Die ganze Serie →Perfekt inszenieren lesen!
Ein beliebtes Mittel der Rhetorik ist der Kontrast: schnell – langsam, verschwenderisch – profitabel, kompliziert – einfach etc. Die Wirkungsweise von Antithesen: Der dunkle Antiwert lässt meinen Wert noch heller leuchten. Ähnlich anregend wirken auch gezielt eingesetzte Fragen. Beide Stilmittel bringen Action in Ihre Rede.
Der alte Gegensatz von Gut & Böse!
Eines der beliebtesten Mittel der politischen Rede ist die Antithese, der Kontrast: rechts – links, oben – unten, schwarz – weiß, hell – dunkel. Aber auch im wirtschaftlichen Kontext lässt sich mit der Antithese effektiv formulieren: schnell – langsam, verschwenderisch – profitabel, kompliziert – einfach etc.
Jeder erfolgreiche Film, jeder spannende Roman, aber auch jede mitreißende Rede lebt von dem Gegensatz von Gut und Böse. Ein echtes Highlight also.
Zuspitzen mit Antithesen
Gesteigert werden kann die Antithese noch dadurch, dass der Antiwert in der Argumentation durch meine These widerlegt wird (Concessio, Prolepsis) oder gar der Lächerlichkeit preisgegeben wird wie mit der Ironie.
Dazu einige Stilmittel der Antithese im Überblick:
- Antithese: Parallel im Satzbau/gegensätzlich im Inhalt. Wert und Antiwert in einem Satz Vermeidet Schwammigkeit – spricht Klartext. Polarisiert; zeigt Licht- und Schattenseiten auf und erzeugt eine Spannung. Hilft, Entscheidungen herbeizuführen.
- Limbic Keywords: Limbische Werte und limbische Antiwerte des Gegenübers explizit ansprechen. Die eigene Lösung mit limbischen Werten, den Ist-Zustand oder die Lösung des Wettbewerbers mit Antiwerten verknüpfen.
- Ironie: Die Ironie drückt das Gegenteil von dem aus, was der Redner wirklich sagen will. Verweist humorvoll auf die Schattenseiten (Hölle).
- Concessio: Scheinbewilligung. Scheinbar das gegnerische Argument bewilligen. Nimmt den Meinungsgegnern den Wind aus den Segeln. Wirkt glaubwürdig und erzeugt Vertrauen.
- Prolepsis: Einwandvorwegnahme. Sie benennen und entkräften während der Präsentation mögliche Einwände. Danach folgt eine überraschende Wendung in der Argumentation zu Ihren Gunsten. Dies hat den Vorteil, dass Sie Einwände schon in der Vorbereitung gut und wirkungsvoll entkräften.
Anregen mit Fragen
Aber auch Fragen bringen Action in Ihren Vortrag: Sie regen zum Nachdenken an und leiten gezielt Interaktionen ein. Mit Fragen ziehen Sie im Nu Ihr Publikum aus dessen Welt in Ihre.
Fragen machen aber auch neugierig. Sie können mit Fragen einen Spannungsbogen auf die Antwort/Lösung hin aufbauen, wenn Sie sie nicht sofort beantworten.
Aufmerksamkeit erregen mit Fragen
Fragen haben im Vergleich zu Behauptungen den großen Vorteil, dass sie den Aufmerksamkeits-Schalter im Gehirn des Zuhörers auf »an« stellen. Fragen überzeugen, da sie weniger Druck aufbauen als Behauptungen.
Da Druck Gegendruck erzeugt, sinkt durch Fragen der Widerstand im Publikum gegen Ihre Position. Hier zwei Beispiele:
- Rhetorische Frage: Suggestive Scheinfrage. Sie holen sich ein »Ja« (eine Zustimmung) oder ein »Nein« (Ablehnung der Gegenposition) vom Publikum und sind einen wichtigen Schritt im Überzeugungsprozess weiter.
- Direkte Fragen an das Publikum/an den Gesprächspartner: Austausch und Interaktion mit dem Publikum. Vergewisserung, auf dem richtigen Weg mit seinen Argumenten zu sein.


