Serie Schlagfertigkeit – 3/3: Der Schmale Grat – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Serie Schlagfertigkeit – 3/3: Der Schmale Grat



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Des einen Freud, des anderen Leid. Diese sprichwörtliche Weisheit trifft besonders auf sprachliche Auseinandersetzungen zu. Gelingt es die/den andere/n verbal zu „besiegen“, kann man sich über seine Gewitztheit und Überlegenheit freuen. Dem anderen bleibt oft nur der bittere Geschmack der sozialen Unterwerfung.


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Den anderen mundtot machen?

Schlagfertigkeit wird leider oft missverstanden, als die Fähigkeit, andere mit verbalen Waffen mundtot zu machen. Zum Teil – und in bestimmten Situationen ist das auch so. Etwa wenn es darum geht persönlichen Beleidigungen zu begegnen und diesen ein Ende zu bereiten.

Aber der Zweck heiligt auch in diesem Fall nicht die Mittel.

Keine verbale Kriegsführung

Schlagfertigkeit ist nicht zu verwechseln mit verbaler Kriegsführung. Mit brutalen sprachlichen Mitteln kann man oft, und auch sehr leicht heftige Reaktionen hervorrufen – auch Anerkennung. Diese Art der Anerkennung basiert jedoch allein auf der Tatsache der sozialen Abfertigung und Ausgrenzung des anderen.

Mit ihr geht also fast immer eine Angst derer einher, die einem diese Anerkennung zuteil werden lassen: eine Angst davor, selbst auch so behandelt zu werden, wie der eben sprachlich und sozial Abgefertigte. Es ist also auch eine Art Opportunismus, der hier eine Rolle für diese Art der Anerkennung spielt. Man stellt sich lieber auf die Seite des Siegers – auch aus Gründen der Sicherheit.

Angemessen & sozial kompetent reagieren

Diese kriegerische Form der Schlagfertigkeit, hat selten etwas zu tun mit angemessenem Reagieren. Wer die verbale Auseinandersetzung als einen Schauplatz sozialer Auseinandersetzungen versteht, in denen es um hierarchische Verhältnisse geht, der nimmt den militärischen Ursprung des Wortes Schlagfertigkeit zu ernst.

Schlagfertig zu sein heißt auch: sozial kompetent zu sein. Soziale Kompetenz zeichnet sich dadurch aus, dass man souverän, konstruktiv und an allgemein vertretbaren Werten orientiert handelt. Selbst wenn es darum geht, die eigene Souveränität zu bewahren oder zu schützen, ist ein sozial kompetentes Handeln gebunden an diese Faktoren.

Souverän bleiben, aber den anderen nicht herabwürdigen!

Das bedeutet, dass die Wahrung der eigenen Souveränität nicht dadurch geschehen darf, dass die Souveränität des anderen herabgewürdigt oder verletzt wird. Ziel einer schlagfertigen Reaktion ist es, die problematische Situation zu überwinden – sie gewinnbringend zu überwinden. Dabei sollte es freilich auch darum gehen, selbst gut da zu stehen.

Wer aber steht letztlich besser da? Die-/Derjenige, die/der Widerstand brutal niederschlägt; oder die-/derjenige, die/der mit seiner Reaktion sowohl seine Souveränität wahrt und Stärke zeigt, als auch die Tür zu einer konstruktiven Zusammenarbeit noch öffnet?

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