Mit Frauen Geld verdienen: Topmanager sind Chauvinisten – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Mit Frauen Geld verdienen: Topmanager sind Chauvinisten



„Topmanager sind Chauvinisten, merken‘s nicht mal, reden aber klug daher“, so könnte man überspitzt das Fazit einer Fraunhofer-Studie vom Oktober 2012 zusammenfassen. Denn hier liegt der Grund, warum so wenig Frauen Karriere machen.


Hier schreibt für Sie: Johannes Schmeer begleitet seit vielen Jahren Manager dabei, ihre Führungskraft voll auszuschöpfen. Als Topmanagement-Coach liefert er Fragen, Ideen und Impulse, so dass Führungskräfte mit allen Herausforderungen im Arbeitsleben souverän umgehen können.

Isolierte Maßnahmen helfen Frauen nicht weiter

Das Forscherteam um Prof. Schraudner wollte klären, weshalb trotz diverser „Wir fördern Frauen!“-Programme diese meist weniger Karriere machen als ihre männlichen Kollegen.

Die Erkenntnis: So wenig ein Spoiler – nachträglich auf den Kofferraum des Autos montiert – aus diesem einen Rennwagen macht, so wenig helfen isolierte Maßnahmen, Frauen zu fördern. Denn: ihnen wird von der herrschenden männlichen Unternehmenskultur das Wasser abgegraben.

Frauen an die Macht? Lieber nicht!

Zum Beispiel die „konformistische Formalkultur“: Hier werden die Ansichten von Frauen als befremdlich empfunden und ihnen wird – von den Männern in der Hierarchie – die Fähigkeit zur Führung abgesprochen.

Noch knackiger die „konservative Ausschlusskultur“: In Unternehmen dieser Prägung besetzen die Männer alle relevanten Schlüsselpositionen und begründen normativ, dass Frauen ins Haus gehören und Männer in die Arbeit.

Die Wirkung der Frauenförderung verpufft in der Unternehmenskultur

Kein Wunder also, dass bei solchen Kulturen die Wirkung eines Zertifikates „Familienfreundliches Unternehmen“ schneller dahin schmilzt als das Eis in der Sonne und die meisten Programme nur zögerlich angenommen werden.

Nach wie vor gilt: je höher die Position, desto geringer der Anteil an weiblichen Führungskräften. Auch im Jahr 2013 ist das vorherrschende Rollenverständnis traditionell, die Managementkultur männlich dominiert.

Unterschiede lassen sich genau so wenig managen wie Zeit

Aber was hilft? Die Studie empfiehlt verschiedene übergeordnete Maßnahmen, je nach Unternehmenskultur:

So soll zum Beispiel „Diversity Management“ dazu beitragen, den Nutzen von Unterschiedlichkeit bewusst zu machen. Von der Idee her sicherlich nicht falsch – allerdings birgt allein schon der Begriff die Gefahr eines Missverständnisses, ähnlich dem vom „Zeitmanagement“. Denn Vielfalt lässt sich genau so wenig managen wie Zeit.

Unternehmenskulturen nachhaltig verändern – nur wie?

Es sind letztlich immer nur wir Menschen selbst, die wir uns managen können im Umgang mit diesen gegebenen Fakten. Das einzige, was also Bewegung in die Sache bringt, ist, unsere Einstellung zu ändern und unsere Emotionen in einer solchen Angelegenheit. Wenn das geschehen ist, handeln wir auch anders.

Frauen als Innovationsressource

Aber will Mann das? Dazu Vorschlag Nummer zwei des Fraunhofer Instituts: Die männlichen Hierarchen müssen vom wirtschaftlichen Nutzen überzeugt werden, den Frauen in Führungspositionen mit sich bringen. Salopp formuliert bedeutet das: „Mehr Frauen, mehr Geld“.

Eine zugegebenermaßen traurige Erkenntnis, wenn man bedenkt, wo wir heute im Jahr 2013 angekommen sind: Dass Wertschätzung von Frauen in Führungspositionen nicht um ihrer selbst willen möglich ist, sondern nur wenn der ROI stimmt.

Beruhigend allerdings zu wissen, dass wenigstens das inzwischen nachgewiesen ist!

berufebilder

Mehr HR-News & Tipps? Gerne sprechen wir auch persönlich mit Ihnen über Ihr Anliegen!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.