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Nett sein hilft eigentlich in allen Lebenslagen. Doch es muss echt sein: Zwischen Chefs und ihren Mitarbeitern ist sicher eine engere und langfristigere Beziehung gegeben, als am Schalter, beim Arzt oder Richter. Um so besser kennt man sich und erkennt, ob Nettigkeit aufgesetzt oder echt ist.
Mitarbeiter sind auch nur Menschen
Von daher reichen ein gequältes Lächeln am Morgen oder ein floskelhaftes Lob nicht aus. Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter als Menschen wahr und zeigen sich von der sympathischen Seite, hat dies vor allem positive Folgen:
- Mitarbeiter engagieren sich stärker für einen sympathischen Chef
- Haben Sie als Chef einmal Ärger von anderer Seite, unterstützen sie Sie nach besten Kräften und stärken Ihnen den Rücken
- Krankenstand und Fluktuation sind geringer bei einem netten Chef
- Die Atmosphäre im Büro ist besser, was zu weniger Reibung und Konflikten im Team führt
- Zudem passieren weniger Fehler und Probleme werden offener angesprochen
- Mitarbeiter sind ganz allgemein loyaler und ehrlicher
Nett sein heißt nicht, sich den anderen anpassen
Handfeste Vorteile also, sich mit seinen Mitarbeitern gut zu stellen. Das bedeutet aber nun nicht gleich das Du anzubieten, abends gemeinsam einen Trinken zu gehen und am Wochenende gemeinsam grillen oder Sport gucken.
Denn genau da passiert das Missverständnis. Deutsche Führungskräfte glauben oft, wenn man nett zueinander ist, müsse man sich ganz allgemein dem anderen anpassen.
Das sieht man dann beispielsweise an der Kleidung, die nicht dem Chef-Status entspricht, sondern ebenso leger ist, wie die der Mitarbeiter. Oder daran, dass in puncto Sitzordnung, Verhalten untereinander oder gegenüber anderen und dergleichen kaum noch Unterschiede auszumachen sind.
Warum Autorität trotzdem wichtig ist
Autorität ist wichtig, sonst werden Weisungen nicht ernst genommen. Doch Autorität hat nichts mit grober Dominanz zu tun oder damit, den Mitarbeiter in jeder Situation spüren zu lassen, dass er „nur der Mitarbeiter“ und Sie der Chef sind. Dieses andere Extrem ist ebenso häufig zu erleben.
Das wirkt auf deutsche Mitarbeiter nicht nur abgehoben, sondern fordert zu Boykott und Sabotage im Kleinen heraus: „Soll der Chef doch selbst herausfinden, dass Firma XY sauer ist. Ich sag’s ihm nicht! Danach bin ich wieder schuld …“ oder „Der Chef glaubt doch nicht allen Ernstes, dass ich bei dem Gehalt auch noch am Samstag was tue!“


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