Stellungnahme des VDI zu Fachkräftemangel & Austrittsdrohungen: Systematisches Lohndumping oder nur Einzelfälle?



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Einer meiner Leser, selbst  Ingenieur mit gut bezahltem Job, hat kürzlich den Verein Deutscher Ingenieure (VDI) um eine Stellungnahme zum Thema Fachkräftemangel gebeten. Seiner Meinung nach Vertritt der VDI zunehmend nur noch die Arbeitgeberinteressen und nicht mehr die Interessen der Ingenieure. Daher will er nun aus dem Verein austreten und auch andere zum Austritt bewegen. Polemische Zuspitzung oder berechtigter Vorwurf? Und nimmt der VDI den drohenden Mitgliederschwund überhaupt ernst?

vdi


Ingenieure fühlen sich schlecht vertreten

Mein Leser (aus Datenschutzgründen möchte ich seinen Namen nicht nennen), ist wütend, weil  VDI zunehmend eher die Arbeitgeber vertete als die (meist angestellten) Ingenieure. Daher fordert er einen Kurswechsel des VDI und will nach 14 Mitglieds-Jahren aus dem VDI austreten. Zur Begründung schreibt er:

Insbesondere stößt mir und meinen Ingenieurskollegen die Haltung des VDI zum angeblichen Fachkräftemangel immer mehr auf. Spätestens seit der DIW-Studie von November 2010 wird immer deutlicher, dass es sich hier wohl eher um eine großangelegte Meinungsmache der Arbeitgeber handelt, letztendlich mit dem Ziel, durch Zuwanderung ein ÜBERANGEBOT an Fachkräften zu erreichen um so Ingenieursgehälter auf breiter Front drücken zu können. Arbeitslose Fachkräfte, die vielleicht nicht 1000%ig dem Arbeitgeberwunsch entsprechen, fallen dann den Sozialkassen und damit der Gesellschaft zu Last […] Sobald der VDI hier seine Haltung korrigiert, werde ich wieder beitreten, bis dahin werde ich alle Ingenieure aus meinem persönlichen Umfeld sensibilisieren und Ihnen ebenfalls einen VDI-Austritt nahelegen.

Der VDI bleibt beim Fachkräftemangel

Marco Dadomo, Pressesprecher des VDI, hat letzte Woche umgehend geantwortet und zu den Vorwürfen Punkt für Punkt Stellung bezogen. In einer E-Mail vom 04.01.2012 schreibt er:

  1. Der VDI vertritt die Interessen seiner Mitglieder und keineswegs die Interessen von Unternehmen.
  2. Der Fachkräftemangel ist keine Erfindung des VDI oder eine Meinungsmache der Arbeitgeber. Das DIW hat sich inzwischen zu diesem Themenfeld mehrfach selbst widersprochen. Die Zahlen des IW, Institut der Deutschen Wirtschaft, dass im Auftrag des VDI einen monatlichen Ingenieur-Monitor erstellt und dabei die Zahlen der Bundesarbeitsagentur als Grundlage nimmt, sind seriös wissenschaftlich fundiert und entsprechen der Realität. Es fehlen derzeit 78.000 Ingenieure in Deutschland. Die Zahl der arbeitslosen Ingenieure ist auf 18.370 gesunken und hat damit einen Tiefstand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht.
  3. Der VDI sieht es als seine Pflicht an, auf die derzeitige Situation und auf die Perspektiven in der Zukunft aufmerksam zu machen. In den kommenden 10 Jahren werden ca. 500.000 Ingenieure aus Altersgründen den deutschen Arbeitsmarkt verlassen. Nimmt man die derzeitigen Studienanfängerzahlen in den Ingenieurwissenschaften als Grundlage und berücksichtigt die seit Jahren konstante Abbrecherquote von knapp 50%, dann lassen sich diese Lücken nur mit viel Glück schließen. Der existierende und weiter anhaltende zusätzliche Bedarf an Ingenieurfachkräften, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, Mobilität oder neue Technologien ist dabei nicht berücksichtigt. Davor sollte man die Augen nicht verschließen und es wäre fatal, wenn der VDI nicht immer wieder deutlich darauf aufmerksam machen würde. Der Betroffenheitsjournalismus, also dass Schicksal einzelner, der von einigen Medien gerne angewandt wird, entspricht nicht der Realität. VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs hat spiegel online inzwischen ein Interview gegeben, dass viele Aussagen zum angeblich nicht existierenden Fachkräftemangel widerlegt.
  4. In der Automobilindustrie beispielsweise werden derzeit tausende neue Fachkräfte gesucht. Offensichtlich kann diese Nachfrage vom deutschen Arbeitsmarkt nicht befriedigt werden und die Bundesregierung erleichtert die Zuwanderung von Hochqualifizierten aus dem europäischen Ausland – dies gilt insbesondere für Ingenieure.

Das Thema differenziert betrachten

Was ich persönlich an dieser Antwort interessant fand, ist die Aussage, dass sich das DIW mehrfach selbst zu dem Thema widersprochen habe. Davon ist mir nichts bekannt und auch bei einer öffentlichen Diskussion mit Herrn Dr. Brenke zum Thema habe ich von Widersprüchen nichts gemerkt.

Was hingegen jedoch sehr deutlich klar wurde, dass dieses komplexe Thema häufig viel zu undifferenziert betrachtet wird – und dass es notwendig ist, von Fall zu Fall genauer hinzuschauen. Möglicherweise erklären sich so die angeblichen Widersprüche des DIW? Ich würde mich diesbezüglich über weitere Informationen freuen.

Vorschlag: Mitglieder sollen über die Glaubwürdigkeit der Argumente abstimmen

Etwas genauer hingeschaut hat jedenfalls meiner Leser. Er kennt sehr wohl den unterschied zwischen der derzeitigen Situation und einem zukünftigen, potentiellen Fachkräftemangel. Und zu dem hat er einen ganz konkreten, interessanten Vorschlag an den VDI: Der soll seine Mitglieder über die Glaubwürdigkeit der Argumente abstimmen lassen:

ich bestreite nicht, dass *in Zukunft* mal ein Fachkräftemangel entstehen könnte, gegen den man *dann* u.U. auch was tun muss.

Aber *hier und heute* haben wir keinen Fachkräftemangel – sonst müssten Löhne und Gehälter steigen.

Tun sie aber gerade in Deutschland seit Jahren *nicht* oder nur minimal (inflationsbereinigt). Da helfen auch die von Ihnen angeführten angeblich wissenschaftlich fundierten Zahlen nicht weiter. Sie sagen Sie vertreten die Interessen der Mitglieder (meist angestellte Ingenieure), und beauftragen gleichzeitig das IW (finanziert von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen) Statistiken zum Fachkräftemangel zu erstellen ? Welche Ergebnisse erwarten Sie da ? Die angesprochenen Zahlen werden zunehmend in der seriösen deutschen Presselandschaft angezweifelt (und nicht nur von einigen Querulanten und Exoten). Sogar der VDE hält den Alarmismus vom Fachkräftemangel für (Zitat) „völlig übertrieben“.

