Zwei Maori-Mädchen sammeln Geld für eine Reise zu den Cree-Indianern: Fundraising für den Kulturaustausch

Als ich kürzlich in Neuseeland war, traf ich in Kawakawa, dem Ort mit der Hundertwasser-Toilette, zwei Maori-Mädchen, die zur Zeit Geld für ein besonderes Projekt sammeln: Sie planen mit ihrem Lehrer eine Reise nach Kanada, wo sie an einem Treffen der Cree-Indianer teilnehmen werden. Ziel: Das Teilen von kulturellen Gemeinsamkeiten und Erfahrungen.
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Powwow“ stammt aus der Sprache der Narraganset-Indianer und bezeichnet ein Treffen nordamerikanischer Ureinwohner, um gemeinsam zu tanzen, zu singen, Kontakte zu knüpfen und die indianischen Kulturen zu ehren.

Treffen mit den Cree-Indianern im kanadischen Calgary

Und genau das haben Illyiana Mepi (rechts im Bild oben) und Frances King vor, wenn Sie im kommenden Juli gemeinsam mit ihrem Lehrer und der Mutter von Frances nach Kanada reisen: Ihr Ziel ist die Calgary Stampede, die größten Rodeoshow der Welt – und eben das Powow, das Treffen mit den Cree-Indianern.

Der Kontakt besteht bereits seit 10 Jahren, denn Maori wie auch Indianer teilen die Erfahrung der europäischen Kolonisation, auch die derzeitige soziale Situation beider Völker ist vergleichbar. Und genau darum soll es auch bei dem Treffen gehen:

Ideen und Wissen austauschen zur Festigung der kulturellen Identität

“Wir wollen Ideen und Wissen austauschen, uns gegenseitig mit unseren Erfahrungen helfen und gemeinsam darüber reden, wie wir gerade als junge Leute eine kulturelle Identität für die Zukunft bewahren und weiterentwickeln können,” erzählt Frances.

Doch für die Reise benötigen die beiden Geld: 3000 Euro mindestens pro Person. Denn Kawakawa liegt in einer sozial eher schwachen Region, der Bay of Islands, im Norden der neuseeländischen Nordinsel. Das Geld wollen die beiden nun durch Spendensammeln verdienen – z.B. indem sie Bratwurst verkaufen oder bei Festen auftreten.

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Maori-Tourismus und Hundertwasser-Toilette

Die Maori-Kultur ist in der Region tief verwurzelt. Die beiden besuchen die Taumarere School, an der alle Fächer in Maori unterrichtet, die Prüfungen aber in englisch abgenommen werden. Und die Stadt Kawakawa, ursprünglich als Dienstleistungszentrum für ein Kohle-Revier gegründet, lebt heute praktisch vom Tourismus.

Dabei kann der Ort mit einer Weltattraktion aufwarten: Einer öffentlichen Toilette. Aber nicht irgendeiner: Sie wurde dem österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltet und 1999 eingeweiht. Hundertwasser lebte von 1973 bis zu seinem Tod 2000 hier.


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