Neues Anti-Social-Network oder alte Idee: Einfach miteinander essen gehen? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Neues Anti-Social-Network oder alte Idee: Einfach miteinander essen gehen?


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Über die Isolation und Vereinsamung von sozialen Netzwerken habe ich ja schon öfter geschrieben: Die Soziologin Sherry Turkle hat sie untersucht, in den USA hat man die Facebook-Depression zur Krankheit erklärt. Nun habe ich im kanadischen Vancouver die Gegenbewegung entdeckt. Sie sagt viel über die Lebens- und Arbeitsweise in unserer Gesellschaft aus. Businessideen & Verkauf  SocialMedia Networking Community Building Frauen Gender Emanzipation


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht B E R U F E B I L D E… Profil

Treffen von Angesicht zu Angesicht

Sherry Turkle hat einmal in einem Interview gesagt: „In einer Freundschaft von Angesicht zu Angesicht findet eher ein echter Austausch statt.“ Und genau darum geht es bei „Lunch with the Ladies“: Treffen von Angesicht zu Angesicht.

Die Idee von Lunch with the Ladies ist zugegeben nicht so ganz neu: Man versucht, Leute mit ähnlichen Interessen, Berufen usw. aus der gleichen Gegend zusammenzubringen. Sich treffen und in Natura unterhalten lautet die Devise.

So wenig Zeit wie möglich online

Das gibt es so in der Form ja schon bei den Stammtischen, die diverse soziale Netzwerke bieten, etwa Xing, der Twittwoch oder auch bei Meine-Stadt.de

Neu ist allerdings, dass „Lunch with the Ladies“ eine Art Anti-Social-Network sein will: Die Mitglieder sollen so wenig Zeit wie möglich Online verbringen und sich lieber persönlich treffen. Das Netzwerk macht dazu die passenden Vorschläge. Und regelmäßig gibt Events, eben einen „Lunch with the Ladies“.

Eine soziale Einrichtung?

Anders ist auch das Geschäftsmodell: Gründer Sam Chung ist eigentlich Opernsänger. Und er kannte eine Menge Frauen mit dem selben Problem: Sie waren einsam. Genau dagegen wollte er etwas tun.

Dementsprechend sieht sich Chung „Lunch with the Ladies“ auch eher als soziale Einrichtung – und bekommt für seine Idee daher sogar staatliche Unterstützung. Die Mitgliedschaft hingegen ist kostenlos.

Kleiderbörse & Restaurantbesuche

Ein weiteres Feature ist, dass die Ladies ihre gebrauchten Kleider austauschen können. Zu den Treffen werden jeweils auch spannende Redner eingeladen.

Doch nicht nur das: Die Treffen werden auch von örtlichen Restaurants unterstützt und gesponsert – in diesem Fall etwa vom Dirty Aprons einem Bistro mit integrierter Kochschule in Vancouver Downtown.

Das Leben der anderen ist toller?

„Wenn man bei Facebook unterwegs ist, hat man immer das Gefühl, dass da jemand ist, dessen Leben besser und toller ist, als das eigene. Und dann fühlt man sich einsam“, fasst Chung die Problematik sozialer Online-Netzwerke zusammen.

Auch Pläne für die Zukunft hat er schon: Er will das Projekt auch auf Männer ausdehnen. Und tatsächlich sind auch ein paar zum Treffen gekommen: „Ich dachte nicht, dass es so eine große Sache ist, dass ein Mann ein Netzwerk für Frauen gründet“, witzelt Chung.

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