 

Daher möchte ich Ihnen folgendes vorschlagen:

 

In einer der nächsten VDI-Nachrichten geben Sie beiden Seiten nochmal die Gelegenheit, kurz und knapp zum angeblichen *heutigen* Fachkräftemangel Stellung zu nehmen, z.B. Hr. Hundt/Sinn/Henkel/Hüther  versus  Karl Brenke / Joachim Möller/ Heinz-Josef Bontrup / Michael Schanz / Simone Janson. Und dann befragen Sie online auf Ihrer Website Ihre Mitglieder, welcher Position die Leser eher zustimmen. Wenn mehr als 70% der Leser die Position des IW/VDI für zutreffend halten, bestätigt das sicherlich den VDI in seinem bisherigen Kurs und sie wären des Rückhalts Ihrer zahlenden Mitglieder versichert. Ich denke das wäre auch für den VDI eine Chance, sich auf der Höhe der Zeit zu präsentieren, zumal das Internet basisdemokratische Entwicklungen immer stärker einfordert (wie viele Beispiele der jüngeren Vergangenheit gezeigt haben). Auch wenn wir in der Sache nicht ganz übereinstimmen, so weiss ich es doch zu schätzen, dass Sie mein Schreiben Ernst genommen haben und ich eine schnelle Antwort erhalten habe. Danke dafür.

Nur Einzelfälle?

Ich bin mal gespannt, wie die Diskussion weitergeht. Den Vorschlag, die Argumente öffentlich zu diskutieren, finde ich jedenfalls ganz hervorragend. Das ist bei dem breiten Unmut unter Ingenieuren längst überfällig. Denn auch wenn der VDI, wie hier in der Antwort, gerne von Einzelfällen und Betroffenheitsjournalismus spricht: Tatsache ist, dass ein immer größer werdender Teil seiner Mitglieder unzufrieden mit der Politik des Vereins ist. Daher wirkt das leider ein wenig arrogant und von oben herab.

Wer ernst genommen werden will, muss seine Mitglieder ernst nehmen

Und mal ganz unabhängig davon, welche Zahlen denn nun stimmen, täte der VDI gut daran, wenn er weiterhin als Interessensvertretung von Ingenieuren ernst genommen werden möchte, das Unbehagen seiner Mitglieder ernst zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen, statt abzuwiegeln. Sonst könnten auf Einzelaustritte schnell Massenaustritte folgen. Ich erinnere da nur an die schöne Seite , mit der o2-Kunden geben genau gegen diese Einzelfall-Politik erfolgreich zu Felde zogen.

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  1. Wenn man mit einem guten Uni-Abschluss mehr als 200 erfolglose Bewerbungen schreiben muss um hinterher immer wieder zu hören, dass fehlende Berufserfahrung ein großes Hindernis ist, ist es eine Katastrophe, dass die Unternehmen lieber fertige (billigere) Fachkräfte aus dem Ausland haben wollen, anstatt sich die Mühe zu machen, junge Absolventen einzuarbeiten und Ihnen eine Chance zu geben. Und Verbände wie der VDI unterstützen dies auch noch anstatt sich für ihre Mitglieder einzusetzen.

    • Zunächst sollte man nicht den Fehler machen, den VDI als Verband zu sehen, der sich für seine Mitglieder einsetzt. Es ist ein Arbeitgeberverband. Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Informatiker zu dem Thema und der sagte Sinngemäß, als Lobbyvereinigung für die Arbeitgeber sei es völlig legitim, dass sich der Verband für die Interessen seiner Lobbygruppe einsetzt. Da bleibt nur: austreten.
      Tatsächlich müssen Unternehmen noch lernen, selbst in die Weiterbildung ihrer Fachkräfte zu investieren. Häufig wird jemand mit ganz speziellen Fähigkeiten gesucht und wenn Sie das nicht gerade zufällig an der Uni gelernt haben – Fehlanzeige. Da scheint dann der Blick ins Ausland die vermeintlich billigere Lösung.
      Von vor allem mittelständischen Unternehmen höre ich dann immer gerne von der großen Angst, die man davor hat in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter für viel Geld zu investieren, weil diese dann mit der neu erworbenen Kompetenz zum nächsten Arbeitgeber wechseln. Auch das zeigt, wie sehr sich der Arbeitsmarkt für alle Beteiligten verändern wird.

  2. Pingback: ARD-Märchen Arbeitsmarktreport: Zuviel Feuilleton – zuwenig Analyse | Crosswater Job Guide

  3. Und warum verlassen viele Fachkräfte gerne die BRD und im Gegenzug wird die Zuwanderung von allen möglichen Belastungsfaktoren für Steuern und Lohnnebenkosten in die BRD forciert?

    Wenn man die Einlassungen vom VDI so liest, kann man sich nur wundern. Achja, um diesem pösen Betroffenheits-Jounalismus entgegen zu treten geben die ein Interview bei Spiegel-Online?

    Jetzt weiß man woran man ist.

    • Hallo Herr Piesters,
      dass Zuwanderung von Belastungsfaktoren forciert wird, halte ich für ein Gerücht. Wenn Sie darüber hinaus Ingenieur sind und zu dem Thema etwas zu sagen haben, vermittle ich sie gerne an eine Kollegin von der ARD für eine entsprechende Reportage weiter.

    • Brisant! Ich: Ingenieur, Abschluss Master 2014, VDI Austritt 2014! Stinke sauer auf diesen Wirtschaftsverband! Einzelfall?

      Sicherlich nicht! Mehrere meiner Kommilitonen sind aus dem Studium in die Arbeitslosigkeit gegangen! Berufseinsteiger haben es nur leichter als ältere Ingenieure solange Frau und Kinder nicht existent sind. Wir junge Menschen haben die Wahl zwischen tausenden Absagen und der Hoffnung mit viel Glück doch eine Stelle zu bekommen oder Leiharbeit, moderner Sklavenhandel, (entschuldigen Sie mich: Dienstleistern – noch nicht so negativ behaftet – aber ein Ingenieur kann schon aus seiner Arbeitsweise heraus keinen Dienst leisten….wie auch immer)! D.h. schlechtes Gehalt, keine Firmenzugehörigkeit, man fährt halb Deutschland ab….weitere tausend negative Gründe. Aber die Projektvielfalt ist so toll und man wird von einer Firma übernommen!

      Fakt ist: in den Projekten landen man wenn sie schon laufen und fliegt bevor sie abgeschlossen sind, also die Spitzen abpuffern, wer glaubt heute noch übernommen zu werden, irrt sich gewaltig! Die Konzerne sind schon dahinter gekommen, dass Leiharbeit eine Dauerlösung ist.

      Falls jemand an dem nicht existierenden Ingenieurmangel zweifelt, sollte versuchen bei einem Dienstleister einen Job zu bekommen, dass ist ebenfalls sehr schwer geworden!

      Sollte jemand jetzt denken, frustrierter Ingenieur mit schlechten Qualifikation, dem sei gesagt: Einser Abschluss, Auslandsaufenthalt, zusätzliche Fortbildung, erste Erfahrung als studentische Hilfskraft! Jupp bringe ich mit, reicht nicht!

      Zu der ARD Reportage gibs die jetzt bald oder gabs die schon? Mich zu äußern persönlich? Nein, dann sind meine Chancen gleich null, obwohl ich nicht viel zu verlieren habe!

      • Hallo,
        Sie sind leider kein Einzelfall und ich habe das Thema auch bereits in die Medien getragen. Ja, am 22. Juli wird es zum dem Thema auch eine ARD-Reportage geben, abends vor den Tagesthemen. Das ist leider das Dilemma bei der Geschichte: Alle beklagen sich, öffentlich will sich niemand auch nur anonym dazu äußern. Allerdings ist es dazu nun auch ohnehin zu spät.

