Gestern bekam ich per E-Mail eine Entschuldigung eines Versandhändlers, bei dem ich vor einiger Zeit etwas bestellt hatte. Am Ende hätte ich beinahe etwas bestellt: Denn die vorgebliche Entschuldigung war nur eine perfekt getarnte Marketing-Botschaft.

Die E-Mail war schlicht mit “Entschuldigung” im Betreff versehen. “Huch, weswegen” dachte ich und klickte drauf.
Nur ein Klick – und was passiert dann?
Dann las ich da:
Guten Tag,
auf Grund eines technischen Problems war es gestern nicht jedem Kunden möglich, problemlos auf … zu bestellen.
Deshalb und für die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten möchte ich mich bei Ihnen zuerst einmal entschuldigen.
Da mir Ihre Zufriedenheit am wichtigsten ist, habe ich heute als kleine Wiedergutmachung ein ganz spezielles Angebot für Sie:
Artike XY für nur 7,79 EUR ohne Versandkosten
statt der sonst üblichen 13,90 EURJetzt Artikel XY bestellen >> Nur 3 Tage gültig
Ich hoffe, dass ich Sie weiterhin als treuen Kunden von unseren Vorteilen überzeugen kann.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre
…
Kurz davor, den Kaufen-Button zu drücken
Was soll ich sagen: Ich war kurz davor, Bestellbutton zu drücken. Dann leuchtete die rote Warnlamp in meinem Kopf auf: Achtung, Werbung, Spam, den Artikel brauchst du gar nicht. Selbstredend zeigt ein Blick auf besagte Website: Es gibt ständig solche Sonderangebote. Nichts besonderes also.
Es ist ja wissenschaftlich erwiesen, das Kunden bei dem Wort Rabatt eher zugreifen. Und genau dieser Effekt griff auch hier. Wohingegen die “nette” Entschuldigung dafür sorgte, das ich die E-Mail überhaupt bis zum Ende durchlas und nicht, wie die vielen Spam-Werbe-E-Mails, ungeöffnet im Junk-Ordner verschwinden lasse.
Mit Nett-Sein kommt man weiter?
Mit Nett-Sein kommt man immer weiter, hat kürzlich Michaiel Moeslang geschrieben – und genauch das greift auch hier. Man Entschuldigt sich erstmal beim Kunden, der ja eigentlich gar keinen schaden hatte, und erzeugt so das Gefühl des Vertrauens.
Dann folgt die perfekt getarnte Marketing-Botschaft. Kunden, seit auf er Hut. Marketeers, davon können sich viele von Euch, die mit agressiven Methoden versuchen, Kunden zu überzeugen, eine Scheibe abschneiden.


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