Sozialunternehmer in der Bretagne – Teil 1: Mit do-it-yourself-Kursen erfolgreich – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Sozialunternehmer in der Bretagne – Teil 1: Mit do-it-yourself-Kursen erfolgreich



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Dominique Bébin aus dem bretonischen Städtchen Saint-Brieuc sammelt und baut Holzspielzeug. Was klingt wie ein liebenswerter Spleen, ist in Wirklichkeit ein florierendes kleines Unternehmen mit sozialunternehmerischen Ansatz, mit der ganz nebenbei noch ein Stück Kulturgeschichte bewahrt.

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Künstler mit Liebe zum Holz

Ursprünglich war Dominique Künstler, spielte Theater, sang, spielte verschiedene Musikinstrumente oder fertigte Bühnenbilder. „Ich habe allerhand Jobs gemacht“, sagt er lächelnd.

Sein Großvater, der Holzfäller war und ihn oft mit in den Wald genommen hatte, hat ihm die Liebe zum Holz vermittelt. Und so fing Dominique, der selbst vier Kinder hat, vor 18 Jahren an, altes Holzspielzeug zu sammeln.

Echte Kulturschätze

Dabei interessierten ihn nicht Erzeugnisse aus den Spielzeugfabriken sondern gerade auch Familienstücke, die zum Beispiel ein Großvater für seinen Enkel gefertigt hat.

Einige Hundert Jahre alt sind seine Exponate zum Teil. Hinter jedem Spielzeugstück steht eine Geschichte, die Dominique nur allzu gerne erzählt.

Das Tourismus-Büro unterstütz sein Museum

Als er 450 Stücke beisammen hatte, kam er auf die Idee, aus der Sammlung ein Museum zu machen. In der Zeitung entdeckte er ein englisches Schiff aus den 50ern, das in einem desolaten zustand war und auch nicht mehr fährt. Daher konnte Dominique es für 3.000 Euro erwerben.

„Da das Museum auf dem Wasser ist, zahlen wir keine Steuern“, erklärt Dominique. Nur der Liegeplatz im Hafen Le Légué in Saint-Brieuc ist natürlich teuer. „Heute unterstützt uns das Tourismus-Büro von Saint-Brieuc bei der Finanzierung.“

10.000 Arbeitsstunden & 20.000 Euro

Dennoch ist die Instandhaltung des Schiffes kein billiges Vergnügen: Dominique investierte allein nach dem Kauf nochmals über 10.000 Arbeitsstunden und über 20.000 Euro und renovierte das Schiff in sieben Jahren.

Während Renovierung begann er bereits, Kurse in Holzspielzeug-Herstellung zu geben, um die Sache zu finanzieren.

Heute betreibt er drei Werkstätten

Dominique eröffnete auf dem Boot nicht nur ein Spielzeug-Museum, vor 10 Jahren auch eine kleine Werkstatt, das Atelier Régional du Bois Ludik, in der er ab und zu Kurse geben konnte. Doch bald war die Nachfrage so groß, dass er einige Meter weiter noch eine größere Werkstatt eröffnete.

Heute betreibt er insgesamt drei Werkstätten, die es ihm ermöglichen, mehrere Kurse parallel zu betreiben. „Ich hätte gar nicht damit gerechnet, dass die Idee so viel Anklang findet,“ sagt er.

Die Kursteilnehmer lernen auch viel über Holzverarbeitung

Seine Kursteilnehmer lernen aber nicht nur, wie man Spielzeug baut, sondern erfahren auch, wie Holz gefällt oder verarbeitet wird. „In der Werkstatt wird“, so sagt Dominique, „nur Holz aus der Bretagne, wo es 15-20 verschiedene Holzarten gibt“.

Und auch die EU-Ökonormen muss die Werkstatt erfüllen, also zum Beispiel Filtersysteme für Staub verwenden oder wasserlösliche Lacke und Lasuren: „Die meisten Spielzeuge malen wir aber gar nicht an, das ist viel schöner“, erklärt der Werkstattbetreiber.

Seine Mitarbeiterin hat er zufällig gefunden

Längst betreibt er sein Unternehmen nicht mehr allein: Weil seine Idee ein so großer Erfolg war musste er auch bald eine Mitarbeiterin einstellen: Sylvia Guichard, eine ehemalige Kunst- und Geschichtslehrerin, kam vor neun Jahren wie so vieles Dominiques Leben zufällig zu ihm. „Ich habe eigentlich einen Mann gesucht, der mir in der Werkstatt hilft“, erklärt Dominique verschmitzt.

Wider Erwarten ist Sylvia bis heute geblieben. „Ich habe ihr alles beigebracht. Sie leitet heute die meisten Kinder-Kurse und kümmert sich um die Buchhaltung, mit der er nichts am Hut habe“, sagt der Spielzeugbauer.

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