Vergangene Woche hatte ich auf der Social Media Week zum Panel “How Social Media Changed Recruitment” spannende Gäste auf das Panel eingeladen: Robindro Ullah, Leiter Personalmarketing und Recruiting Süd bei der Deutschen Bahn, Alex Oberberg, Marketing Manager Social Media für Nokia in London, IT-Headhunterin Michaela Esswein und Katharina Daniels, Experting für Organisations- und Personalentwicklung.
Bewerbungsstrategien & Veränderungsprozesse
60 Minuten lang diskutieren wir unter reger Publikumsbeteiligung die Frage, wie Social Media Unternehmen verändert, wie die optimalen Bewerbungsstrategien in Facebook, Twitter & Co. aussehen, auf was Recruiter in Sozialen Netzwerken achten (Stichwort Bewerber googlen!).
Aber auch, welche Bedingungen und Handlungskulturen in Unternehmen überhaupt herrschen müssen, damit die Veränderungen, die Social Media mit sich bringt, überhaupt von allen mitgetragen werden und funktionieren können, ein Aspekt der in vielen Unternehmen, die gerne von Leitkulturen sprechen, eher vernachlässigt wird.
Einblicke statt Werbebotschaften
Ein gutes Beispiel dafür, dass Social Media für Unternehmen mehr sein sollte, als nur irgendwie bei Facebook zu sein und platt immer wieder zu verkünden, wie toll doch das Unternehmen ist, war dabei Robindro Ullah.
Er gewährte, freilich ohne zu sehr ins Detail zu gehen, einen offenen und ehrlichen Blick hinter die Kulissen seines Konzerns und schaffte damit Verständnis für die Nöte und Probleme, mit denen ein Großunternehmen in Social Media zu kämpfen hat.
Positvies Feedback für engagierte Markenbotschafter
Dafür bekam er nicht nur via Twitter viel positves Feedback:
Wohingegen von Nokia eher Plattitüden kommen RT @stcordes: Klare Worte statt Geschafel von @robindro at #smwberlin
— Sugar Ray Banister (@srbanister) 27. September 2012
Damit will ich gar keine Werbung für die Deutsche Bahn machen – wer B E R U F E B I L D E R regelmäßig liest, weiß, dass ich diesem Unternehmen auch mal durchaus kritisch gegenüberstehe.
Edit: Nachdem ich aber gerade darauf nun bei Twitter genau darauf angesprochen wurde, möchte ich für diejenigen, die sich die wirklich sehenswerte einstündige Diskussion nicht im Video ansehen können oder wollen, nochmal nachtragen, dass es selbstverständlich nicht nur für Robindro Ullah von der Deutschen Bahn, sondern auch für Alex Oberberg von viel positives Feedback gab.
Wenn du nicht in Google bist, existierst du nicht?
Nokia beantwortet zum Beispiel alle Jobanfragen durch soziale Netzwerke innerhalb von 24 Stunden beantwortet, das können auch im Zeitalter von Echtzeitmedien nicht viele Unternehmen von sich behaupten. In einigen Fällen – auch das wurde diskutiert – steht dem auch der Betriebsrat entgegen.
Sehr positiv fand ich auch die Aussage von Alex Oberberg zu der Frage, was passiert, wenn man nicht bei Google gefunden wird. Den Spruch “Wenn du nicht in Google bist, existierst du nicht” findet Alex ziemlich krass – er plädyierte eher für einen lockereren Umgang mit der eigenen Googlebilety: “Es gibt eben auch Leute, die nicht so extrovertiert sind.” (Minute 39.15)
Transparenz ist das beste Marketing
Es zeigt sich in beiden Beispielen einmal mehr, dass engagierte Mitarbeiter für Unternehmen immer noch die besten Markenbotschafter sind.
Und dass Transparenz und ein entspannter Umgang mit den Sozialen Medien für Unternehmen den besten Marketing-Effekt erzielen. Also, liebe Unternehmen, statt teuere Kampagnen fahren, einfach in bessere Mitarbeiter investieren.

