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Strategische Kommunikation: Loch in der Kompetenz?



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Viele Menschen hören und lesen jährlich viele Seminare und Bücher zum Thema Kommunikation und Rhetorik. Aber die wenigsten bemerken, dass viele dieser Quellen die strategischen Aspekte der Kommunikation vernachlässigen. Diese Kompetenzlücke ist so unnötig wie einfach zu schließen: Ändere nicht deine gesprochenen Worte, sondern deine strategischen Schemata.


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Hier schreibt für Sie: Dr. Cornelia Topf ist zertifizierter Businesscoach & internationale Managementtrainerin. Profil

Die Lösung ist doch offensichtlich?

Zum Beispiel die Mutter, die ihren Sechsjährigen maßregelt: „Deine kleine Schwester heult! Sei doch nicht so grob zu ihr!“ Zehn Minuten später heult sie wieder. Weil der Junge „schwer erziehbar“ ist? Nein. Die Mutter verwendet – ganz unbewusst und leider auch unreflektiert – ein Selbstsabotage-Schema, das sogenannte Defizit-Schema, das übersetzt lautet: „Ich spreche bloß den Missstand an – auf die Lösung musst du selber kommen, weil die ist ja offensichtlich!“

Das ist sie nicht und zwar niemals. Selbst wenn sie es wäre: Kein Sechsjähriger, kein 16-Jähriger und kein 36-Jähriger kommt von alleine drauf. Deshalb klagen viele Eltern, Lehrer, Ausbilder oder Vorgesetzten: „Muss ich denn immer alles erst hundert Mal sagen!“ Ja, wenn du mit Defizit-Schema kommunizierst. Ergo: Runter von den Killer-Schemata!

Ändere deine Schemata!

Das wirksamere Schema ist das Lösungs-Schema: Wirf nicht nur das Defizit vor, sondern sprich explizit über die Lösung! Dafür wiederum gibt es mehrere Schemata, zum Beispiel das dirigistische: „Nimm der Kleinen nicht einfach das Spielzeug weg. Gib ihr dafür ein anderes, dann ist sie beschäftigt!“

Da Dirigismus jedoch oft Widerstand auslöst, ist interaktives, aktivierendes Coaching-Verhalten eleganter: „Okay, sie spielt mit deinem Spielzeug und das magst du nicht. Wie könntest du das regeln, so dass ihr beide zufrieden seid?“

Schöner Nebeneffekt: Nach einem halben Jahr Anwendung erziehen sich Ihre Kinder (Mitarbeiter, Kunden, Beziehungspartner, Vorgesetzten …) in großen Teilen selbst. Was ist übrigens das häufigste Schema?

Schema ist Kultur

Richtig geraten: Abwertung. „Was soll der Scheiß! Streng dich gefälligst an!“ Mehr als die Hälfte der Alltagskommunikation ist ex- oder implizit abwertend, besserwisserisch, direktiv, egozentrisch. Wer dieses Kulturschema durch wertschätzende Schemata ersetzt, erreicht nicht nur mehr, sondern wirkt auch noch sympathisch, zum Beispiel: „Ich glaube, das kannst du besser. Probier‘ nochmal!“

So redet kein Mensch? Stimmt fast. In unserer Kultur reden so nur die wenigsten. Bezeichnenderweise sind das zugleich die besonders Erfolgreichen und gleichzeitig besonders Sympathischen, die großen Kommunikatoren, der Dalai Lama.

Niemand schafft das aus dem Stand. Die Coaching-Erfahrung zeigt, dass man/frau das jedoch in wenigen Wochen lernen kann, um danach die Früchte der Strategischen Kommunikation zu genießen: schneller, leichter, mehr Erfolg – und deutlich höhere Sympathiewerte.

 Füll Deinen Werkzeugkasten!

„Am meisten Vorbereitungszeit haben mich meine spontan gehaltenen Reden gekostet“ hat Mark Twain einmal gesagt. Heißt: Was auf andere oft zufällig, unabsichtlich oder schlagfertig wirkt, ist oft sorgsam geplant.

Dazu braucht es im ersten Schritt viele kommunikative Werkzeuge („Wer nur den Hammer kennt, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus“) und im zweiten Schritt die Übung und Sicherheit, zum adäquaten Werkzeug zu greifen und es dann auch gut führen zu können. Wer noch nie eine (kommunikative) Motorsäge in der Hand hatte, wird sich schwer damit tun, ebenso bedarf das Werfen von (kommunikativen) Wattebäuschen der Übung, damit sie ihr Ziel treffen.

 Meine Empfehlungen:

  • Sammeln Sie. Laden Sie Werkzeug zu!
  • Üben sie den Umgang damit.
  • Lassen Sie alles in der Toolbox, was sie bisher gesammelt haben.
  • Prüfen sie die Sortierung. Was liegt vorne was hinten? Sollten Sie umsortieren?
  • Pflegen Sie Ihr Werkzeug. Wenn Sie es jahrelang nicht benutzen, rostet es.

Viel Spaß beim Sammeln und Üben!

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