Zwei Bücher zum Thema Social Media Recruiting im Vergleich: Praktische Beispiele oder theoretische Strategie? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Zwei Bücher zum Thema Social Media Recruiting im Vergleich: Praktische Beispiele oder theoretische Strategie?



In jüngster Zeit sind zwei Bücher erschienen, die sich mit dem Thema Social Media Recruiting beschäftigen. Da wäre zum einen Frank Bärmanns „Social Media im Personalmanagement“ und zum anderen „Recruiting im Social Web“, herausgegeben von Bernd H. Rath und Sonja Salmen. Ein Vergleich.

Die Problematik liegt in der Zielgruppe

Das schwierge Unterfangen solcher Bücher ist die Zielgruppenausrichtung. Denn generell sind solche IT-Bücher im Ratgeberformat als Einführung an Leute gedacht, die sich bislang noch recht wenig mit dem Thema beschäftigt haben.

Und genau da beginnt das Dilemma: Im Personalbereich sind diese potentiellen Käufer auch genau diejenigen, die auch eigentlich keine Lust haben, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Wer hingegen so ein Buch liest, sind die Leute, die sich ohnehin schon damit auskennen – und deshalb auch etwas mehr erwarten als nur eine Überblicksartige Einführung. So ging es auch mir.

Zwei Bücher, ein Preis

Beide Bücher sind zum gleichen Preis zu haben, beide behandeln das gleiche Thema und doch gibt es einige fundamentale Unterschiede: Nicht nur dass der Sammelband von Bernd H. Rath und Sonja Salmen fast 200 Seiten mehr umfasst, als das Buch von Frank Bärmann – es umfasst auch weitaus mehr Meinungen.

Das macht den Vergleich fast ein wenig ungerecht, Bärmann und der MITP-Verlag müssen ihn sich aber aufgrund des gleichen Preises gefallen lassen.

Schlaglichtartige Beispiele, kaum Strategie

Zu Bärmanns Buch hat Jannis Tsalikis eine sehr lesenswerte Rezension geschrieben und diskutiert in seinem Blog auch mit dem Autor. Die Beobachtungen von Tsalikis decken sich mit meinen:

Das Buch behandelt schlaglichtartig vor allem die technischen Aspekte des Themas, zeigt zahlreiche Beispiele aus der Praxis mit Screenshots und erklärt die grundlegenden Begriffe aus Social Media und Personalmanagement.

Was allerdings fehlt, sind weiterreichende strategische Überlegungen, die natürlich immer schwieriger zu geben sind, das sagt der Autor in seinem Kommentar auch selbst: Man weiß dann gar nicht, wo anfangen. Ein Problem, dass ich aus der Seminarabeit nur zu gut kenne.

20 Autoren, 20 Meinungen

Immerhin, der Sammelband „Recruiting im Social Web“ von Bernd H. Rath und Sonja Salmann berücksichtigt auch diesen Aspekt: Denn neben den Herausgebern haben 20 Autoren dazu beigetragen, das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu berücksichtigen.

Darunter sind z.B. auch Dr. Nico Rose, bei Bertelsmann verantwortlich für das Employer Branding, oder Martin Reti, Social Media Manager bei der BRERA AG, mit dem ich kürzlich noch im Blog diskutiert habe. Und genau aus diesen praktischen Erfahrungen heraus finden dann auch umfassende strategische Überlegungen Eingang in das Buch:

Management-Modelle & Generation Y

Dazu gehören umfassende Ausführungen z.B. zur Generation Y und zum War for Talents ebenso wie die grundlegenden Strategien anhand des St. Gallener Management Modells.

Aspekte wie Employer Branding, Talent Relationsship Managemanet, E-Recruiting-Systeme, aber auch juristische Aspekte und Social Media Guidlines werden angesprochen. Jedes Kapitel ist wissenschaftlich mit ausführlichen Quellenangaben versehen, die zum weiterstöbern einladen.

Theorie oder Praxis?

Kein Zweifel, das Buch von Rath und Salmen hat einen ganz anderen, wissenschaftlicheren Anspruch, der m.E. Der gebildeteren, fachkundigeren Zielgruppe mehr entgegenkommt.

Es nähert sich dem Thema allerdings eher auf einer theoretischen Ebene: Ich würde mir hier von den Autoren, die zum Teil aus der HR-Praxis kommen, mehr persönliche Einblicke in die tägliche Recruiting-2.0-Arbeit wünschen.

Woraus man am Ende mehr Gewinn ziehen kann, aus den schlaglichtartigen, praktischen Beispielen des Frank Bärmann oder den systematischen, aber theoretischen Abhandlungen von Rath und Salmen, muss am Ende jeder für sich entscheiden. Ich persönlich würde den Band von Rath und Salmen vorziehen.

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