Interview mit Stefan Lake von Universum Communications zu Ergebnissen & Trends der jährlichen Young Professional Studie – Teil 2/2: „Unternehmen müssen Ihre Employer-Branding-Strategie anpassen“


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06.12.2013 153 Leser 0 Debatten 794 Wörter Lesezeit: 5 Minuten, 9 Sekunden
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Arbeitsmarkt Analysen Meinung  HighPotentials Fachkräfte Employer Branding Recruiting   B E R U F E B I L D E R gibt von nun an regelmäßig die Studienergebnisse von Universum Communications, einem weltweit tätigen Beratungsunternehmen für Employer Branding heraus. Im zweiten Teil des Interviews berichtet Stefan Lake, Country Manager Deutschland von aktuellen Trends auf dem Arbeitsmarkt & Strategien für das Employer Branding.

Stefan Lake ist seit Februar 2011 Country Manager Deutschland von Universum Communications, der weltweit tätigen Employer Branding Beratungsgesellschaft. Seine Schwerpunkte sind die Entwicklung authentischer und nachhaltiger Arbeitgeberpositionierungen sowie in der quantitativen und qualitativen Marktforschung, der Markenberatung, Markenentwicklung und Kommunikationsberatung.

Sie geben die Young Professional Studie seit 2008 jährlich heraus: Welche Entwicklungen konnten Sie im Laufe der Jahre festmachen?

Bei den Rankings der attraktivsten Unternehmen ist besonders bemerkenswert, wie gut sich die Autobauer im Lauf der Jahre aus der Sicht der Young Professionals präsentieren: Sie lagen immer ganz vorn und sind in diesem Jahr so attraktiv wie nie zuvor! Das liegt sicher an der Bedeutung, die die Automobilindustrie in Deutschland spielt und an ihrem wirtschaftlichen Erfolg.

Bei den langfristigen Karrierezielen gibt es ebenfalls einen Trend, der sich zunehmend stabilisiert: Für die Young Professionals ist die Work-Life-Balance, also ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Arbeit und dem Privaten, seit Jahren das wichtigste Karriereziel. Die Young Professionals in Deutschland unterscheiden sich in dieser Beziehung nicht von denen in anderen Nationen. Bemerkenswert ist die zunehmende Bedeutung, die dem Ziel, einem sicheren und beständigen Job nachzugehen, zugemessen wird. Jobsicherheit ist mittlerweile das zweitwichtigste Karriereziel!

Was ist den befragten Young Professionals besonders wichtig?

Auf der Basis unserer Umfrageergebnisse kann man ganz klar sagen: Der ideale Arbeitgeber sollte den Young Professionals ein attraktives Grundgehalt, ein freundliches Arbeitsumfeld, Anerkennung und eine sichere Anstellung bieten. Das sind die Eigenschaften, die aus Sicht der Young Professionals ein Unternehmen attraktiv machen. Bei den langfristigen Karrierezielen steht die Work-Life-Balance an erster Stelle.

Und wenn man genauer nachfragt, dann erfährt man, dass die Young Professionals damit verbinden, dass sie persönliche Interessen in ihren Zeitplan integrieren können, dass sie flexibel arbeiten können, also zum Beispiel vom Home Office aus.

Wichtig im Kontext der Work-Life-Balance ist den Young Professionals aber auch, dass mit ihnen respektvoll umgegangen wird. Das wird manchmal gerne vergessen! Es ist wichtig zu beachten, dass diese genannten Präferenzen zwischen den unterschiedlichen Berufsfeldern und Studienschwerpunkten abweichen und es sich hierbei um sehr verallgemeinerte Aussagen handelt.

Gibt es starke Abweichungen nach Regionen oder Ländern?

Wir befragen jedes Jahr in 32 Ländern mehr als 500 000 Studierende und junge Berufstätige zu ihrer Bewertung von Unternehmen, zu den Eigenschaften, die für sie ein attraktives Unternehmen ausmachen, und zu ihren Karrierevorstellungen. Dabei stellen wir zum Teil ganz erhebliche Unterschiede fest.

In unserer vor kurzem vorgestellten Studie zu den attraktivsten Arbeitgebern der Welt, für die wir Studierende aus den 12 größten Volkswirtschaften befragt haben, haben wir zum Beispiel herausgefunden, dass Studierende in Deutschland im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark an Jobsicherheit interessiert sind.

Für Studierende in China ist Jobsicherheit demgegenüber weit weniger wichtig. Auch bezüglich ihrer Wünsche an die künftigen Arbeitgeber gibt es erhebliche Unterschiede von Nation zu Nation. Das zeigt: Unternehmen müssen ihre nationalen Employer Branding-Strategien auf die höchst unterschiedlichen Gegebenheiten in den jeweiligen Ländern abstimmen.

Gibt es große Unterschiede bei den einzelnen Fächergruppen?

Ja, die gibt es! Dies ist genau der Grund, weshalb wir unsere Unternehmensrankings jeweils gesondert ausweisen – also für Young Professionals mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund, für junge Ingenieure und Naturwissenschaftler und die jungen IT-Experten.

Auch bei den Studierenden gehen wir so vor, denn auch bei denen kann man erhebliche Unterschiede feststellen – und zwar wie bei den Young Professionals sowohl darauf bezogen, welche Unternehmen für sie besonders attraktiv sind, als auch darauf, welche Eigenschaften aus ihrer Sicht Unternehmen attraktiv machen und welche langfristigen Karriereziele sie verfolgen.

Können Sie aus den aktuellen Zahlen Trends für die Zukunft prognostizieren bzw. haben Sie in der Vergangenheit schon Prognosen gewagt, die eingetroffen sind?

Dazu fällt mir ein Wort von Perikles ein, der gesagt hat, es sei nicht unsere Aufgabe, die Zukunft vorauszusagen, sondern auf sie gut vorbereitet zu sein. Natürlich können wir in unseren Umfrageergebnissen Trends feststellen. Aber Trends müssen sich nicht fortsetzen. Sie können sich sogar umkehren. Denken Sie an die Finanzkrise. Die Banken kämpfen heute noch darum, wieder als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Mir geht es gar nicht darum, mit der einen oder anderen Prognose richtig zu liegen. Ich sehe meine Aufgabe vielmehr darin, Unternehmen dabei zu helfen zu erkennen, wie sie bei den verschiedenen Zielgruppen im Vergleich zu ihren Wettbewerbern wahrgenommen werden. Auf dieser Basis können Unternehmen ein individuelles Arbeitgeber-Werteversprechen entwickeln und sich vom Wettbewerb differenzieren.

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