Serie & Studien – Spielregeln im Job für Frauen – 5: Mehr Macht durch klare Haltung?

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Wenn Frauen im System der Geltungshierarchie gefangen sind, müssen sie sich persönliche Kritik zu Herzen nehmen. Wenn sie dagegen erkennen, dass die Spielregeln einer Dominanzhierarchie gelten, können sie überlegen, wie der nächste Punkt an sie geht.

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Wer nicht gemocht werden will, wird handlungsfähiger

Oder einfach ausgedrückt: Die Männer müssen eine Chefin nicht mögen, nicht als Frau, nicht als Person, sie müssen und sollen sie nur in ihrer Position respektieren. Das ist etwas völlig anderes.

Wenn Sie diesen Blickwinkel einnehmen, werden Sie merken, dass Sie sehr viel handlungsfähiger werden. Genau das, was die Gegenseite mit ihrer Diskreditierung bewusst oder unbewusst zu vermeiden sucht.

Die Konkurrenz ausschalten

Bei Männern wird ebenso um die Rangfolge gekämpft, nur mit anderen Mitteln und Argumenten. Das fällt Frauen durch ihre Sachorientierung aber oft gar nicht auf. Sie registrieren zuerst den vermeintlich persönlichen Angriff gegen sich selbst.

Doch das Persönliche daran ist vor allem, dass die Männer eine mögliche Konkurrentin erst gar nicht mitspielen wollen lassen. Das ist aus ihrer Sicht die beste Lösung. Und funktioniert auch oft, weil sich die Frauen beleidigt, verschreckt, verärgert zurückziehen und den Männern das Terrain überlassen.

So funktioniert das Anti-Quoten-Argument

Eine gute Methode, merken die Männer, und machen so weiter. Auch das Anti-Quoten-Argument funktioniert so: “Dann kämen ja schlechte Frauen, oje, oje.” Und das, obwohl Quote nur bei gleicher Qualifikation greift.

Aber das Spiel funktioniert, hochrangige Frauen äußern sich sogar öffentlich: “Nein, die Quote wollen wir nicht.” Anstatt zu sagen: “Netter Versuch, ich weiß sowieso, was ich leiste.”

Das Spiel hat bislang gut funktioniert

Für die Männer hat das Spiel bis jetzt gut funktioniert. Auch wenn es in letzter Zeit heftig diskutiert wird: Bis heute gibt es kein Gesetz, das den Unternehmen die Quote vorschreiben würde.

Interessant ist, dass die Frauen sich so sehr vom kritischen Blick abhängig machen und ständig auf Bestätigung warten, anstatt sie sich erst einmal selbst zu geben und darauf zu setzen, dass durch gutes Selbstmarketing ihr Gegenüber früher oder später diesen Eindruck auch teilen wird.

Je klarer die Haltung, desto einfacher ein hoher Status

Und, keine Sorge, das eigene Verhaltensspektrum clever zu erweitern, bedeutet keinesfalls, deshalb zu “vermännlichen”. Wichtig ist es, immer wieder die eigene Rolle zu reflektieren und das Spielfeld als System zu analysieren.

Tom Schmitt und Michael Esser, Autoren des Buches Status-Spiele, wissen: “Je klarer die innere Haltung, desto einfacher ist es, einen hohen Status einzunehmen.”


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