Wenn Eltern die Berufswahl ihrer Kinder beeinflussen: Vom Studienabbrecher zum Hotelier

„Am besten wirst du Arzt“ heißt ein Buch von Svenja Hofert, das den Einfluss von Eltern auf die Berufswahl ihrer Kinder beschreibt. Im italienischen Ferrara traf ich Pietro Zanni, der sich dem Vorbild erst fügte und sich dann doch ganz anders entschied. Heute ist er mit seiner Wahl bedeutend glücklicher. Bildung  Studienwahl Berufswahl Eltern Kinder Erziehung Berufsbild Tourismus




Zu jung für die richtige Berufswahl

„Wenn man jung ist und sich für einen Beruf entscheiden muss, ist man eigentlich noch zu jung, um zu wissen, was man will“, sagt Pietro. Genau aus diesem Grund hat er zunächst begonnen, Jura zu studieren. „Mein Vater ist Rechtsanwalt“, sagt er schulterzuckend.

Gefallen hat ihm das Studienfach nie, aber er hat es einige Semester betrieben. Dann aber hat es abgebrochen. 1998 kam ihm die Idee, ein Bed & Breakfast aufzumachen.

Historisches Gebäude in Eigenregie renoviert

Mit dem Geld der Eltern kaufte er im jüdischen Viertel von Ferrara ein Cassero aus dem 15. Jahrhundert – eine Bauart, wie sie für den historischen Stadtkern von Ferrara bis ins 19. Jahrhundert typisch war.

Liebevoll hat er das Haus ein Jahr lang in eigener Arbeit renoviert, 2000 wurde das Bed & Breakfast Le Stanze di Torcicoda aufgemacht. Sei 2011 hilft ihm auch seine Schwester Valentina, die Architektur studiert hat.

Internet als Marketing-Instrument

„Damals gab es nur wenige B&B, mittlerweile ist das in Italien ein richtiger Trend“, erzählt sie mir. Um sich gegen die die Konkurrenz abzuheben, setzen die beiden auch verstärkt auf das Internet als Marketing-Instrument. Gerade durch zahlreiche positive Bewertungen sind sie in Gegend bekannt geworden.

Pietro stellt fest: „Die Leute denken immer, ein B&B sei ein einfacher Job. Aber wenn man keine Zeit und Leidenschaft investieren will, merken das die Gäste“, sagt Pietro, der nebenbei auch zeichnet und schon einige Bilder verkauft hat.

Fulltime-Job ohne Urlaub

Das B&B mit vier Zimmern ist für das Geschwisterpaar ein Fulltime-Job: „Wir fahren quasi nie in Urlaub“, erzählt mir Pietro. Dennoch würde er es nie eintauschen: „Für andere Leute ist es auch schwierig. Und irgendetwas muss man im Leben ja machen“, erklärt er mir seine gelassene Philosophie.

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