  4. Ingenieure können rechnen. Wenn es laut Finanzamt 1,6 Mio erwerbstätige Ingenieure gibt, aber pro Jahr 60000 neue Absolventen hinzukommen, bleibem einem studierten Ingeniuer 26 Berufsjahre bevor er wegen seines Alters mit ca. 52 entlassen wird. Oder es arbeiten nur 60 Prozent der ausgebildeten Ingenieure als Ingenieuer, die anderen als Taxifahrer oder Bundeskanzler(in), wobei letzteres eher selten ist.
    Wenn das arbeitgebernahe (siehe Wikipedia) IW von Fachkräftemangel spricht, dann weiß man dank diese Zahlen als harte Fakten a) daß sie lügen und b) daß der VDI sich arbeitgeberlügen zu eigen macht.

    Das ist das was alle Ingenieure schon lange wissen.

    • Danke für das Rechenbeispiel. Sie haben noch bis Mai die Gelegenheit, über Ihre Erfahrungen in einem Interview mit der ARD zu berichten. Bei Interesse bitte bescheid geben.
      Viele Grüße

      • Warum sollte man so unklug sein und öffentlich dagegen agitieren? Nicht nur wir Selbständige sondern auch die Angestellten sind davon abhängig, dass wir Arbeit haben und wer sich öffentlich dagegen äussert ist draussen! Ich muss hier nicht auf den traurigen Fall aus dem MCNET Forum aufmerksam machen, der sich öffentlich engagiert hat und eine Gewerkschaft der Ingenieur gründen wollte und dann gefeuert wurde. Keiner fasst das heisse Eisen an aus Angst, er bekommt Probleme! Die Öffentliche Meinung ist die, dass es einen Fachkräftemangel geben muss und das heulen alle Wölfe nach. Die Politiker sind die Büttel der Industrie und nicht selten die Nutzniesser der Zeitarbeit, siehe Herr Clement. Es wäre mal eine interesante Sache für Journalisten, den vielen kleinen Zuwendungen nachzugehen, die die Chefs der grossen Ingenieursfirmen ihren Auftraggebern in den grossen Firmen hintenrum zukommen lassen, siehe einen Fall im Nürnberger Nordostpark. Nein, nein, bei einer solchen politisch gewollten Situation heisst es brav sein, die ausländischen Mitarbeiter begrüssen und nach aussen nett sein und schauen, dass alles politisch korrelt läuft und nebenher zusehen dass man seine Schäfchen ins Trockene bringt. Ich brauche noch zwei Dekaden, solange wird es hoffentlich noch reichen mit den Aufträgen.

        • Hallo Selbständiger,
          wenn aber keiner etwas sagt, wird sich auch an der öffentlichen Wahrnehmung nie etwas ändern.
          In der Sendung können die Interviewpartner auch anonymisiert werden. Gesucht wird noch jemand, der auch etwas zum Verdienst von im Ausland angeworbenen Fachkräften sagen kann. Überlegen Sie es sich.

    • Falls das eine Anspielung auf Frau Merkel sein soll, sie ist Physikerin keine Ingenieurin.

      @Simone Janson
      Ich finde sie bekommen hier eine sehr verzerrte Darstellung der Situation der Ingenieure in Deutschland.
      Klar gibt es Leute bei denen es schlecht gelaufen ist oder schlecht läuft, wie in ALLEN Berufsgruppen.

      Ich habe Elektrotechnik studiert und bin seit einiger Zeit aus der Uni der Uni raus und wirklich alle meiner ehemaligen Kommilitonen sind zu guten Konditionen ins Berufsleben gestartet. Keiner nagt am Hungertuch. Die Arbeitsmarktsituation ist wesentlich besser als in vielen anderen akademischen „Sparten“.
      Auch ist sie besser als bei Chemikern, Biologen und sogar Physikern.

      Ich habe auch viele ältere Kollegen, es ist mitnichten so dass jeder „Ingenieur“ ab 50 „rausgemobbt“ wird. Im Gegenteil, es sind gefragte Spezialisten.

      Die Minderheit der Ingenieure arbeitet in Leiharbeit.
      Tatsache.

      Da sie immer von „den Ingenieuren sprechen“: Man muss man bei den Fachrichtungen stark differenzieren. Die Arbeitsmarktsituation bei Gartenbauingenieuren oder bei Textilingenieuren ist sicher komplett anders (wesentlich schlechter) als bei den Elektroingenieuren oder Chemieingenieuren. Ich hoffe das wird in diesem Beitrag in der ARD auch angesprochen, worum auch immer es genau gehen wird.

      Sie sollten daher den Beiträgen von einigen Frustrierten, die sich nur im Internet äußern und vermutlich im Privatleben die Klappe nicht aufbekommen, hier in ihrem Blog deshalb nicht zuviel Gewicht beimessen.

      Gruß

      • Hallo Robert,
        Sie sind der erste, der diese Position vertritt.
        Vielleicht möchten Sie in der ARD-Sendung etwas zu dem Thema sagen? Ich leite gerne Ihren Kontakt weiter!

        • da bin ich aber mal gespannt, wer das ist, der da zu guten Konditionen gestartet ist. Ich bin derzeit (wieder mal ) bei einem der grössten AG für Elektrotechnik in Deutschland tätig und beobachte seit nunmeher fast 10 Jahren, wer dort als embedded Entwickler in Sachen Elektronik, Software und Microcontrollertechnik eingestellt wird. Es werden a) immer weniger, b) immer billger und c) immer mehr über Zeitarbeit und dies inzwischen über den hausinternen Personaldienstleiser. Besagter AG scheffelt jährlich Millionen an Gewinnsteigerungen und zahlt seinen etablierten Ingenieuren Gehälter um die 100.000 aufwärts, für Neueinsteiger gibt es nicht mal die Hälfte. Ich als Mitte der 90er begonnen habe zu arbeiten, gab es bis zu 75.000 DM für einen Ingenieur mit Uni Abschluss. Hochgerechnet auf heute wären das an die 60k. Viele Anfänger kriegen aber nicht mal 45k ! Das ginge nicht, wenn ein grosser Teil der Ingenieure eine Alternative hätte. Anfänger sind heute realtiv billiger zu haben und es gibt mehr, als zu meiner Zeit trotzdem herrscht ein Mangel? Die Firma hat immer weniger Bedarf, lässt Neueinwicklungen im Ausland machen, sendet dann Selbständige dorthin, das zu managen. Zur gleichen Zeit schreibt die Firma eine Stelle nach der anderen aus, besetzt sie aber nicht! Bewirbt man sich als Erfahrener ist man schon zu alt oder bekommt ein mickkriges Anfängergehalt geboten, weil die Stellen von vorn herein aus Personen mit 5 Jahren BE ausgelegt sind.

