Serie Mediation statt Gerichtsverfahren – 5: Phasen des Mediationsverfahrens – Wo liegen die Interessen?

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Nach der Themenaufnahme kommt die Klärung der Interessen. Erst wenn diese abgeschlossen ist, kann man dazu übergehen, eine Lösung zu finden.

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3. Phase: Klärung der Interessen

Klärung der Interessen – Das klingt einfacher als es ist. Doch zumeist besteht das (versteckte) Interesse gar nicht daran, Recht im eigentlichen Sinne zu bekommen. Dafür sind die Gerichte zuständig. Eine fachliche Wertung durch den Mediator erfolgt sowieso nicht. Folgende Problematik stellt sich.

Die „Streithähne“ kommen in die Sitzung mit füreinander klaren Fronten. Jede Partei hat Ihren Standpunkt, Ihr Verständnis von Recht oder Moral. Da sitzen Sie nun und sollen über Ihr Thema reden. Am besten noch nacheinander und mit möglichst neutralen, nicht angreifbaren Worten.

Hinter den Standpunkten liegen die Interessen

Was bedeutet das eigentlich Ihr Thema? Was in dieser ersten Phase des Gespräches bisher gesagt wurde, waren die Standpunkte. Die Standpunkte sind jedoch nur die Spitze des Eisberges.

Unter den Standpunkten schlummern die Interessen. Und hier beginnt die eigentliche wichtige Aufgabe des Mediators. Das ist sozusagen das Herzstück der Mediation. Der Mediator versucht durch seine Fragetechnik an die Interessen der Parteien zu kommen. Das hat zwei Effekte:

  1.  Das Interesse ist das, was dem Menschen wirklich wichtig ist, wofür es sich zu kämpfen, zu verhandeln lohnt. Das Interesse am Boden kann völlig unterschiedlich vom Standpunkt auf dem Gipfel sein.
  2. Spricht jemand über sein Interesse, dann wird er auch von seinem Gegenüber verstanden. Standpunkte können sehr abstrakt sein. Wenn jemand über sein Interesse spricht, dann kommen Emotionen ins Spiel und die emotionale Ebene öffnet das Verständnis für sein Gegenüber.

Der Mediator muss die versteckten Interessen finden

Um beim Apfelbaumthema zu bleiben. Der Mediator versucht nun hinter die Interessen zu kommen, die durch die Standpunkte verdeckt sind.

  • A hat den Standpunkt, der Apfelbaum muss weg. Warum?
  • Antwort: Der Garten ist sehr schattig. A hat also die Hoffnung, durch den fehlenden Apfelbaum, eine höhere Lebensqualität zu erreichen.
  • Warum will er diese erreichen?
  • Antwort: Das bedeutet ja die Qualität ist nicht ausreichend vorhanden. Wo ist das Defizit?

Durch Fragen zum Ziel

Der Mediator versucht also, durch seine Fragen den Medianten dahin zu bringen bis an seine tatsächlichen Bedürfnisse zu stoßen. Eine höhere Lebensqualität? Dieses Interesse wird natürlich auch vom Nachbarn B verstanden.

Wer hat nicht diesen Wunsch? Vom abstrakten Standpunkt, der Baum stört, wird durch die Eruierung der Interessen eine gemeinsame Ebene durch den Mediator geschaffen.


Nachhaltig für ein besseres Arbeitsklima: Konfliktlösung für Dummies

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