Wie man Generalmanagerin eines 4-Sterne-Hotels wird – 2/2: Leading by Exampel – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Wie man Generalmanagerin eines 4-Sterne-Hotels wird – 2/2: Leading by Exampel



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Offenlegung/Anzeige & Bildrechte: Adina Apartment Hotels hat zwei unserer Beiträge im Rahmen eines Sponsorings unterstützt.  Bildmaterial von Claudia Anderle. Bild-Location: Krausenstraße 35-36, 10117 Berlin, Deutschland.

Claudia Anderle wurde mit 31 Jahren General-Managerin eines 4-Stern-Hotels. Den Grundstein zur Ihrer rasanten Karriere legte sie während eines Australien-Aufenthaltes. Ihre Rezepte für eine erfolgeiche Karriere in Deutschland: „Learning by Doing“ und „Leading by Example“. Berufsbilder & Karrieren  Management Führung Leadership Interkulturelles Berufsbild Tourismus


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„Vor fünf Jahren hätte ich das nicht geglaubt“

Als Claudia Anderle 2009 Australien verließ, beschloss sie zunächst noch einmal sechs Monate lang durch Südostasien zu reisen. „Dazu hatte ich vielleicht das letzte Mal in meinem Leben Gelegenheit“, sagte sie. Dass ich heute General-Managerin bin, habe ich das allerdings nicht geplant, im Gegenteil: „Wenn man mir das vor fünf Jahren gesagt hätte, hätte ich das nicht geglaubt.“

Noch unterwegs kontaktierte sie die Adina-Kette in Deutschland: „Ich hatte bei dem Unternehmen in Australien ein halbes Jahr lang erfolgreich gearbeitet – vielleicht hatte man auch in Deutschland dort einen Job für mich?“

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Und Anderle hatte wie so oft das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein: „Das Adina Hotel in Frankurt war gerade drei Monate neu auf dem Markt. Und ich wurde als Duty-Managerin eingestellt. Erstmal nur für drei Monate – länger wollte ich mich nicht verpflichten.“

Dann kam die Chance, beim neu eröffneten Adina-Hotel in Hamburg als Assistant Manager anzufangen. „Das Opening Team zu leiten, war eine neue, großartige Herausforderung. Aber wieder wollte ich mich nur für drei Monate verpflichten.“

„In Vieles kann man sich reinfuchsen“

Als daraufhin das Adina-Hotel in Frankfurt eine zeitlang keinen General-Manager hatte, wurde Anderle gefragt, ob diese Vakanz als Relief-Managerin überbrücken wollte. Für Anderle bot das die Chance, in die ungewohnte Verantwortung auf temporärer Basis hinein zu schnuppern:

„Es war nicht immer alles rosig, aber in viele Aufgaben kann man sich reinfuchsen. Und ich hatte viel Unterstützung von der Unternehmenszentrale“, berichtet Anderle. Als ihr schließlich die Stelle als General-Managerin im Adina-Hotel am Checkpoint-Charlie in Berlin angeboten wurde, hatte Anderle keine Angst vor der Verantwortung mehr – und sagt ohne zu zögern „Ja“:

„Ich wusste, was auf mich zukommt!“

„Durch die Zeit als Relief-Managerin konnte ich gut abschätzen, was auf mich zukommt.“ Als große Freude empfindet sie es heute, Dinge wachsen zu sehen: „Es ist schön, wenn man Veränderungen einleitet und sieht, was dabei herauskommt. In meinen bisherigen Positionen hatte ich ja keine langfristige Erfolgskontrolle“, berichtet sie.

Sie arbeitet in der Regel von Montags bis Freitags, im Schnitt 10 Stunden am Tag, abhängig von der Saison. Am Wochenende erledigt sie öfter administrative Aufgaben: „Da komme ich auch mal in Jeans“, meint sie. Außerdem sei sie für ihre Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar: „Es kommt aber höchstens einmal im Monat vor, dass ich rausgeklingelt werde,“ meint Anderle.

Kein 9to5-Job

Ihr Job sei eben kein geregelter 9to5-Job. „Allerdings kann ich von meinen Mitarbeitern auch keine Überstunden verlangen, wenn ich nicht selbst bereit bin, welche zu leisten,“ meint die Perfektionistin, die selbst immer 150 Prozent gibt.

Leading by Exampel nennt sie diese Management-Methode – vorleben, was sie von sich selbst erwartet: „Mir ist es wichtig, dass es ein positives Team-Gefühl gibt und alle Spaß daran haben, gemeinsam Anforderungen zu meistern.“

Leading by Example

Zum Leading by Exampel gehört für Anderle aber auch, ich und anderen die eigenen Schwächen einzugestehen: „Es ist fatal, wenn man so tut, als wüsste man alles schon. Wenn nötig, kann ich auch nach Hilfe fragen.“ Anderle will durch ihre Arbeit überzeugen:

„Neid – da muss man drüber stehen, nach bestem Wissen und Gewissen handeln und keine Angriffsfläche bieten“, meint sie. Und selbstredend sollte man auch seine Mitarbeiter bis zum kleinsten Azubi gut behandeln. „Auf diese Weise verschaffe ich mir trotz informelleren Umgang auch als junge Managerin Respekt“, ist Anderle überzeugt.

Lieber Australien oder Deutschland?

Apropos Umgangsformen – wäre sie da lieber in Australien geblieben? „Damals ja. Aber ich sage mir auch immer, wenn irgendwo eine Tür zugeht, öffnet sich eine neue. Und ich hätte wahrscheinlich auch in Australien Karriere gemacht.“  Wäre das nicht ein wenig anders gewesen? „Klar, Australien sind die Management-Beziehungen lockerer, allein schon wegen dem ‚You‘. In Deutschland musste ich mich erst wieder an Strukturen und Etikette gewöhnen.“

Was sie nicht missen möchte, ist ihr Job bei Adina, das ja auch ein australisches Unternehmen ist: „Ich hatte immer das Glück, gute Arbeitgeber zu haben, aber mein Herz hängt an diesem Haus. In Australien habe ich es geliebt wen 10 Nationen an einem Tisch saßen, das öffnet einen für kulturelle Unterschiede. So ein Hotel ist kulturelle Vielfalt auf Mikroebene.“

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