Eine wirklich innovative Marketing-Idee hatte Kirsten Korhani, creative director of Korhani Home’s: Sie nutzt eine Design-Form, um für die andere Werbung zu machen. In Kanada und nun auch in ihrem Geburtsland Deutschland schickt sie Modells auf den Laufsteg, die die Wohnungs-Accessoires des Unternehmens praktisch zu Markte tragen – mit durchschlagendem Erfolg.
Während auf andere schon Social Media und Bloggen angesichts eines nebulös scheinenden Imagegewinns zu zeitaufwändig wirkt, ging die im kanadischen Toronto lebende deutsche Designerin Kirsten Korhani noch einen Schritt weiter: Um Werbung für Ihre Produkte zu schaffen, kreierte sie gleich eine ganz neue Designform – und eroberte damit erfolgreich die Laufstege.
Am Anfang haben alle den Kopf geschüttelt
Dabei wirkt die gebürtige Hamburgerin eher zurückhaltend, fast schüchtern, als sie nach der erfolgreichen Laufsteg-Show letzte Woche beim Kanada-Event auf der ITB in Berlin kurz rauskommt und winkt – um dann sofort wieder hinter der Bühne zu verschwinden.
Am Anfang, erzählt sie im Interview, hätten alle über ihre Idee nur den Kopf geschüttelt. Gerade mal 200 Leute seien bei ihrer ersten Show da gewesen. Mittlerweile macht sie mit ihrer Deko-Kollektion das Opening auf der Fashionweek in Toronto.

Aus dem zweidimensionalen Katalog dreidimensional auf den Laufsteg
Dabei ist Korhani eher zufällig zur Mode gekommen: Während ihres BWL-Studiums hat sie immer mal wieder in die Branche reingeschnuppert: “Interessiert habe ich mich immer schon dafür” erzählt sie. Aber so richtig durchgestartet ist sie erst in Kanada, wohin sie 2000 ausgewandert ist.
Nach ihrer Heirat mit Moji Korhani begann sie, dessen Teppichunternehmen aufzumöbeln: Die Produktpalette wurde auf Home-Accessoires erweitert und Kirsten Korahni überlegte sich ausgefallene Roben aus Teppichen und andern Deko-Stoffen, mit denen sie die Produkte des Unternehmens aus dem zweidimensionalen Katalog dreidimensional auf den Laufsteg brachte:

Indianisch anmutende Ensembles aus Teppichen
“Ich möchte zeigen, dass man auch mit vergleichsweise wenig Geld jede Saison frischen Wind in seine Wohnung bringen kann – so wie man das ja in der Mode auch tut”, erzählt die Kreativdirektorin. Und natürlich sieht man den Kleidungsstücken ihren Ursprung an – aber genau dass sie daraus zum Beispiel indianisch anmutende Ensembles kreiert hat, macht den Charme des Ganzen aus.
Überhaupt war der Bezug zu Kanada bei der auf der ITB vorgeführten Kollektion mehr als deutlich – was vielleicht auch ein wenig aufgesetzt wirkte. Klar, dass ich Kirsten Korhani daher auch zu ihren Erfahrungen als Deutsche in Kanada befragt habe.

Kanada – Deutschland im Vergleich
Kanada, sagt sie, sei zwar Multikulturell, aber dennoch sei man ein Mensch unter vielen. Seine Freundschaften müsse man sich erst erarbeiten. “Dass ich dort geheiratet habe, hat sicher vieles einfacher gemacht”, berichtet Korhani. Denn Kanada sei konservativer als Deutschland und viel familienorientierter.
“Die Leute arbeiten viel mehr als in Deutschland, haben zum Teil zwei bis drei Jobs. Freizeit hat daher einen sehr hohen Stellenwert – und die knappe Zeit wird am liebsten mit der Famile verbracht”, berichtet die Designerin von ihren Erfahrungen – bevor sie nach der Show davoneilt.



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