Warum eine Social Media Managerin auf Facebook verzichtet: Ausgenutzt & Genervt

Bildung Karriere Zukunft - Berufebilder.de-Autoren-Profil
19.04.2013 907 Leser 3 Debatten 491 Wörter Lesezeit: 3 Minuten, 4 Sekunden

Wir sind: Eines der 500 wichtigsten deutschen Blogs, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen Jobblogs. Schwerpunkt: Digitaler Wandel in Bildung & Arbeitswelt.

Ich bin Social Media Managerin. Und ich lebe ohne Facebook. Und ja, es geht. In dem folgenden Brief beschreibe ich die Gründe, die zu meinem Ausstieg bei Facebook geführt haben. Vielleicht ist das ja der neue Trend?

Unsere Bücher zum Thema

berufebilder

Buch „Journalismus in der digitalen Moderne“ frisch erschienen: Mein Beitrag über die Innovationskraft freier Journalisten: Gerade frisch erschienen ist das Buch „Journalismus in der digitalen Moderne: Einsichten – Ansichten – Aussichten“, u.a. herausgegeben von Dr. Leif Kramp vom… Mehr Lesen

Unsere Bücher zum Thema

berufebilder

Auch Social Media kann gefährlich werden: Die Guide „Nackt im Netz“: Ab heute ist mein neues Buch „Nackt im Netz. Wenn Social Media gefährlich wird“ im Handel – und hier finden Sie alle Pressestimmen… Mehr Lesen

Unsere Bücher zum Thema

berufebilder

Der Auszug aus „Nackt im Netz“ in einem Lehrwerk für bayrische Fachoberschule: Ständige Erreichbarkeit schon bald out?: Kürzlich wurde ein Auszug aus meinem Buch „Nackt im Netz“ in einem Schulbuch veröffentlicht. Der Beitrag ist auch frei verfügbar hier im Blog.… Mehr Lesen

Unsere Bücher zum Thema

berufebilder

Insider-Wissen – Best Practice zu neuen Führungsmodellen: Führung fit für die Zukunft: Wissen kompakt im schnellen Überblick mit vielen Best Practice Tipps und für nur 2,99 €: Wie sieht erfolgreiche Führung in Zukunft aus? Unsere… Mehr Lesen

Liebes Facebook,

wir sind nun seit einem halben Jahr geschieden und dies ist mein erster Brief an dich. So lange haben wir nichts von einander gehört oder gelesen. Wie ich in der Presse lesen konnte, geht es dir gut. Einige meiner Freunde haben sich zwar auch von Dir getrennt, aber so ist das nun einmal beim Scheitern einer Beziehung.

Unser erstes Date: Kalt & Blau

Kannst du dich noch an unser erstes Date erinnern? Damals sass ich im Auto und rief dich per App auf meinem Blackberry auf. Ich tippte zitternd die Buchstaben ein, weil ich dachte, dass ich dich bräuchte. Es war Winter und wir waren an der Spree, während ich in deine blauen Buchstabenaugen sah.

Am Anfang war unsere Beziehung doch etwas unterkühlt, doch nach einigen Monaten hatte ich verstanden, wie du funktionierst. Privatsphäreeinstellungen waren damals bei dir noch kein Thema und jeder konnte ziemlich öffentlich lesen, was die Anderen schrieben. Das gefiel mir.

Die dunkle Macht im Hintergrund

Je länger und intensiver ich dich nutzte, umso ausgenutzter fühlte ich mich: Du hast meinen Freunden gesagt, was diese lesen dürfen und was nicht. Ständig musste ich nachsehen, ob ich du meine privaten Dinge auch noch privat gelassen hast.

Manchmal hast du klammheimlich meinen Freunden Dinge gezeigt, die sie eigentlich nicht wissen sollten. Je länger wir zusammen waren, umso mehr haben sich auch die Medien eingemischt: Die wichtigsten Tipps, um Privates privat zu halten, war nur eine Sache, die ich mindestens einmal in der Woche googelte, um dich zu kontrollieren.

Gesunde Beziehungen sehen anders aus

Irgendwann hatte der Klick auf deinen gehobenen Daumen so viel Unruhe in mein Leben gebracht, dass ich ging. Du warst nicht länger der römische Kaiser, der über Dinge, die ich wichtig fand, entschied.

Unsere Trennung war schnell und kurz, weil ich schon lange mit dir unzufrieden war. Ich hatte auch gleich einen Ersatz gefunden (weil ich deine blauen Buchstabenaugen so mochte). Der blaue Vogel hat es mir angetan – und damit bin ich dem Trend wohl wieder einen Schritt voraus gewesen.

Deine Freunde mögen dich nicht mehr

Viele deiner Freunde haben sich inzwischen bei mir über dich beschwert. Sie waren alle enttäuscht von dir. So sehr haben wir dich geliebt und so sehr hast du uns hintergangen, indem du dich einfach immer mehr verändert hast.

Dein Mehrwert und Nutzen ist immer geringer geworden und du hast es einfach nicht geschafft, kluge Mechanismen zu entwickeln: Du warst einfach nur käuflich!

Einfach nur käuflich?

Schade liebes Facebook, aber hey: lass uns doch einfach Freunde bleiben – auch ohne meinen Account. Wir müssen uns nicht hassen, nur bitte lass uns einander meiden. Deinen grünen Businessfreund mag ich indes sehr und auch deinen Rivalen mit dem hübschen Pluszeichen finde ich sehr spannend.

Mach‘s gut: Wir sehen uns.

berufebilder

Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. 13322 11: 12 Tipps für erfolgreiche Mitarbeiter-Motivation: Fokussierung von Talenten & Kompetenzen am 15.11.2016
  2. 1387 9: Mitarbeiter-Motivation & Vertrauen erhöhen die Leistung: 2 Mal 8 Tipps für Führungskräfte am 30.11.2016
  3. 780 9: 5 Tipps für Talent-Management im Recruiting: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen am 16.11.2016
  4. 1446 7: Downshifting – nur nicht Chef werden: 10 Tipps zur Karrierevermeidung am 07.11.2016
  5. 1365 7: Emotionales Verkaufen in 3 Mal 3 Schritten: Interesse wecken in 30 Sekunden am 23.11.2016
  1. Ähnliche Diskussionen: Ausbildung zum Mediengestalter: Viele Wege führen zum Traumberuf

  2. Ähnliche Diskussionen: Datensicherheit in Unternehmen: 2 X 4 Tipps gegen Schatten-IT

  3. Ähnliche Diskussionen: Interview mit Heinz Patzelt von sportwettentest.net: Existenzgründung mit Affiliate-Programmen

  4. Ähnliche Diskussionen: Nach der Übernahme von LinkedIn durch Microsoft: Die Social-Recruiting-Revolution

  5. Ähnliche Diskussionen: Social-Media, US-Wahl & Hate-Speech: Studie zum gesellschaftlichen Klima

  1. Pingback: Social Media Manager verzichtet auf Facebook - Berufsziel Social Media

  2. Sehr schöner Brief! Facebook und ich leben nun auch schon eine Weile getrennt und es war die beste Entscheidung überhaupt. Es ist, als würde Ballast von einem abfallen und als hätte man wieder die Lebensqualitäten, die irgendwie durch Apps und Statusmeldungen abhanden gekommen sind. Nun ist nichts mehr davon da, was einem das Leben und die sozialen Kontakte „erleichtern“ soll. Und das macht das Leben letztendlich wieder lebenswert und intensiv, so wie es früher auch funktioniert hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.