Serie & Studien – Spielregeln im Job für Frauen – 3: Dominanz vs. Geltung?

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“Von Natur aus anders” hat Doris Bischof-Köhler, Professorin und Expertin für Entwicklungspsychologie, ihr Buch über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen genannt. Denn Männer und Frauen haben offenbar gänzlich unterschiedliche Hierachievorstellungen.Cowboy fest im Sattel

Dominanzhierachie vs. Geltungshierachie

In ihrem Buch beschreibt die Professorin die männliche Rangstruktur als Dominanzhierarchie, wohingegen rein weibliche Gruppen eher eine Geltungshierarchie etablieren. Die Dominanzhierarchie ist machtorientiert, man muss sich den Rang erkämpfen. Imponieren und Einschüchtern sind die bevorzugten Strategien dabei.

Ist die Rangordnung erst einmal etabliert, ist die Dominanzhierarchie trotz Wettbewerbscharakter relativ konfliktfrei – ein Punkt, der Frauen immer wieder erstaunt.

Geltungshierachie als Basis der Demokratie?

Bischof-Köhler sieht die Geltungshierarchie dagegen als Basis der Demokratie, da sie eine egalitäre Sozialstruktur ermöglicht. Allerdings ist sie weniger stabil, da die Anerkennung von anderen abhängt und Anerkennung zu spenden nicht bedeutet, dass man auch bereit ist, sich dann unterzuordnen.

Wie sich diese unterschiedlichen Hierachiebegriffe auswirken, möchte ich im folgenden an einem Beispiel illustrieren:

Geltung ist der falsche Ansatz

Simone Schaller wurde Führungskraft in der Elektroindustrie. Sie ist sehr ehrgeizig, leistungsorientiert und einsatzbereit und erhält von ihrem direkten Vorgesetzten viel Anerkennung und Unterstützung. Was ihr fehlt, ist die Anerkennung ihrer eigenen drei männlichen Mitarbeiter. Bei ihnen möchte sie etwas gelten, weil sie so gut arbeitet, Geld fürs Unternehmen spart.

Doch das ist hier der falsche Ansatz. Es geht darum, dass die Mitarbeiter sie respektieren. Und damit liegt es noch im Argen. Ein Mitarbeiter hält sich nicht an Absprachen zur Arbeitszeit, ein anderer setzt inhaltliche und formale Vorgaben nicht um und besorgt nicht rechtzeitig die vereinbarten Informationen.

Deutlich machen, wer der Boss ist!

Hier ist Simone Schaller aufgerufen, deutlich zu machen, dass sie die hierarchische Chefin ist und sie bestimmte Erwartungen an den Mitarbeiter hat. Und sie muss sich mit ihm darüber verständigen, ob er bereit und in der Lage ist, diese zu erfüllen.

Ist das Ziel vereinbart, gilt es dann erst einmal eine Weile, die Zwi- schenergebnisse zu kontrollieren, so lange, bis sie als Chefin wirklich respektiert wird.


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  • Silke

    Hallo Frau Nitzsche,

    das klingt ja so, als würde gezollte Anerkennung von Männern als Unterwerfung interpretiert werden, auch wenn Frau das nicht so meint?

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