Warum uns lügen und betrügen so leicht fällt: Schummeln bis das Ego wackelt – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Warum uns lügen und betrügen so leicht fällt: Schummeln bis das Ego wackelt



Bestsellerautor Dan Ariely spekuliert nicht darüber, wie moralisch und ehrlich Menschen in unterschiedlichen Situationen handeln, er probiert es einfach aus – indem er sie in Versuchung führt. Und schaut was passiert. Ein Buch, das mich persönlich sehr begeistert hat.

Wenn wir können, nehmen wir uns Dinge weg

Arielys Tests sind Simpel: Er lässt mal hier ein paar Cent liegen und schaut, was damit passiert. Oder legt dort Studenten in einen Magnetresonanztomographen um zu beweisen, wie das „eine-Hand-wäscht-die andere“ Prinzip funktioniert (es stimuliert den präfrontalen Cortex).

Kurzweilig, informativ und mit viel feinem Humor gewürzt macht sich der Autor in „Die halbe Wahrheit ist die beste Lüge“ auf die Suche nach den Ursachen der kleinen und großen Betrügereien im beruflichen und privaten Alltag.

Denn dass wir es alle mit Ehrlichkeit und Rechtsverständnis hin und wieder nicht so genau nehmen, daran lassen seine spannenden Geschichten und Experimente keinen Zweifel. „Wenn wir die Möglichkeiten haben, nehmen wir uns gegenseitig Dinge weg.

Unrecht als Abwägung von Kosten und Nutzen? Von wegen!

Als Sozialwissenschaftler hat Ariely über Jahre hinweg in Labor- und Feldforschung die Ursachen von Betrug ergründet und liefert nun die Antwort darauf, unter welchen Bedingungen Menschen eher zur Lüge neigen. Er liefert damit einen interessanten Beitrag zum Thema Betrug und Moral in unserer Gesellschaft.

Denn das SMORC-Modell (Simple Model of Rational Crime), nach dem Rechtsbrüche immer eine rationale Abwägung von Kosten und Nutzen sind, wird dabei im Schnellverfahren als untauglich verbannt.

Das persönliche Schuldbewusstsein entscheidet

Der Autor zeigt, dass die Neigung zum Betrug nicht allein der Wahrscheinlichkeit folgt, ungeschoren davonzukommen. Das persönliche Schuldbewusstsein spielt eine wesentliche Rolle. „Im Grunde schummeln wir bis zu dem Punkt, der es uns erlaubt, das Selbstbild eines einigermaßen ehrlichen Menschen zu bewahren.“

Der Alltag legt pausenlos Köder für kleine, unmoralische „Verfehlungen“ aus: Gedächtnislücken bei der Steuererklärung, gefälschte Markenartikel im Urlaub, die Schwarzfahrt in der U-Bahn.

Dem Zwang zur Lüge widerstehen

Ariely kennt sie alle und weiß aber auch, „dass wir unseren Schwächen (auch der Unehrlichkeit) nicht hilflos ausgeliefert sind, dass wir unser Umfeld umstrukturieren und damit zu ehrlichem Verhalten kommen können.

Ariely zeigt mit seinem wunderbaren Buch, warum wir täglich in Beruf und Privatleben andere übers Ohr hauen und selbst betrogen werden. Und er gibt genug Anregungen, um den scheinbaren Zwängen der Lüge zu widerstehen und künftig aufrichtig(er) zu entscheiden und zu handeln.

Das Ganze in amüsanter Form und ohne pastorale Belehrungen. Prima!

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Hier schreibt für Sie: Oliver Ibelshäuser ist Journalist und Inhaber des Redaktionsbüros Text & Vision. Profil


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