          Wie wäre es wenn die Damen und Herren Journalisten mal einige Schauspieler in die Abteilungen schicken, die sich mit perfekten Lebensläufen bewerben? Dann werden Sie sehen, dass Ingenieure ab 40 praktisch keine Chance haben es sei denn es sind Fachspezialisten, die man von der Konkurrenz klauen kann. Die Schauspieler könnten dann live berichten, wie es ist, sich beim Dienstleister zu bewerben, wie man dort behandelt wird und wie man mit den Verträgen über den Tisch gezogen wird. Ich könnte hier einen Fall aus eigener Erfahrung nennen, DARF es aber nicht, weil ich in einem Sicherheitsbereich eingestzt war, und Detailinformationen meiner Tätigkeit dort nicht eröffnet werden dürfen. Ausserdem könnte ich wegen Rufschädigung verklagt werden, sagt mein Anwalt, also heisst es MUND halten, Ingenieur.

          Da bleibt dann nur der Weg der Selbständigkeit um auch als über 40jähriger noch einen Job zu bekommen, bei steigendem Druck! Tatsache ist, dass die meisten Selbständigen meines Fachgebiets nur etwa 70% ausgelastet sind, Dass sind Tausende Arbeitsstunden die man steigern könnte, wenn die Firmen tatsächlich mehr Bedarf hätten.

          • Diese Diskrepanz in der Meinung interessiert mich auch!

      • Sie meinen also, dass vom Fachkräftemangel nur Ingenieure betroffen sind? Ich bin Physikerin, habe meine Abschlussarbeit aber bei den Ingenieuren geschrieben. Ich kann die Argumente der arbeitssuchenden Ingenieure zu 100% auch auf meinen Bereich hinüberziehen.

        • Danke für den Hinweis. Nein, ich meine nicht, dass davon nur Ingenieure betroffen sind, ich kann mir sogar gut vorstellen dass es bei Physikern wegen der höheren Theorielastigkeit noch schlimmer aussieht.

    • Richtig, Ingenieure können aber nicht nur rechnen, sondern auch sehen und denken und was ich zu sehen bekomme ist eine immer weiter sich ausbreitende Situation der Zeitarbeit und das Auslagern auf Selbständige. Dass diese dann nicht in der Arbeitslosenstatistik austauchen ist Augenwischerei, denn die Zeitarbeiter sind unterBEZAHLT und die Selbständigen unterBESCHÄFTIGT! Würde man die in Deutschland tätigen selbständigen Ingenieure voll auslasten, könnte man Zehntausende „fehlende“ ersetzen! Dass dies nicht ausgenutzt wird ist der beste Beweis, dass es nicht mehr Arbeit gibt.

      Grund für die scheinbar steigende Stellenzahl ist die Zeitarbeit! In den wenigen Bereichen, die boomen, werden Leute gesucht, die ad hoc nicht zu beschaffen sind und damit haben die Firmen Probleme zu besetzen. Also schreiben sie 5 Zeitarbeiter an und die schalten Stellenanzeigen ohne Ende. Die Tarife zu denen man dort arbeiten soll, sind aber unterirsch! Oft genug werden dort gerade mal 3000,- brutto und eine freiwillige Zulage geboten. Dass sich dort keiner findet ausser Unqualifizierten und Arbeitslosen führt nun zu einer überspitzen Suche nach Ausländern. Derzeit wird in Spanien gesucht, was das Zeugs hält und da auch die Spanier irgendwann mal merken, dass sie nur ausgenutzt werden und viel weniger erhalten, als die Deutschen und vor allem die Festangestellten, ist auch diese Quelle erschöpflich. Also werden die Chinesen und Inder ins Land geholt und unsere eigenen Ingenieure müssen immer weiter runter mit den Gehältern wenn sie wechseln und sie finden dank der steigenden Fluktuation keinen Job mehr, wenn sie mal 50 sind. Dann dürfen sie als Techniker arbeiten. Sie tauchen auch wieder in keiner Statisktik auf, weil sie ja nicht arbeitslos sind. Sprechen sie mal mit Ingenieuren ab 50. Da gibt es fast nichts, wenn man mal draussen war. Ich habe Kollegen, die sich für 40,- die Stunde als IT Informatiker anbieten und einfachste Jobs machen müssen, während die 30 Jährigen die guten Projekte abgreifen und das Doppelte bekommen, einfach weil die Konkurrenz unter den alten zu gross ist.

      Den VDI habe ich schon lange abgeschrieben. Hört man sich die politisch geprägten Reden auf offiziellen Veranstaltungen an, so geht es auch den Herren dort nur noch um die Verwaltung des Niedergangs. Denen sind die Mitgleideraustritte durchaus bewusst, aber sie können nicht aus ihrer Haut und die meisten dort haben sich eingelebt.

      Wer an den Fachkäftemangel glaubt, der stelle ein Profil auf Monster oder XING ein und warte auf Angebote. Es kommen nur dubiose Personalvermittler und Zeitarbeiter.

  5. Wer die Lüge vom Ingenieurmangel in Deutschland immer noch glaubt sieht an den Tatsachen vorbei. Fragt doch einfach in euer Region Ingenieure, Arbeitsagenturmitarbeiter und Unternehmer nach dem angeblichen Mangel. Nicht nur Studienabgänger auch ältere (ab 50), berufserfahrene, qualifizierte Ingenieure werden nicht eingestellt. Preisdumping und Ingenieurdienstleister (Zeitarbeit) beherrschen den Markt. Ich habe von suchenden Ingenieuren schon gehört ‚Ach wäre ich doch Handwerker geworden! oder wer Ingenieur ist darf heute keine Familie mehr haben um Allzeit den Arbeitsstandort wechseln zu können.‘
    Aus meinem VDI (Verein deutscher Ingenieure) den ich jetzt 23Jahre bezahlt habe trete ich nach dem Wandel den er in den letzten vollzogen hat jetzt entgültig aus. Interessenvertreter der Ingenieure in Deutschland – das war mal. „Ich bin doch nicht blöd …“ sagt selbst die heutige Werbung. Der heutige VDI (Verein deutscher Industrie) wird doch von der selbigen gesponsert. Da brauchen die meine Beiträge doch nicht mehr. Mit dem VEREIN und dessen Entwicklung sollte sich Presse, Funk und Fernsehen mal intersiever beschäftigen nicht nur mit dem ADAC!

    • Hallo Herr „Kohl“,
      danke für den Kommentar. Eine Kollegin von mir sucht für eine ARD-Reportage übrigens gerade Ingenieure, die sie zu diesem Thema interviewen möchte. Wenn Sie Interesse haben, geben Sie mir bitte einen kurzen Hinweis. Danke.

  6. Hallo, danke für den Hinweis. Wir haben die Zahlen des VDI ja immer wieder diskutiert – z.B. hier:

  7. Wie kommt der VDI auf solche Zahlen ? Diese Zahlen sind meiner Meinung manipuliert. Wie genau werden die fehlenden Stellen ermittel. Bin Wirtschaftsingenieur und Arbeitslos so wie viele. Mittlerweile bewerbe ich mich auf Hilfsarbieterjobs, bekomme aber keinen weil Überqualifiziert. Diese Zahlen vom Arbeitsmarkt zweifel ich an ! Der VDI verlässt sich dem Anschein nach nur auf die Informationen der Arbeitgeber. In Deutschland müssten wir ja im Paradis leben nicht genug Ingenieure, nicht genug Ärzte, nicht genug Pflegekräfte, nicht genug Facharbeiter, nicht genug Informatiker, jetzt sollen sogar die Handwerker knapp werden (Huuhahaha). Realität ist; überall sinken die Gehälter und Löhne (was bei einem Mangel ja nicht der Fall sein sollte (Angebot/Nachfrage). Die Dozenten an den HS verbreiten ungeprüft diese Propagande in die Studenten. Das was der Teilnehmer Geschädigter schreibt in seinem Beitrag is allgemein bekannt. Die Zukauf steigt in den Unternehmen an, es wird weniger selber Entwickelt. Simone Janson ich weiss nicht wie der VDI diese Zahlen Ermittelt, habe aber irgendwo mal im Forum gelesen das der VDI jede freie Stellte die vom AG gemeldet wird mit dem Faktor 8 multipliziert. Sollte dass wahr sein dann sind effektiv nur max. 10000 freie Stellen für Ing. vorhanden, was sich aus meiner pers. Einschätzung als realistische Zahl tätsächlich Ergibt. An alle die meinen Beitrag lesen Zweifelt die Angaben über sogn. Fachkräftemanl an ! Alles Lobbypropaganda um durch Überangebot die Gehälter der Ingenieure auf ein Hilfarbeiterniveau zu bringen.

