Deutsche Fachkräfte gestrandet in Amerika – Teil 4: Sind wir bereit für die Global Learner? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Deutsche Fachkräfte gestrandet in Amerika – Teil 4: Sind wir bereit für die Global Learner?



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Ist der deutsche Mittelstand bereit für die Global Learner?

Halt, da ist noch ein Problem. Denn die Frage ist: Ist der Mittelstand in Deutschland bereit, diese Generation der „Global Learner“ zu beschäftigen? Sie sind selbstbewusst und gewohnt, in multikulturellen Strukturen zu arbeiten.

Sie kennen Leistungs- und Erfolgsdruck als Selbst- verständlichkeit. Veränderungen machen ihnen keine Angst. Kurz: sie sind die Generation Y. In interkulturellen Kompetenzteams fordern sie Feedback und haben gelernt, dieses zu geben. Kommunikativ, vernetzt und offen suchen sie nach Sinnhaftigkeit in der Arbeit, nicht nach Job-Titeln.

In Deutschland muss man klein anfangen

Wie Sophie, sie ist Virologin und würde gern ihre Erfahrungen nach Deutschland bringen. „Keime in einem Krankenhaus, das muss nicht mehr sein“, weiß sie. Es gibt Systeme, Hygienestandards und viele Neuentwicklungen, doch diese Begeisterung hat der Personaler schnell gebremst.

Zwei Jahre ist das her, dass sie auf eigene Kosten zu einem Bewerbungsgespräch nach Deutschland geflogen ist. Sie müsse erst mal klein anfangen. Die Warteliste für die angestrebte Position sei voll mit Kollegen, die schließlich schon länger hier arbeiteten. Frank, der Maschinen- und Elektroingenieur, nickt zustimmend und ergänzt: „Und wenn es das nicht ist, dann sind wir überqualifiziert“.

Angst, Verantwortung in junge Hände zu geben?

Dass Unternehmen sich bei den Bewerbern bewerben, Umzugshilfen gewähren und Reisekosten übernehmen, das ist vielen Unternehmen noch fremd. Tradierte Gewohnheiten, auf Unterlagen zu schauen und lückenlose Lebensläufe zu fordern, sind, so scheint es, ebenso weit verbreitet wie die Angst, Verantwortung in junge Hände zu geben.

„Manchmal denke ich, die wissen nicht, wie sie mit mir umgehen sollen. Ich leite hier ein Team und trage Verantwortung“, sagt Sophie, die bei einem Pharma-Unternehmen arbeitet. In Amerika werden keine Zwischenzeugnisse über Arbeitsleistungen geschrieben und Referenzen mit Namen und Telefonnummern nur auf Nachfrage gegeben. Die Vita heißt Resumee“ und hat kein Foto. Für viele Personaler in Deutschland ist das noch ein Problem, und sie verzichten dann lieber auf den Kandidaten.

Es ist schwer, zurückzukommen

Nach drei Tagen ist auch die letzte Berlin-Postkarte verteilt, das Berlin-Banner wieder verstaut. Zum Abschied treffe ich noch einmal Anna.

„Es ist leicht zu gehen, aber schwer zurückkommen zu können, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt sie mit gepresster Stimme. Die Tage des ECF haben gleichermaßen Hoffnung und Heimweh hinterlassen.

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