Imagewechsel als Marke am Beispiel Dallas – 2/2: Im Schatten von J.R. Ewing?


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19.02.2013 217 Leser 8 Debatten 1387 Wörter Lesezeit: 5 Minuten, 12 Sekunden
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Die Stadt Dallas möchte gern das alte Cowboy- & Öl-Image ablegen. Doch die TV-Serie, die die Stadt weltweit berühmt machte, ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Kann die Neuauflag der Serie, die von der Stadt mit viel Geld unterstützt wird, das ändern?

Keiner legt sich mit J.R. an!

Dallas – die Serie vermittelt wie keine andere das Image vom amerikanischen Traum, von Geld und Macht. So wie bei J.R. Ewing allias Larry Hagman. Der Schauspieler stammte aus dem nahegelegenen Fort Worth und war gut bekannt mit den alten Ölfamilien von Dallas, den Joiners, Crows und Hunts, die auch heute in der Stadt noch viel Einfluss haben. Gleichzeitig fungierte Hagmann auch als Markenbotschafter für die Stadt.

Robin Hardy, Fahrer beim Limousinen-Service Premier Transportation, hat ihn einmal mit Serien-Ehefrau Linda Gray einen Tag lang durch die Gegend gefahren: „Die beiden waren wirklich wie ein altes Ehepaar“, sagt er lachend. Einen Bodyguard habe der nicht gebraucht: „Keiner legt sich doch mit J.R. an!“ Der Scherz zeigt, wie sehr Serie und Wahrheit beieinander liegen.

Die Southfork Ranch – zwischen Film und Realität

Dahingehend ist die Southfork Ranch ist wenig enttäuschend: Das Ewing-Haus ist in Wahrheit viel kleiner als im TV, die Auffahrt wird für den Bildschirm geloopt, um länger zu wirken, und auch der Pool gleicht in echt eher einer Badewanne. „Da sieht man erst, wie viel Fake dahinter steckt“, berichtet Joan Manganello, die seit 1995 Touristen hier herumführt.

Ursprünglich gehörte das Haus dem Farmer J.R. Duncan, der es jedoch schon in den 80ern wegen der Popularität der Serie verkaufen musste. Seitdem ist die Ranch ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt – mit Merchandising-Shop, Museum, Touri-Bähnchen und Konferenz-Zentrum.

Who shot J.R.?

Heute allerdings sind die Filmleute da. Und die Schauspieler tragen Cowboyhüte! Seit zwei Jahren wird hier gedreht – die neuen Folgen der Serie, die in Deutschland gerade angelaufen sind. In den USA ist man bereits bei Staffel zwei und entsprechend groß ist die Begeisterung – vor allem des weiblichen Personals für den neuen, jungen männlichen Hauptdarsteller Josh Henderson, der passenderweise auch aus Dallas stammt und den Sohn von J.R. spielt.

In ein paar Wochen steht J.R.s Beerdingung auf dem Drehplan, wie der allerdings nach dem Tod von Larry Hagmann aus der Serie verschwinden wird, ist ein Geheimnis, das nicht einmal die Mitarbeiter auf der Ranch kennen. Die alte Marketing-Phrase „Who shot J.R.?“ steht wieder im Raum.

Dallas ist Drehort der neuen Serie

Nicht nur in der Serie, sondern auch in Wirklichkeit haben die alten Haudegen das Zepter an die junge Generation übergeben: Die alte Serie aus den 80ern sei zum Großteil in Kalifornien entstanden, nur die Außenaufnahmen habe man in Dallas gedreht, erklärt mir Bre Peterson.

„Die neue Serie hingegen wird komplett in Dallas und Umgebung gedreht, da spielt die Stadt auch eine große Rolle.“ Wahrscheinlich gefällt ihr auch aus dem Blickwinkel der Tourismus-verantwortlichen die neue Serie besser, weil sie Dallas viel besser präsentiert.

TV-Serie als Wirtschaftsfaktor

Denn die Serie ist ein echter Wirtschaftsfaktor für die Region: Allein die Southfork Ranch hat 300.000 Besucher im Jahr – und die Besucherzahl sind im letzten Jahr, seit die neue Serie ausgestrahlt wurde, deutlich angestiegen, sagt mir Sales-Managerin Sally Peavy.

Längst haben auch die Hauptdarsteller Häuser in Dallas haben, die Kleindarsteller werden ohnehin aus der Region rekrutiert. Jede Serien-Folge bring Stadt und Region 2,9 Millionen Dollar durch Merchandising, Hotels und Restaurant – und Steuern.

Eine Kampagne für J.R.’s Rückkehr

Umsonst ist das allerdings nicht: Als bekannt wurde, dass Privatsender TNT eine Neuauflage der Serie plante, gab es eine regelrechte Kampagne, Dallas nach Dallas zu holen, wie mir Fahrer Robin Hardy erzählt.

200.000 Dollar bezahlt die Stadt Dallas für jede Staffel der Serie, wie der Journalist Robert Wilonsky auf dallasnews.com berichtet. Und er hat genau aufgerechnet, wie viel die Stadt investiert, wie viel sie hofft, dafür zu bekommen – und wie hart um jeden Dollar gekämpft wird, weil auch immer die Angst besteht, die Serie könnte, wie schon früher, woanders weitergedreht werden.