  8. @dob: Das hast Du äußerst treffend formuliert, Respekt:

    „Der VDI hat nun ein Problem, weil er eine vorwiegend auf Umfragen in Unternehmen basierte Arbeitsmarktanalyse über Jahre als Ist-Zustand verkauft hat. Nun ist er in der Situation, auf Biegen und Brechen an diesem Verfahren festzuhalten, anders ermittelte Zahlen als falsch darstellen und Kritiker abqualifizieren zu müssen.“

    Schliess Dich uns auf Twitter (geht auch anonym) oder unter unserem Mail-Verteiler an und vor allem: Weitersagen…Twittern…verlinken etc.. Danke !

  9. Hallo Frau Janson,

    danke für diesen Artikel und die Verfolgung der „MINT-Fachkräftemangel‘-Diskussion.
    Nachdem ich selbst das Thema wegen Überdruss einige Zeit nicht weiter verfolgt habe, ist mein erster Eindruck, dass die DIW-Studie und die vielen Leserkommentare in Online-Foren mit einiger Verzögerung doch wirken. Durch seine Kontinuität und die Links trägt bestimmt auch Ihr Blog mit dazu bei.

    Der VDI hat nun ein Problem, weil er eine vorwiegend auf Umfragen in Unternehmen basierte Arbeitsmarktanalyse über Jahre als Ist-Zustand verkauft hat. Nun ist er in der Situation, auf Biegen und Brechen an diesem Verfahren festzuhalten, anders ermittelte Zahlen als falsch darstellen und Kritiker abqualifizieren zu müssen.

    Der Aktion ‚Wir sind VDI‘ wünsche ich viel Erfolg.

    • Danke für Ihren Kommentar. Die Aktion „Wir sind VDI“ sucht auch noch Mitstreiter. Ich freue mich, wenn meine Arbeit dazu beiträgt, die Dinge ein kleinwenig besser zu machen.

      • Habe mich bereits registrieren lassen, bin aber kein Mitglied im VDI. Leider, weil ich zu gerne mit austreten würde 🙂

  10. Wenn man fuer die Gleichbehandlung, Aufklaerung und gleichen Lohn fuer gleiche Arbeit demonstriert, ist das doch nur im Sinne der Gewerkschaft 🙂
    natuerlich soll der gleiche Lohn der alte sein 🙂
    War ja auch nur so eine Idee….

    Meine Kollegen halten auch nichts vom VDI. Ich kann ja mal bescheidgeben.

  11. Innerhalb der EU herrscht völlige Arbeitnehmerfreizügigkeit – jeder kann arbeiten wo er will, und das ist auch in Ordnung so.
    Eine Demo bei der Spanier-Aktion Ende Juni würde allzuschnell als antieuropäisch und ausländerfeindlich interpretiert werden glaube ich – und das liegt mir fern.

    Eine Demo vor dem VDI-Hauptquartier in Düsseldorf fände ich schon interessanter, da könnte man auch die Presse hinzurufen.

    Ich würde mich sehr freuen wenn Du mithilfst für so eine Aktion, vielleicht im Herbst, möglichst viele Leute zusammenzutrommeln.
    Hilf mit beim Gewinnen weiterer Mitstreiter für *wir-sind-vdi* – Verweise im Netz auf unseren Email-Verteiler bringen uns nach vorne: Twitter, Facebook, Xing, Mails, Blogposts, Kommentare ….
    Und falls Du eine Idee hast, die aber Geld kostet, können wir Dich ggf. auch finanziell unterstützen.

    Jeder, der über unsere weiteren Aktivitäten im Bilde bleiben möchte, schicke bitte eine kurze Mail an uns. Darüber hinaus kann *wir-sind-vdi* auch bei Twitter verfolgt werden.

  12. Wenn es stimmt, dass Firmen Fake-Ausschreibungen machen, koennten erwerbslose Ingenieure doch diverse Fake-email-Accounts erstellen und sich vielfach auf eine Position bewerben 🙂

    dann waere der Pseudomangel pseudogeloest. 🙂

    • Hallo Jemand,
      naja, sicher witzig, aber m.E. nicht zielführend. Besser fände ich konzentrierte Aktionen, so wie die von „Wir sind VDI“.

      • ok, aber beim brainstorming ist keine Idee tabu und ich denke der Hinweis auf die Veranstaltung Ende Juni war nicht verkehrt. Wenn sich da dt. erwerbslose Ingenieure zwecks Demo einfaenden, um FUER eine Gleichbehandlung auslaendischer Ingenieure zu protestieren (damit die Detuschen selbst wieder Chancen erhalten), wuerde den spanischen Ingenieuren auch die Augen geoeffnet. Sie koennten sich vielleicht sogar mit den Deutschen solidarisieren.
        Die hohe Erwerbslosigkeit in Spanien ist sicher leider auch nicht (nur) wegen der Unfaehigkeit der spanischen Wirtschaftselite entstanden.

        • Hallo Jemand, das ist eine gute Idee. Wende dich damit am besten an wir-sind-vdi@web.de, die haben bereits einen großen Verteiler für solche Aktionen und ein wenig Geld um für evtl. Kosten aufzukommen.

  13. hehe, danke fuer die Blumen 😀

    Ups, mein post war iwie nicht komplett, wollte schreiben, dass es in Villingen-Schweinningen zu einer Veranstaltung kommt, an der viele Vorstellungsgespraeche stattfinden, aber das wird ja spaeter klar, hoffe ich 🙂

  14. Ach so! Ich habe mir hier einen abgewundert und war schon am verzweifeln 🙂
    Danke!
    Ich hoffe, es interessiert.

  15. Warum kann ich nicht mehr posten? WOllte auf eine Rekrutierungsveranstaltung fuer Spanier in Villingen-Schwenningen hinweisen.

    • Hallo Jemand,
      sorry, wenn in dem Kommentar mehr als ein Link vorhanden ist, muss ich den Kommentar erst freigeben. Das soll verhindern, dass hier alle möglichen Leute Werbung machen 😉 Ich käme sonst aus dem aussortieren nicht mehr raus. Ich habe den ersten Kommentar nun freigegeben und die anderen beiden gelöscht. Danke für den Hinweis!

