisch-italienisch-ägyptischer Abstammung.

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Vorliebe für schwierige Sprachen

Viele Sprachen hat Ruby in der Schule gelernt, wo sie mit Vorliebe immer die exotischeren, schwierigeren Sprachkurse wählte: „Als die anderen Spanisch gewählt haben, habe ich Chinesisch belegt. Als die anderen Deutsch nahmen, wählte ich Russisch“, sagt sie.

Doch nur damit ist ihre Multisprachbegabung nicht zu erklären. „Ich denke, man muss eine Gabe dafür haben“, sagt sie. Und die ist in ihrer Familie gleich mehrfach vorhanden.

Auf den emotionalen Bezug zur Sprache kommt es an

„Ich lerne Sprachen durch das Zuhören. Ich muss aber auch eine emotionale Beziehung zu der Sprache haben und diese dann regelmäßig praktizieren, sonst vergesse ich sie wieder.“

Genau das sei ihr Problem z.B. mit Deutsch oder diversen asiatischen Sprachen: „Ich habe einfach keinen Bezug zur Kultur, daher keine emotionale Bindung und daher vergesse ich das gelernte schnell wieder“, sagt sie. Bildung  Meetings Lernen Lesen Berufsbild Tourismus   Bildung  Meetings Lernen Lesen Berufsbild Tourismus

Ausbildung zur Dolmetscherin

Ruby studierte zunächst fünf Jahre lang Dolmetschen mit Schwerpunkt Russisch, Italienisch und Arabisch. Später hängte sie noch eine Marketing-Ausbildung sowie ein Training zum Tour-Guide an.

Ihre Berufsbiographie ist allerdings so vielfältig wie ihr Sprachvermögen: Ruby hat u.a. bereits als Airport-Assitent, Media-Relations-Manager, Event-Manager, Dolmetscher oder Tourist-Guide gearbeitet. Daneben ist sie u.a. Tanzlehrerin, Trainerin und Fotografin.Bildung  Meetings Lernen Lesen Berufsbild Tourismus   Bildung  Meetings Lernen Lesen Berufsbild Tourismus   Bildung  Meetings Lernen Lesen Berufsbild Tourismus

Leben als multilingualer Multijobber

„Ich bin eine sehr aktive Person und langweile mich schnell, daher habe ich quasi keinen Job länger als 5 Jahre gemacht“, erzählt sie. Ihr Vater war sein ganzes Leben lang Englisch-Lehrer. „Heute ist dieses Modell doch überholt, das können wir uns gar nicht mehr leisten“, findet Ruby.

Vielleicht ist diese Biographie auch ein Hinweis darauf, was für mir eine Persönlichkeit man für eine solches Sprachtalent sein muss. Tatsächlich switcht Ruby manchmal, zumindest gedanklich, von einer Sprache in die andere ohne es zu merken, wie sie mir erzählt: „Es kann passieren, dass sich stundenlang in arabisch oder russisch denke und es nicht merke.“

Keine Berührungsängste mit anderen Kulturen

Mit anderen Kulturen hat Ruby ebenso wenig Berührungsängste wie mit anderen Sprachen: 142 Länder hat sie bereits bereist, da sie verschiedene Jobs weltweit hat, ist sie oft monatelang auf anderen Kontinten unterwegst.

Deswegen und weil sie Tanzkurse gibt sowie Arabisch-Unterricht nimmt, hat sie seit 2003 ein Appartment in Kario, das sie von einer in Ägypten verheirateten Deutschen gemietet hat.

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Ihre Heimat ist Montreal

Und auch einen Tschador hat sie schonmal getragen, weil sie wissen wollte, wie das ist. „Wie unsichtbar“ habe sie sich damit gefühlt und bemerkt, dass das manchmal auch durchaus angenehm sein könne.

Trotzdem ist Montreal ihre Heimat geblieben: „Ich bin jedes mal froh, wenn ich wegfahre, aber noch froher, wenn ich wiederkomme“, sagt sie. „Montreal ist keine Wow-City mit irgendwelchen Superlativen, aber eine menschliche Stadt mit hoher Lebensqualität, in der man gerne lebt und die nicht mehr scheinen will, als sie ist.“

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