Selbstfindung mit Soulfood – Teil 4: Zusammenhalt statt Zickenkrieg – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Selbstfindung mit Soulfood – Teil 4: Zusammenhalt statt Zickenkrieg



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Ich erinnere mich auch daran, dass wir uns als junge Mädchen noch gegenseitig Komplimente über alle möglichen Dinge machen konnten, selbstlos und ohne uns Gedanken zu machen, ob uns diese Komplimente am Ende etwas kosten würden oder wir dabei etwas verlieren mochten. Heute ist das unter Frauen leider oft anders.

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Hier schreibt für Sie: Liz Howard ist Universitätsdozentin, Sängerin & Vocal Coach in der TV-Sendung X Factor. Profil

Früher: Ein Leben ohne Sorgen

Zurückblickend lebten wir damals fast ohne Sorgen. O.k., meine einzig wirklich große Sorge bestand wahrscheinlich in der Bewältigung all meiner täglichen Aufgaben im Haushalt wie Geschirr abwaschen, bügeln, putzen, staubsaugen und so weiter.

Vielleicht auch darin, wie ich meine Finger von McDonald’s überaus leckerem Erdbeer- Milchshake lassen konnte. Oh, wie liebte ich damals Erdbeeren oder ein doppelt in Schokolade getauchtes Softeis von »Dairy Queen« oder – oh Gott, schenke mir Kraft! O.k., bis auf diese wenigen Ausnahmen war ich also relativ unbesorgt.

Was sind Cellulits?

Beispielsweise machte ich mir überhaupt keine Gedanken über die Konsequenzen meiner Schokoladen- und Eisgelage. Ich dachte weder an Kalorien noch an Cellulitis. Zum Teufel, ich wusste ja noch nicht einmal, wie man diese Worte buchstabiert!

Hatte ich auch nur die leiseste Ahnung davon, dass Erdbeeren und Softeis mit Schokoladenmantel meinen Hintern auf die Größe eines doppelstöckigen Reisebusses anwachsen lassen können? Nein, und es machte mir auch überhaupt nichts aus.

Nur ein einziger Gedanke war wichtig

Auf meinem fast fünf Kilometer langen Spaziergang zur nächsten Filiale von »Dairy Queen« trug ich damals meistens mein in allen Farben des Regenbogens geblümtes Sommerkleid und hatte die Haare zu zwei Zöpfen geflochten.

Alle paar Meter überprüfte ich, während mir schon das Wasser im Mund zusammenlief, ob sich meine 25 Cents noch in der kleinen eingenähten Tasche meines Kleides befanden. Ich ließ die Münzen klimpernd durch meine Finger gleiten oder hielt sie einfach nur fest, damit sie nicht durch eventuelle kleine Löcher in den Taschen verschwinden konnten.

Dabei hatte ich nur einen einzigen wichtigen Gedanken im Kopf: Hoffentlich war dort wieder einmal ein ganz neuer Eisverkäufer eingestellt worden, bei dem man ziemlich sicher sein konnte, dass er aufgrund mangelnder Erfahrung die Mengen noch nicht abschätzen konnte und ich deshalb mehr Eiscreme bekommen würde als üblich.

Heute: Was ist passiert?

Entschuldigt bitte, aber immer, wenn ich an Schokolade denke, schweifen meine Gedanken ein wenig ab. Lasst uns zurückkehren zu meiner Bewunderung für die Gemeinschaft der Frauen von damals. Hier ist jetzt meine Frage an euch, die eine Frage, welche ich mir immer wieder stelle, die ich die »berühmte Frauenfrage« nenne:

Ihr Frauen da draußen in der Welt, was ist mit uns geschehen? Wann haben wir diesen Geist in uns verloren, der uns zusammenhalten ließ? Wann haben wir damit angefangen, uns nur noch bezüglich unserer Cellulite zu vergleichen und zu beurteilen?

Wann haben wir damit aufgehört, ein Eis wirklich genießen zu können? Und wann – zum Donnerwetter noch mal – haben wir mit dem Unsinn angefangen, uns beim Schokoladeessen schuldig zu fühlen?

Meine innere Revolution

Mit der Zeit wurde diese Frage zu meinem Mantra, wandelte sich zu einer inneren Revolution, meiner inneren Revolution. Ich arbeite mit Frauen, ich versuche alles, um diese Frauen zu achten, aber natürlich falle ich immer wieder auf die Nase mit diesem ganzen weiblichen Konkurrenzdenken untereinander.

Also beschloss ich, hinauszugehen, zu suchen, zu fragen, zu fühlen und am Ende zu verstehen: Was machen wir heute anders als noch vor dreißig oder vierzig Jahren?

Zickenkrieg oder Zusammenhalt?

O.k., haltet mich für verrückt, aber etwas scheint meinem Unterbewusstsein zuzuflüstern: »Das alles ist nicht richtig, so wie es im Moment läuft!« Deshalb stehe ich jetzt hier und beginne meine Reise, um möglichst viele Frauen danach zu fragen, was wir ändern sollten.

Ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, diesen Prozess zu verändern? Ist es wirklich ein Zickenkrieg, oder ist es nur eine Modeerscheinung, die wir den Medien abkaufen sollen? Müssen wir alle die gleichen Schuhe haben, denselben Lippenstift nehmen und Größe 34 tragen?

Was muss sich ändern?

Oder aber sitzt dieses Verhalten weitaus tiefer in uns Frauen, als wir vermuten, und müssen wir dieses Phänomen aus verschiedenen Blickwinkeln heraus beleuchten? Am liebsten würde ich mich mit jeder Einzelnen von euch hinsetzen und bei einer leckeren Tasse Tee oder Kaffee über Frausein, Zusammenhalt und Konkurrenz sprechen.

Was brauchen wir, um als Frauen aufzuhören, selbst unser größter Feind zu sein? Um wieder wahrhaft zu Schwestern zu werden? Ich hoffe, ihr setzt euch mit Freundinnen, Kolleginnen, Müttern, Töchtern, Großmüttern, Bekannten, Nachbarinnen oder auch ganz unbekannten Frauen zusammen, um über diese The-men zu sprechen. Wenn mein Buch dazu führen könnte, hätte es sein Ziel erreicht.

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