Die Mär vom Multitasking – Teil1: Bin ich hier der Depp?


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22.10.2013 1043 Leser 10 Debatten 487 Wörter Lesezeit: 3 Minuten, 48 Sekunden
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Multitasking ist gefragt wie nie zuvor. Aber was bringt es tatsächlich? Nichts weiter als Erschöpfung und Ineffektivität. Wer mutlitaskt, macht sich zum Deppen. In dieser kleinen Serie will ich erläutern, warum. Erfolg & Management  Zeitmanagement Arbeitsorganisation Gehirn Intelligenz

eMails machen dümmer als Kiffen

Als der Chef seinen Mitarbeiter völlig bekifft am Schreibtisch vorfand, lobte er ihn für seinen Arbeitseifer und drückte ihm einen weiteren Joint in die Hand. Unglaubwürdig? Nicht ganz! Eine Studie am Londoner King’s College wollte herausfinden, wie sich das ständige Abrufen von Mails auf den Intelligenzquotienten auswirkt.

Eine Gruppe wurde mit Marihuana berauscht, die andere mit Mails. Heraus kam: Die Kiffer behielten den klareren Kopf und den höheren IQ.i Wenn der Chef seinen Mitarbeiter für schnelle Mails lobt, womöglich per Mail, hält er ihn auf digitaler Droge.

Warum multitasking unmenschlich ist

Der Begriff Multitasking ist unmenschlich: Er stammt aus der Computersprache und bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems, zur selben Zeit mehrere Aufgaben zu bewältigen. Jeder dieser Prozesse greift zu auf das Zentralhirn des Computers, den Hauptprozessor. Dieser verteilt die Kapazitäten. Doch die Vorgänge laufen nur scheinbar gleichzeitig ab: Sie geschehen blitzschnell nacheinander.

Und wer am Computer zu viele Prozesse aktiviert, bekommt das zu spüren: Dann steckt der Computer fest. Und wir sagen, nun wieder vermenschlichend: „Der Computer hat sich aufgehängt!“ Erste Hilfe leistet dann zum Beispiel der Task-Manager von Windows, der einzelne Prozess abbricht, um Kapazität für andere zu schaffen.

Das menschliche Gehirn kann immer nur einen Prozess bearbeiten

Das menschliche Gehirn kann zur selben Zeit ebenfalls nur einen Prozess bearbeiten, nur einen Gedanken fassen. Seine Kapazität bleibt immer dieselbe, auch wenn jemand viele Vorgänge anfängt.

Mit der menschlichen Konzentration verhält es sich wie mit einem Schlauch, aus dem eine bestimmte Menge an Wasser fließt: Kein Tropfen geht verloren, solange der Schlauch auf nur einen Eimer gerichtet ist. Der Eimer füllt sich schnell.

Vorsicht Streuverlust!

Was aber geschieht, wenn man das Wasser zur gleichen Zeit auf mehrere Eimer verteilen will? Jedes Mal, wenn der Schlauch den Eimer wechselt, geht Wasser daneben – ein Streuverlust. Und es dauert viel länger, bis die einzelnen Eimer voll werden; schließlich bekommt jeder nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Menge ab.

Wenn wir von einer Aufgabe zur nächsten wechseln, vom Mailen zum Telefonieren, vom Simsen zum Konferieren, geht die Konzentration dabei verloren wie das Wasser zwischen den Eimern. Je öfter der Konzentrations-Schlauch das Arbeitsgefäß wechselt, desto weniger bleibt übrig für den einzelnen Vorgang. (Anmerkung: Der Beitrag entstammt zum Großteil Martin Wehrles Buch „Bin ich hier der Depp? Wie Sie dem Arbeitswahn nicht länger zur Verfügung stehen“)

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    RT @dgfp: „Wer mutlitaskt ,macht sich zum Deppen.“ (Martin Wehrle). Die Mär vom Multitasking Teil1: via @SimoneJans…

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