  16. Ich bekam am 15.5. eine Mail: das Locken auslaendischer Kraefte geht weiter. Die 2011 gegruendete Zusammenarbeit zwischen deutschem und spanischem Arbeitsamt geht weiter etc. und in Villingen-Schwenningen kommt es wohl wieder

    Die meisten in Spanien ankommenten Stellenangebote gaebe es im Ingenieurwesen.
    Die Links fuehren zu Angeboten bzw. Informationen zu den Vorstellungsgespraechsveranstaltungen.

    <- Programm, es geht mit dem Einfliegen der Fachkraefte los, die dann in Hotels untergebracht werden. Begruessung, Vorstellung der Region, blu, bla und trullala. Am 2. Tag, den 26.6. werden sich die Herrschaften ueber den Tag in einer riesen Vorstellungsgespraechsveranstaltung dann vorstellen.

    Falls jemand – zurecht – demonstrieren will, moege er bedenken: die Spanier werden benutzt, sie kommen nicht, um jemandem den Job wegzunehmen, denn sie glauben wirklich an einen Fachkraeftemangel. Sie kennen die Situation hier nicht.

    Der Originaltext der Mail fuer Menschen die Spanisch beherrschen:

    Continúa en 2012 la colaboración entre los Servicios Públicos de Empleo de España y de Alemania iniciada en 2011 y encaminada al reclutamiento de personal cualificado español para trabajar en Alemania. La mayoría de las ofertas que nos llegan siguen siendo dentro del ámbito de las ingenierías, aunque también solicitan profesionales cualificados del metal y en menor medida profesores de español para educación secundaria y Turismo-Hostelería.

    Se va a modificar la gestión de los procesos de selección que se realizarán a lo largo de este año. Estamos haciendo un último envío de información desde este buzón de correo para difundir la convocatoria de

    Proceso de selección para Alemania (Villingen-Schwenningen)

    Disponen de toda la información al respecto aquí:

    Tengan en cuenta que a partir de ahora dejará de estar vigente su antigua candidatura y que para recibir información de los nuevos procesos de selección tienen que consultar directamente las

    Ofertas, convocatorias y proyectos de empleo en la web del Servicio Público de Emplo Estatal (SEPE):

    En cuanto al sector sanitario este año se ha iniciado una colaboración con el equipo de EURES-Alemania que se ocupa de este sector para reclutar profesionales de la medicina y enfermería que nos ha pedido la difusión de esta información:

    Les recordamos que en general sigue siendo imprescindible como mínimo un nivel intermedio de Alemán (B1) aunque en determinadas ofertas de empleo aceptan un B2 de Inglés: B1/B2 del Marco Común Europeo de Referencia para las lenguas

    Reciban un cordial saludo,

    Equipo EURES España.

    (si ha contactado varias veces con nosotros es posible que reciba varias veces esta información)

  17. Hmm?! Ich hatte doch eben gepostet?! Wird geprueft oder hat es nicht geklappt.

    Danke der Anerkennung. Mein anderes Heimatland ist Spanien. Dort heisst es, in Deutschland gaebe es Jobs en masse. Man ist begeistert von den Vorstellungsgespraechsaktionen in MAdrid und von den Flugzeugcharteraktionen, wenn Ingenieure zu Vorstellungsgespraechen in Sondermaschinen nach Deutschland geflogen werden, denn es ist nicht bekannt, dass die Firmen fuer die Reisekosten aufkommen muessen. Die spanischen Ingenieure, die ich schaetze und mag, bieten sich hier fuer Gehaelter an, die deutsche Firmen noch fuer Nettogesuche halten. Aber selbst dann ist es noch weniger als das was ein Deutscher verlangen konnte… Meine Leihfirma ist jedenfalls gluecklich mit der Vermittlung spanischer Arbeitnehmer. Auffaellig ist, dass viele Ingenieure in Leihfirmen im Personalwesen arbeiten.

    Falls der andere Beitrag geprueft wird, muss dieser hier nicht zugelassen werden.

    • Hallo,
      sorry. Nein, der Kommentar ist einfach nicht erschienen, sorry, da muss etwas schief gelaufen sein. Nein, geprüft wird nicht.
      Genau das ist ja das Problem bei der Blue-Card, das der DIW kritisiert.

  18. Hallo,

    sehr gut geschrieben. Ich habe zwei Heimatländer, Deutschland ist eines davon, wo ich auch aufwuchs. Ich habe ein paar Jahre im anderen Heimatland verbracht, wo meinen dortigen Landsmännern viele Jobs in Deutschland in Ausicht gestellt wurden. Mir nicht. Ich habe jetzt einen, der nicht meinem Profil entspricht, während meine anderen Landsmänner Stellen bekommen, auf die ich mich beworben habe und hätte. Die ganze Leiharbeit geht mir auf den Geist und dass man schon blind in Stellen hineingedrängt wird, um überhaupt etwas zu bekommen. Ich bin für das was ich tue falsch bzw.- überqualifiziert und todtraurig, weil ich obendrein auch noch dauernd kritisiert werde. Vielleicht muss ich beiden Heimaten den Rücken kehren.

    • Hallo Jemand,
      Spannendes Thema, danke für den Kommentar.
      Gerade diese Tage habe ich von dem ungeplanten Run portugiesischer Fachkräfte auf Schwäbisch Hall gelesen:
      Da würde es mich natürlich interessieren, welches zweite Heimatland das ist und was den Leuten dort über die Situation in Deutschland erzählt hat.

  19. Hallo,

    ich bin zwar kein Ingenieur, aber auch wir haben uns dem Thema Fachkräftemangel in Deutschland, in unserem Blog, angenommen.
    Ich bin der Meinung, dass in manchen Bereichen schon ein Fachkräftemangel besteht. In vielen Bereichen finde ich den großangekündigten Fachkräftemangel jedoch nicht.

    Es ist dabei auch falsch nach den Stellenangeboten zu gehen. Ich selber schaue mir regelmäßig die Stellenangebote durch. Es ist nicht zu glauben wie viele davon über Jahre ausgeschrieben werden und nicht besetzt werden. Nun könnte einer denken, dass die Unternehmen keine Kräfte finden. Aus guter Quelle weiß ich jedoch, dass sich viele gut qualifizierte Fachkräfte auf solche Stellen bewerben, die nur geringe Abweichungen vom Stellenprofil vorweisen. Daher bin ich der Meinung, dass viele Stellenanzeigen nur aus Imagezwecken aufgeben werden.

    freundliche Grüße
    Josef

    • Hallo Josef, das ist sicher auch noch ein Aspekt der dazu kommt und der die Statistik verzerrt. Danke für den Beitrag.
      Simone Janson

  20. Falls tatsächlich laut VDI 70.000+ Ingenieure händeringend gesucht werden.
    Wo sind diese Firmen?

    Bisher höre ich nur die Arbeitgeberverbände stöhnen über einen drohenden Ingenieur- und Fachkräftemangel. Die Bedrohung höre ich seit ca. 25 Jahren.

    Ich habe einen Job bei einem Ingenieurdienstleister, der das sogar Zeitarbeit nennt.
    So kann ich ganz gelassen mich weiter bewerben.

    Stellenangebote: 90% Zeitarbeitfirmen
    U.a. eine nette Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirme / Personalvermittler in meiner Gegend (NRW).

    „Aufgrund der Vielzahl der Bewerber können wir Ihnen die Reisekosten zum Vorstellungsgespräch nicht erstatten.“ (das wären ca. 10€ gewesen)

    Dieser Mangel muss schrecklich sein.

