Serie „Wie studieren“ – Teil 2: Das duale Studium/ Verbundstudium – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Serie „Wie studieren“ – Teil 2: Das duale Studium/ Verbundstudium



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In Teil 2 meiner Serie über die veränderten Studien-Zeit-Modelle in Deutschland gehe ich heute auf das boomende duale Studium ein. Dieses Modell, bei dem sich Praxis und Theorie abwechseln, hat in den vergangenen Jahren einen großen Nachfrageschub erhalten. Was ist ein „Duales Studium“ und welche Vor- und Nachteile hat es?

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Hier schreibt für Sie: Milan Klesper ist Fachautor mit Schwerpunkt Studium. Profil

Hohe Wachstumsraten

Allein im Jahr 2011 stieg die Zahl der Unternehmen, die ein duales Studium anbieten, gegenüber dem Vorjahr um 46% auf über 40.000 Firmen. Sie bieten zusammen rund 60.000 duale Studienplätze an.

Bei so einem großen Angebot ist klar, dass auch die Hochschulen und Berufsakademien, die den theoretischen Teil des dualen Studiums durchführen, ihr Angebot erweitern mussten. Über 900 Studiengänge gab es daher in 2011, das sind 12% mehr als im Jahr 2010.

20 % mehr dual Studierende

Zudem hat das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB), das die genannten Zahlen erhoben hat, die Zahl der dualen Studenten in Deutschland veröffentlicht: Über 60.000 junge Leute gehen diesem Studienmodell mittlerweile nach. Das sind 20% mehr als noch im Jahr 2010.

Diese Wachstumsraten sind zugegebenermaßen enorm. Aber warum ist ein duales Studium/ Verbundstudium so beliebt?

Verbindung von Praxis & Studium

Für Schulabgänger bzw. Studieninteressenten gibt es drei ausschlaggebende Faktoren, weshalb sie dual studieren möchten. Die unmittelbare Verknüpfung von praktischen und theoretischen Lerninhalten ist einer davon.

Denn in einem dualen Studium verbringt man die Hälfte seiner Zeit in einem Unternehmen und sammelt dort Praxiserfahrungen. Entweder, indem man eine normale betriebliche Ausbildung durchläuft, oder indem man Langzeitpraktika absolviert.

Die andere Hälfte verbringt man in der Hochschule oder Berufsakademie, wo die theoretischen Studieninhalte vermittelt werden. Beides zusammen ergibt dann einen Doppelabschluss (akademischer Bachelor plus Ausbildungsberuf bzw. große Praxiserfahrungen durch Praktika).

Faktor monatliches Gehalt

Ein weiterer Faktor ist die Bezahlung als Angestellter schon während des Studiums. Die Unternehmen übernehmen nämlich nicht nur die Studiengebühren, sondern zahlen zusätzlich noch ein Ausbildungsgehalt.

Von diesem kann man zwar meist keine großen Sprünge machen, aber immerhin ist die Grundversorgung während des Studentenlebens gesichert. Vor allem für junge Leute aus wirtschaftlich schwächeren Haushalten ist dies ein ausschlaggebender Punkt.

Last but not least sind die sehr guten Übernahmechancen genannt. Die Übernahmequote durch das Unternehmen, das ja auch das duale Studium finanziert hat, liegt bei über 80%. Darunter sind auch oft unbefristete Verträge – in der heutigen Generation Praktika ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsaspekt für junge Berufseinsteiger.

Viele Vorteile, aber trotzdem nicht jedermanns Sache

Die genannten Punkte hören sich alle sehr positiv an. Warum sollte man überhaupt noch ein normales Studium absolvieren, wenn man bei einem dualen Studium doch sogar zwei Abschlüsse erwerben kann.

Aber genau hierin liegt auch der größte Nachteil: Die hohe Arbeitsbelastung. Während der Studienzeit muss man einerseits die Hochschule besuchen, für Klausuren lernen, Hausarbeiten erstellen und parallel dazu auch arbeiten.

Eine Belastung, die man nicht unterschätzen darf

Das ist eine Belastung, die man nicht unterschätzen darf. Wenn die anderen Freunde im normalen Studium Freizeit haben, kann es sein, dass man sich das zeitlich nicht leisten kann.

Denn man hat auch keine 4 Monate Semesterferien pro Jahr, sondern nur die reguläre Anzahl an Urlaubstagen wie andere Angestellte auch.

Weitere Nachteile

Duale Studenten müssen mobil sein, wenn Unternehmen und Studienort voneinander abweichen. Es kann sein, dass man in Baden-Württemberg studiert und in NRW arbeitet.

Als dualer Studierender ist man natürlich sehr auf die Arbeitsstrukturen des Ausbildungs- bzw. Praktikumsbetriebs eingespielt. Ein Blick über den Tellerrand erfolgt nicht. Disziplin und Motivation ist notwendig! Die Studiendauer ist als Regelstudienzeit festgeschrieben.

Fazit: Genau informieren

Ein duales Studium ist ein besonderes Studienmodell. Während es für denjenigen, der besser praktisch als nur theoretisch lernen kann und der Stress verträgt, genau die richtige Entscheidung sein kann, könnte eine andere Person unter dem Arbeitsaufwand und Lernstress zusammenbrechen.

Man sollte sich also gewissenhaft selber einschätzen und vorher gut informieren. Im Internet gibt es mehrere Möglichkeiten, mehr über diese Studienform sowie alle angebotenen Studiengänge zu erfahren.

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