Nach den Wahlen in Deutschland & Österreich – 1/2: Wie resilient ist die FDP?



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Die Bundestagswahlen sind gerade vorbei und viele Parteien, insbesondere die FDP, mussten herbe Rückschläge einstecken.  Da stellt sich natürlich gleich die Frage, wie wohl die FDP mit dieser Niederlage umgehen wird, also wie resilient sie eigentlich ist? Erfolg & Management  Krise Krisenmanagement Erfolg Resilienz Bürgerrechte Verbraucherschutz Bildungssystem


Autor/in: Dr. Denis Mourlane ist Psychotherapeuth & einer der führenden europäischen Experten für Wirtschaftsresilienz. Profil

Wie wird die FDP mit der Niederlage fertig?

Resilienz beschreibt neben der Fähigkeit mit Druck und Ungewissheit umzugehen, vor allem die menschliche Fähigkeit aus Rückschlägen zu lernen, optimistisch zu bleiben und schnell wieder aufzustehen. Ebenso betrifft dies aber auch Gruppen von Personen, wie sie politische Parteien darstellen.

Die FDP hat soeben die größte Niederlage ihrer Geschichte erlebt. Ebenso haben die Grünen und die SPD nicht ihre Ziele bei den Bundestagswahlen erreicht und sind angeschlagen aus dem letzten Wahlkampf hervor gegangen.

Hauptsache Kausalanalyse

Diejenigen, die am Wahl-Sonntagabend aufmerksam die Interviews mit den führenden Personen dieser Parteien verfolgt haben, werden parteiübergreifend vor allem einen Satz immer wieder gehört haben: „Wir werden uns nun in den Gremien zusammen setzen und die Gründe für diese Niederlage schonungslos analysieren“.

Dieser Satz beschreibt in vortrefflicher Weise einen der bedeutendsten der sieben Resilienzfaktoren: die Kausalanalyse. Denn dieser Faktor ermöglicht es Menschen, die Gründe (Kausa) für Rückschläge genau zu analysieren und führt dazu, dass man denselben Fehler nicht immer wieder von vorne macht.

Der „Warum-Stil“ ist erlernt

Jeder Mensch hat einen besonderen Stil eine solche Kausalanalyse zu betreiben. Er wird auch als „Warum-Stil“ bezeichnet und kann auf drei Ebenen beschrieben werden. Ebene 1 beschreibt, ob ich die Gründe bei mir (Ich-Stil) oder bei Anderen (Nicht-Ich-Stil) suche.

Auf Ebene 2 stellt sich der Mensch die Frage, ob die Gründe in Zukunft nicht-änderbar (Immer-Stil) oder änderbar (Nicht-Immer-Stil) sind. Auf Ebene 3 schließlich kann ich die Gründe auf Allgemeingültiges (Alles-Stil) oder auf etwas spezifisches (Nicht-Alles-Stil) beziehen.

Die CDU hat uns nicht ausreichend unterstützt?

Die Mehrzahl der Menschen hat im Laufe ihres Lebens einen spezifischen Stil entwickelt, von anderen Menschen gelernt und dieser wird bei Rückschlägen immer wieder angewendet. So haben Optimisten, also positiv denkende Menschen, beispielsweise die Angewohnheit bei Rückschlägen den Stil „Nicht-Ich“ – „Nicht-Immer“ – „Nicht-Alles“-Stil anzuwenden.

Im Falle der FDP würde dies dann bedeuten, dass sie beispielsweise sagen „Die CDU hat uns bei diesem Wahlkampf nicht ausreichend unterstützt“. Die Gründe liegen außerhalb der FDP, sind in Zukunft änderbar und beziehen sich nur auf diese spezifische Unterstützung.

Wir werden es nie mehr schaffen?

Ein anderer häufig anzutreffender Stil ist der „Ich“-„Immer“-„Alles“-Stil. Dieser wäre dann gegeben, wenn die FDP sagen würde, dass „Wir werden es einfach niemals mehr schaffen werden, die Wähler von unseren Ideen zu überzeugen“.

Dies ist ein Stil, den man insbesondere bei pessimistisch denkenden Menschen antreffen kann: ich bin Schuld und ich werde es auch in Zukunft nicht ändern können.  Beides ist nicht die optimale Lösung. Wie diese hingegen aussieht, erfahren Sie im zweiten Teil meines Beitrag.

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