Ein Kommentar zur Facebook-Fanpage-Studie von Atenta: Unternehmen verschenken Potential – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Ein Kommentar zur Facebook-Fanpage-Studie von Atenta: Unternehmen verschenken Potential



Welche Möglichkeiten ergreifen eigentlich Unternehmen zur Mitarbeitergewinnung und wie können sich Mitarbeiter großer Unternehmen effektiv über vakante Stellen auch über den eigenen Tätigkeitsbereich hinaus informieren? Dieser Artikel nimmt dazu eine sehr kritische Perspektive ein und beleuchtet die Umsetzung dieser Angebote. Jobsuche & Recruiting  SocialMedia Networking Community Building Marketing Verhandlungen Verkaufen Image Branding


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Hier schreibt für Sie: Katharina Heder ist Digital Media Manager & Consultant. Profil

Karriere-Fanpage als Unwort des Jahres

Karriere-Fanpage sollte als Begriff zum Unwort des Jahres gewählt werden. Die Suggestion, dass es sich hierbei

  • a) um eine auf Facebook gestützte Maßnahme (Fanpage) handele und
  • b) den Einstieg in eine Karriere eröffne ist irreführend.

Letztlich verbirgt sich hinter diesem Wort jedoch mehr – und das ist wieder ein spannendes Thema über das man bei Gelegenheit nachdenken sollte.

Facebook ist immer noch Medium Nummer 1

In diesem Fall sei zunächst einmal auf die gut gepflegten Twitterkanäle von Otto und Techniker Krankenkasse verwiesen, die auch bei Facebook eine gute Präsenz pflegen.

Neben Querverweisen zu anderen Aktivitäten wie zB dem Azubiblog findet sich auch dort eine bunte Mischung informativer Inhalte und unterschiedlicher Eindrücke aus dem Unternehmen.

Fehlende Strukturen als Problem

Die Frage des mangelhaften Handlings ist nicht nur für die Personalabteilung ein Problem, sondern hierbei handelt es sich um ein grundsätzliches Problem von Zuständigkeiten und Kompetenzen:

Zu viele Unternehmen sind im Social Web aktiv und haben keine entsprechende Strunkturen und Prozesse intern hinterlegt. Besonders im Servicebereich zu dem eben auch die Aktivitäten losgelöst von jeder Plattform gehören wird dies immer wieder deutlich.

Fehlende Facebookpräsenz als Nachteil?

Allerdings muss man einschränken: Fehlende Facebookpräsenzen müsen gar kein Nachteil sein, da die Unternehmen ggf. dort gar nicht ihren Schwerpunkt haben.

Natürlich müssen auch diese Kanäle gepflegt werden, wenn gleich sich zeigt, dass eine starke Verlagerung der Aktivitäten auf andere Plattformen zu beobachten ist. So steht Twitter auch hier stark im Kurs und zunehmend rückt auch Google + als Interaktionsplattform immer stärker in den Fokus von Unternehmen.

280 Karriere-Fanpages im Vergleich

Doch woran liegt nun dieses mangelhafte Handling der Social-Media-Aktivitäten? In der Stuttgarter Zeitung bin ich dazu auf einen interessanten Artikel gestoßen. In ihm wird u.a. Jan Kirchner, Geschäftsführer der Hamburger Digitalagentur Atenta, zitiert, der sich in seinen Ausführungen auf eine von ihm durchgeführte Studie von über 280 Fanpages stützt.

Dazu muss ich sagen: Studien sind leider immer nur so gut wie die dahinter stehende Methodik es zulässt.

In der Realität undenkbar, im Netz normal

Demnach führt laut Kirchner die Angst davor, etwas falsch zu machen, dass die Unternehmen sich selbst beschränken. In der Realität – so erklärt Kirchner anhand unterschiedlicher Beispiele weiter – wäre ein solches Verhalten undenkbar.

Tatsächlich ist es aber so, dass die Frage, wie man im Social Web anspricht oder auch angesprochen werden möchte, ein leidiges Streitthema darstellt.

Wie oder Warum kommunizieren

Wo der Eine auf das Du besteht, verlangt der Andere das Sie: Manchmal kann also auch die Entscheidung für die Unpersönlichkeit von Vorteil sein, um mögliche Ziele nicht von vorn herein zu beschneiden.

Gleichzeitig schränkt jedoch Kirchner ein, dass es weniger um die Frage des Wie gehe als viel mehr um die Kommunikation des Warums nach außen gehe.

Lesen Besucher die Nettiquette?

Damit hat er natürlich Recht, aber letztlich muss auch gefragt werden, ob der Besucher einer Fanpage sich wirklich durch eine Nettiquette klickt – und was bei Kanälen ohne Möglichkeit der Hinterlegung von Apps wie z.B: Twitter ist: Die Geschlossenheit des Auftretens führt Kirchner nämlich als weiteren Kritikpunkt an.

Das Fazit der Studie ist niederschmetternd, rückt jedoch viele positive Entwicklungen in ein falsches Licht: Jobsuche war vom 23.12.2012 bis zum 07.01.2013 das Topthema auf Twitter und führte tagelang die Trendstatistik an.

Die Präsenz eines Unternehmen im sozialen Netz hängt stark vom Kopf dahinter ab

Dies spricht dafür, dass Bewerber zunhemend weniger auf klassische Portale denn auf die sozialen Netzwerke zur Stellensuche setzen. So gab es auch einige geniale Ideen zur Initiativbewerbung zu Beginn des Jahres: Als Beispiel sei hier die Kampagne von Christine Heller alias Punktefrau genannt.

Schließlich hängt die Präsenz, der Nutzen für das Unternehmen stets von dem Kopf dahinter ab. Insofern resümiert Kirchner richtig, wenn er ausführt, dass beim Wechsel des Mitarbeiters stets auch der Auftritt darunter leidet – zumindest vorübergehend.

Richtet Euer Unternehmen auf diesen Markt aus!

Letztlich schmälert dies aber weder das Potential für Unternehmen noch ist dies Grund zur Kritik, da auch bei anderen Auftritten eine Schmälerung nach dem Mitarbeiterwechsel einsetzt.

Künftig heisst es wie in allen Bereichen: Richtet euer Unternehmen auf diesen Markt aus! Schafft Strukturen und Prozesse, die funktionieren! Verteilt Kompetenzen neu!

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