  21. Dieser liederliche Lobbyisten-Verein leistet sich nicht mal einen Profi zum Verfassen der Pressetexte. Herr Marco Dadomo (Pressesprecher des VDI) macht drei mal den „dass – das“-Fehler. Stümper!

    Wenn der Rest auch so arbeitet, dann wundert mich gar nichts mehr.

    Jupp

  22. Ich denke ich muss gar nicht darauf hinweisen, aber trotzdem:

    Spiegel:
    Dramatische Akademiker-Studie: Merkels Bildungsweise schlagen Alarm

    Davon abgesehen das der Akademiker/Ingenieurmangel natürlich völliger Kappes ist, prophezeie ich im Nachgang eines solchen, offensichtlich von den entsprechenden Lobbygruppen plazierten Artikels & Studie eines:
    dass die Arbeitgeberverbände aus ihren Schlammlöchern gekrochen kommen, sich den Morast abkratzen und deutlich machen, dass man zur Behebung des Ingenieurmangels doch an der Flexibilität und an den (zu hohen) Gehältern arbeiten sollte. Denn nichts lockt Fachkräfte mehr als niedrigere Gehälter und unsichere Beschäftigung, ist doch klar.

    Noch ein kleiner witziger Aspekt: in all diesen Lobbyartikeln sind völlige Widersprüche versteckt, die mit einem Trick(?) überspielt werden.
    „Obwohl die Zahl der Hochschulabsolventen eines Jahrgangs seit dem Jahr 2000 von 18 auf 25 Prozent gestiegen ist, fällt Deutschland international zurück.“

    Im Prinzip wird immer der auffällige Widerspruch aufgegriffen (z. B. auch bezüglich der eher fallenden Ingenieurgehälter und der prekären Massen-Beschäftigungssituation der Ingenieure) und mit einem lapidaren Satz in Zweifel gestellt – freilich ohne Argumente. „Trotz sinkender Gehälter existiert der Mangel, Firmen bekommen keine Ingenieure“.

    Dann noch Ingenieurdienstleister (=Zeitarbeit, und NICHTS anderes ist das) als positiv darstellen und ignorieren, dass alle Firmen ihre Ingenieur als Billiglöhner auslagern, ja Daimler seine Ingenieurfirma gar VERKAUFT und fertig ist die Lobby-Verarsche. Entschuldigung wenn ich mich teilweise wiederhole.

    • Hallo Gescbhädigter,
      vielleicht muss ich auch gar nicht auf die konzertierte Aktion hinweisen, die gerade gegen den VDI losgetreten wurde:

      Sie können sich dort gerne Gleichgesinnten anschließen und Ihren verständlichen Ärger in konstruktive Bahnen lenken.

      Simone Janson

  23. Hallo Geschädigter & Frau Janson

    leider habe ich erst jetzt Gelegenheit, zu Eurer hervorragenden Diskussion etwas beizutragen. Der oben in Auszügen zitierte Brief an den VDI stammt von mir, danke für Eure Anerkennung.
    Ich habe gerade eine neue Email-Adresse angelegt (wir-sind-VDI@web.de), um unsere Interessen zu bündeln. Ich glaube, da kann was ins Rollen geraten.

    Mir liegen Hinweise aus seriöser Quelle vor, die besagen dass der VDI mit falschen Zahlen zum angeblichen Fachkräftemangel operiert.

    Wer über das weitere Vorgehen auf dem Laufenden gehalten werden möchte => bitte kurze Mail an *wir-sind-VDI@web.de*

    Gruß
    wir-sind-VDI@web.de

  24. Gibt es zur „Zukunft der Arbeit“ etwas neues? Ich habe hier, aber auch im Mainstream nichts über das Thema gefunden, bei Terminen hier auf der Seite stand (nach diesem Datum) auch nichts neues.

    Übrigens fühlt sich der Arbeitgeberverband VDI wieder berufen, dem Ingenieurmangel zu huldigen – und wie immer sind die Antworten jenseits von glaubhaft oder befriedigend:

    Streitthema Fachkräfte – „Die Hälfte der Ingenieure geht bald in Rente“

    • Hallo Geschädigter,
      doch, ich habe die ganze Diskussion mitgeschnitten, nachzuhören hier:
      Allerdings wurde dazu wenig gesagt, daher liegt der Schwerpunkt des Artikels auf einem anderen Aufreger.
      Was IBM angeht, gab es dazu schon ein paar Meldungen. Allerdings habe ich anläßlich meines Vortrags mit dem Arbeitsrechtler Professor Dr. Peter Wedde dazu unterhalten, der genau zum Thema Telearbeit bei IBM promoviert hat (siehe z.B. http://www.sapler.igm.de/static/…/PeterWedde_SAP-Website_2007.pdf) und meint, die Idee sei eine alte Idee in neuem Gewand, die schon vor 20 Jahren nicht funktioniert hat. Ich wollte mich da auch noch einlesen – indes: Zeit… sorry.
      Ich freue mich aber natürlich über weitere Informationen zum Thema.
      SJ

  25. Hallo Geschädigter,
    danke für diesen sehr nützlichen Hinweis. Passenderweise wird am 8. Februar eine Diskussion zwischen Bundesarbeitsministerin Ursula van der Leyden und Katharina Borchert von SPON zum Thema „Zukunft der Arbeit“ – das passt da natürlich hervorragend. Über die Diskussion werde ich berichten. Ggf. gibt es auch ein Video oder die Sache wird gestreamt. Für weitere Infos bitte mal oben auf Termine klicken – und dann auf besagten Termin.

    Außerdem ist das ein sehr gutes Beispiel für einen Vortrag, den ich just heute abend halte. Also gleich doppelt Danke!

  26. Hier nochmal eine kleine, sehr sehr sehr traurige Ergänzung dazu:

    „[…] So soll der Konzern künftig nur noch von einer kleinen Kernbelegschaft geführt werden. Spezialisten und Fachkräfte hingegen will IBM auf einer eigens gegründeten Internetplattform anwerben. […]

    Ähnlich wie beim sozialen Netzwerk Facebook könnten Arbeitnehmer in dem IBM-Modell Bewertungen und Zeugnisse der Arbeitgeber erhalten, die dann von anderen Unternehmen eingesehen werden. Die in einer „Cloud“ (Wolke) organisierten Arbeitskräfte, heißt es in dem IBM-Papier, würden internationale Arbeitsverträge erhalten, um restriktive Vorschriften in den jeweiligen Heimatländern zu umgehen.

    Außerdem sollen sie auch nur für die Dauer der jeweiligen Projekte beschäftigt werden. Ein solches System, in dem weltweit Arbeitskräfte um befristete Jobs auf Internetplattformen konkurrieren, würde Konzernen wie IBM gewaltige Einsparungen bringen und die Effizienz erheblich steigern.

    […] sank die Zahl der unbefristeten Vollzeitjobs von 1999 bis 2009 um 18,5 Prozent. […] Zugleich stieg die Zahl der atypischen Erwerbsformen – etwa Leiharbeit oder Solo-Selbständigkeit – um fast 79 Prozent an.“

  27. Schade dass dieses Thema (zumindest hier, ich schreibe nicht auf mikrocontroller.net) nicht reger diskutiert wird.

    Ich möchte aus gegebenen Anlass von meinem „Einzelfall“ berichten. Wie schon öfter erwähnt bin ich trotz sehr guter Beschäftigung absolut unzufrieden mit dem Beruf & den Zukunftsaussichten des Ingenieurs.