In jedem Klischee steckt auch ein Stück Wahrheit

Kein Wunder also, dass man nicht wirklich weiß, wie man mit dem haßgeliebten Klischee umgehen soll: Offenbar hat schafft es die Stadt gemeinsam mit der Serie recht gut, den Übergang zu einem jüngeren, moderneren Image zu gestalten ohne ganz mit der Tradition zu brechen.

Dass allerdings auf diese Weise in den Köpfen das Klischee von Ölmagnaten und Cowboyhüten noch eine Weile weiterlebt, damit werden die Tourismus-Verantwortlichen dann wohl leben müssen. In jedem Klischee steckt eben auch ein Stück Wahrheit.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Marie-Christine Höferlin

    Auf dümmliche Mobbing-Konversation, wie sie hier betrieben wird, gebe ich generell keine Antwort. Sollten Sie weiterhin hinsichtlich meiner Person beleidigende Kommentare abgeben, werde ich meinen Rechtsanwalt hier in Baden-Baden beauftragen, Klage zu erheben. Desweiteren rate ich, einen Kurs in deutscher Orthographie zu belegen und sich einen anderen Job zu suchen. Adieu

    • Simone Janson

      Liebe Frau Höferlin,
      es tut mir leid, dass Sie sich angegriffen fühlen: Wenn Sie vernünftig diskutieren wollen, sollten Sie vielleicht den Tonfall etwas mäßigen. Mobbing kann ich in meinem Kommentar nicht erkennen. Wenn Sie jedoch zu einem Anwalt gehen wollen – auf welcher Rechtsgrundlage eigentlich? – steht Ihnen das natürlich frei. Da Sie ja mit meiner Rechtschreibung ein derart großes Problem haben, halte ich es aber auch für besser, sie lesen in Zukunft einfach andere Blogs. Einen schönen Tag noch.

  2. Marie-Christine Höferlin

    Liebe Frau Janson, wer so einen Job ausübt, sollte doch die Rechtschreibung beherrschen. Und maßregeln lasse ich mich von Ihnen schon gar nicht. Ich habe lange Zeit in Paris gelebt. In der Le Monde findet man keine solch peinlichen Fehler. Ich bin sehr froh, wenn ich Deutschland wieder verlassen kann. In diesem Land herrscht schon die Zensur. Vielleicht sollte man mal einen Deutschkurs belegen (aber der Mehrheit der Deutschen reicht ja ein Denglisch schon). Man findet immer mehr Fehler, da das Bildungsniveau in diesem Land doch sehr gesunken ist (d.h. in Deutschland macht jeder inzwischen das, was er nicht so gut kann). C’est une catastrophe. Ich persönlich beherrsche drei Sprachen perfekt und schreibe jetzt an meinem ersten Roman.

    • Simone Janson

      Liebe Frau Höferlin,

      ich wollte Sie nicht maßregeln, ich bin mir allerdings sicher, dass wenn sich jemand in Ihrem Haus daneben benimmt, Sie auch darauf hinweisen, dass er gegen die guten Sitten verstößt.

      Abgesehen davon, dass Sie die Tätigkeit eines Journalisten mit der eines Lektors oder Korrektors zu verwechseln scheinen, empfehle ich Ihnen den Wikipedia-Artikel zum Duden zur zum historischen Hintergrund einer einheitlichen Rechtschreibung sowie zur Verbindlichkeit der in Selbigem aufgestellten Normen sowie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts dazu:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Duden
      Als studierte Linguistin begrüße ich dies vollkommen – Sprachwandel entsteht nunmal durch Fehler und ginge es nach den Sprachpuristen, würden wir vermutlich noch heute Althochdeutsch sprechen. Darüber hinaus freue ich mich aufrichtig für Sie, wenn Sie in Deutschland nichts weiter stört als die Rechtschreibfehler in Blogs anderer Leute: Als Zielland würde ich dann aber Quebec empfehlen, das perfekte Beispiel für Sprachbewahrung bis zur Unverständlichkeit.

  3. Marie-Christine Höferlin

    Man sollte aber schon wissen, wie man den Namen Grey schreibt. Linda Gray hat nämlich nichts mit der Farbe grau zu tun. Also: sich erst mal informieren und Rechtschreibung lernen, aber die meisten jungen Deppen in unserem Land haben nur noch ein großes Maul und eine übersteigerte Einbildung

    • Simone Janson

      Liebe Frau Höferlin,
      danke für Ihren freundlichen Kommentar, wir haben das verbessert. Wir hatten auch schonmal überlegt, einen Preis auszuschreiben für den Leser, der die meisten Fehler findet – was halten Sie von der Idee.
      Als jung bezeichnet zu werden, nehme ich dann mal als Kompliment, wohingegen das Depp nicht mit unseren Richtlinien (keine Beleidigungen!) konform geht. Halten Sie sich bitte daran, beim nächsten mal wird gelöscht.

  4. Wer kann
    ausführlicher Stellung nehmen?

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