Interview mit dem Severin Schulte zum deutschen Mittelstand Out of Africa I/II: „Man darf nicht aufgeben!“ – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Interview mit dem Severin Schulte zum deutschen Mittelstand Out of Africa I/II: „Man darf nicht aufgeben!“



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Über Uns: Top500-Blog & Akademie, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen HR-Blogs. Wir begleiten Kunden seit 1,5 Jahrzehnten im Wandel der Arbeitswelt (was unser Name bedeutet).
Offenlegung & Bildrechte: Die Fluglinie Condor ist unser regemäßiger Kooperationspartner für diverse Recherche-Reisen. Das Kenian Tourist Board hat die Kosten für Unterkunft und Verpflegung bei einer Recherchereise nach Kenia übernommen.  Bildmaterial von unserem Interviewpartner, außerdem von Birger Meierjohann sowie Simone Janson mit einer Systemkamera unseres Sponsors Olympus.. Bild-Location: Tsavo-West-Nationalpark, Mangani, Kenia.

Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Der mittelständische Unternehmer Severin Schulte berichtet im Interview über den Sinn von nachhaltigem Tourismus und die Schwierigkeiten ein Unternehmen in Afrika zu führen.

Angespornt von den abenteuerlichen Erzählungen belgischer Jagdfreunde unternahm der Unternehmer Rudolf Schulte sen., Chef der SEVERIN Elektrogeräte GmbH mit seiner Familie 1968 die erste Großwild-Safari nach Kenia. 1972 eröffnete er die Severin Sea Lodge bei Mombasa. Doch schon nach ein paar Jahren droht das Investment zum Abschreibungsobjekt zu werden. Ein Hotelprofi riet entweder zum Verkauf oder zum Ausbau. Gemeinsam mit seinen Partnern kauft Rudolf Schulte sen. das Nachbargrundstück und baut die Lodge zu einer wirtschaftlich sinnvollen Hotelgröße mit 200 Zimmern aus. 1979 wurde die SeRudo Reise GmbH gegründet, die später in Severin Touristik GmbH umbenannt wurde. Severin und sein Bruder Rudolf Schulte jun. sind zudem zwei von sechs Gründungsgesellschaftern der deutschen Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG. 2001 eröffnete Severin Schulte im Tsavo West Nationalpark das Severin Safari Camp – unweit des Hauses Denys Finch Hatton, dem Geliebten von Karen Blixen, den sie in Out of Africa verewigte.

Herr Schulte, was hat ein deutscher Küchengeräte-Hersteller mit einem Safari-Camp in Afrika zu tun?

So gut wie nichts. Die Ur-Firma Severin wurde 1892 von dem Schmied Anton Severin gegründet. 1972 kam dann der Tourismus-Zweig hinzu, ursprünglich noch als Tochter-Unternehmen, bald jedoch als eigenständige Firma.

Als mein Vater 1980 starb, habe ich den Tourismus-Zweig übernommen und mein Bruder Rudolf die Elektro-Geräte-Firma. Die beiden haben nur noch den Namen gemeinsam und sind zwei völlig unabhängige Unternehmen.

Warum Kenia?

Schuld ist der Bazillus Africanus: Entweder man hat ihn – oder nicht. Als mein Vater die Severin Sea Lodge eröffnete, war ich 18 und fand die Unberührtheit des Landes sehr spannend. Nach dem Abitur bin ich sogar vier Monate mit dem Auto durch Kenia gefahren. Mich hat der Bazillus erwischt.

Ein traditionsreicher deutscher Mittelständler, der ein Unternehmen in Afrika gründet – ist das nicht etwas kurios?

Natürlich haben uns in Deutschland einige Leute für verrückt erklärt. Aber mein Vater war ein Mann der Tat, er konnte noch nichtmal englisch, sondern hat einfach gemacht.

Und natürlich gibt es einige große kulturelle Unterschiede, die muss man mögen: Ich pendle ja 4-5 mal im Jahr zwischen den Kulturen hin und her und finde das Improvisieren hier immer sehr erfrischend.

Wie kann man sich die Situation damals vorstellen?

Wir waren einer der ersten deutschen Investoren. Da, wo heute die Sea-Lodge umringt von anderen Hotels steht, gab es damals kaum andere Hotels.

Dann hat der Tourismus in Kenia Fuß gefasst: Condor flog nach Kenia, immer mehr Investoren bauten Hotels. Das hat natürlich vieles vereinfacht, aber die Entwicklung war aber nicht nur positiv…

Warum nicht?

Weil das Low-Cost-Veranstalter anzog. Die wollten nur schnellen Profit machen: Niedrige Qualität, billige Arbeitskräfte – und Investitionen, die sich aufgrund der instabilen politischen Lage immer bis zur nächsten Wahl auszahlen sollten.

Wie wichtig ist die politische Lage in so einem Land für den Erfolg eines Unternehmens?

Kenia ist nun gut 50 Jahre unabhängig und sein Weg in die Demokratie war steinig. Da blieb das eine oder andere Investment auf der Strecke. Wir allerdings sind hier geblieben. Ich bin grundsätzlich Optimist: Es geht weiter trotz Unsicherheiten.

Wie sieht Ihr Erfolgsrezept aus?

Hartnäckig dranbleiben. Manchmal war es schon hart: Mühselige Behördegänge, Lizenzen für alles mögliche vom Likör bis zur Eiscreme. Wir haben uns allerdings von Anfang an gegen Korruption ausgesprochen. Wenn man ein paar mal Nein sagt, merken die Leute sich das auch. Man darf nicht aufgeben!

Und wie gewinnen Sie Kunden?

Wir setzen auf langfristige Entwicklungen und Qualität. Unsere Amaturen beispielsweise sind deutsche Wertarbeit. Außerdem haben wir Nachhaltigkeit schon sehr früh als wichtiges Thema erkannt und durch entsprechende Maßnahmen umgesetzt, denn wir wollen die Zerstörungen durch Tourismus so gering wie möglich halten.

Wie sieht das genau aus?

Wir verwenden z.B. nur Baumaterialien, die in die Natur hineinpassen. Außerdem haben wir Kläranlagen und Photovoltaikanlagen gebaut sowie Mülltrennung eingeführt. Dafür gab es noch nicht einmal Gesetze.

Heute wird kein Hotel mehr ohne Klärananlage gebaut. Auf diese Pionierleistungen sind wir stolz. Kenia ist quasi dabei, das Atomzeitalter zu überspringen und direkt zu den regenerativen Energien überzugehen. Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus   Businessideen & Verkauf Meinung  Unternehmenskultur Interkulturelles Handwerk Mittelstand GeschäftsIdeen Gründerreports Berufsbild Tourismus

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