    Ich habe vor einiger Zeit eine Bewerbungsinitiative gestartet, um den Markt auszuloten. Insgesamt habe ich knapp 60 Bewerbungen verschickt. Es war mir nicht möglich mehr als 12 Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen zu platzieren. Es gab schon Stellen, doch deren Anforderungen waren LÄCHERLICH. Auf die 12 Stellen passe ich beinahe perfekt. Der Rest waren Initiativbewerbungen – aber nur dort, wo diese noch explizit gefordert waren (und dies ist nicht häufig der Fall trotz krassem „Ingenieurmangel“).
    Jetzt, eine lange Zeit später, kann ich vermelden dass ich im Ingenieurspeckgürtel hier im süden Deutschlands genau 0 Antworten oder Einladungen bekommen habe.
    Das wundert mich nicht, denn IBM, Daimler MBtech (welches übrigens eine PR-Image-Kampagne getarnt als Jobangebote fährt!), NSN und einige weitere „entzerren“ ja den „angespannten“ Ingenieurmarkt.
    Bevor jetzt jemand wieder eigene Schuld, Einzelfall, … denkt:

    Ich habe mich LETZTE WOCHE auf einen nicht-technischen Job, der mich in eine völlig andere Richtung bringt beworben. Die Bedingungen – vor allem das Gehalt – sind anfangs sicher schlechter, aber lieber sicher als in Bälde arbeitslos.

    Und siehe da: ich habe sofort ein Vorstellungsgespräch!

    Ich war VÖLLIG perplex, das habe ich als Ingenieur noch nie erlebt! Man bewirbt sich und wird EINGELADEN!

    Mir erkläre jemand, warum die händeringend suchenden Firmen den Ingenieur nicht wenigstens einladen oder wenigstens absagen (nein, ich hänge ganz sicher nicht in-the-loop, die haben keinen Bock auf den Aufwand des Absagens).

    Also: mit etwas Glück verlasse ich bald den Beruf und fange in einem spannenden, herausfordernden und vor allem menschlichen Bereich an, der sehr im Gegensatz zum Ingenieurberuf sehr gute Zukunftsaussichten hat.

    Lustigerweise zähle ich dann zu dem 1/4 Ingenieure welche berufsfremd arbeiten und die Statistik des Ingenieurmangels verfälschen.

  28. Danke für diesen Artikel und die Anstrengungen des anonymen Ingenieurs (war leider nicht ich), er spricht mir aus der Seele und offenbart den Zustand sowohl des VDI als auch der Arbeitgeberverbände.

    Ich möchte nochmals auf ein weiteres „Problem“ hinweisen: kein anderer Berufszweig ist so stark von Auslagerung in’s Ausland betroffen wie der Entwicklungsingenieur. Ob den Job Bertrand in Deutschland oder irgend ein indisch/chinesischer Dienstleister macht kann ja den Arbeitgebern egal sein. Ein kleines Beispiel ist hier der Verkauf von MBTech (ex-Daimler eigener Ingenieurdienstleister) an einen französischen Dienstleistungskonzern, Motto: sind ja nur Ingenieure die Produktanteile (z. B. Antriebsstränge) entwickeln.

    Tatsächlich werden wir in Zukunft – neben dem Überangebot an Ingenieuren das an sich schon existiert – den massiven Abbau an Ingenieurstellen sehen. Aus den 500000 „frei werdenden“ Stellen werden so auch schnell 100000.

    • Hallo Geschädigter,
      Danke für die Ergänzungen: Haben Sie Studien, die die Auslagerung ins Ausland belegen?
      Darüber hinaus können Sie auch mal an den VDI schreiben und so die Aktion unterstützen.

      • Nein, leider keine Studien. Mein Wissen beziehe ich aus unserer eigenen Arbeitsweise (leider) und einem Wissen über einen gewissen großen Automobilzulieferer. Wäre schön wenn dies quantitativ erfasst würde. Ich sehe die Analogie zum Facharbeiter, denn was ausgelagert werden kann (egal wie schlecht) das WIRD ausgelagert nach Unternehmenslogik.

        Was man vermutlich einfach beziffern könnte wäre das Wachstum und die absoluten Zahlen für Ingenieur-Zeitarbeit und Ingenieur“dienstleister“ (-> schlecht verkappte Zeitarbeit), welche beängstigende Ausmaße annehmen – aber davon hast Du ja schon (teilweise) berichtet. Dies ist IMHO ein genauso guter Indikator dafür, das es für die Ingenieure in Bälde zappenduster aussehen wird…

        Ich bin gerne bereit für die Ingenieure auch aktiv Partei zu ergreifen, auch gegen den VDI aber ich bin KEIN VDI Mitglied (wohl aber VDE). Es war mir schon lange bevor ich den desaströsen Zustand des Ingenieurberufs erkannt habe klar dass der VDI ein Arbeitgeberverband ist und massiv Arbeitgeberinteressen vertritt.

        In den Wikipedia-Diskussionen zum VDI finden sich übrigens gute Argumente über den VDI – und dass er inzwischen reine Arbeitgeberlobby betreibt:

        http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Verein_Deutscher_Ingenieure

        Auszüge:
        „Fakt ist zudem, dass die Lobbyarbeit (Fachkräftemangel-Kampagne / EngineerING Card) des VDI inzwischen nicht nur von den Medien, von anderen Ingenieurverbänden und Gewerkschaften kritisiert wird, sondern auch unter den persönlichen VDI-Mitgliedern zahlreiche Proteste in Form von Leserbriefen, Beiträgen in den VDI-Nachrichten und Forenbeiträgen hervorgerufen hat. Die Unzufriedenheit eines Teils der VDI-Mitglieder spiegelt sich auch in den schlechten Umfragewerten bei der Mitgliederbefragung 2011 wider, die im Gegensatz zu den Vorjahren nicht mehr auf der VDI-Homepage veröffentlicht wurde, und hat in 2010 sogar zur Gründung einer Interessensgemeinschaft gegen die Lobbyarbeit des VDI geführt.“

        Noch ein kleiner Fun-Fact:
        Ich habe mich ja ebenfalls von den falschen Versprechungen in’s Ing-Studium locken lassen (ja, ich wollte auch Ingenieur werden und HABE die Fähigkeiten und Interessen, aber auch ja ich würde es nie wieder tun und hätte ansonsten einen Beruf mit Perspektive gewählt). Nun sind 14 Jahre vergangen! Ich höre also diese UNSÄGLICHE Lamentiererei es gäbe doch „demnächst“ einen Ingenieurmangel seit MEHR als 14 Jahren. Wie viele 14 Jahre wird es wohl bis zum realen Ingenieurmangel noch dauern? Wie lächerlich kann man sich machen als Arbeitgeberverband?

  29. #Blogpost Stellungnahme des VDI zu Fachkräftemangel & Austrittsdrohungen: Systematisches Lohndumping oder nur Ei…

  30. #Blogpost Stellungnahme des VDI zu Fachkräftemangel & Austrittsdrohungen: Systematisches Lohndumping oder nur Ei…

  31. Stellungnahme des VDI zu Fachkräftemangel & Austrittsdrohungen: Systematisches Lohndumping oder nur Einzelfälle?…

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