IUHB bittet Fernstudenten um Hilfe bei der Standortsuche: Hochschule crowdsourct Ideen, aber nicht die Entscheidung

Crowdsourcing von Studienstandorten? Eine Fernhochschule ruft Studierende und solche, die es werden sollen, auf, via Facebook neue Standorte vorzuschlagen. Die endgültige Auswahl allerdings bleibt der Hochschule überlassen…

iuhb

Studierende als Kunden mit Mitspracherecht?

Hochschulen gehören ja, was neue Ideen angeht, in der Regel eher zu den schwerfälligeren Kalibern: Das Studierende auch wie Kunden zu betrachten sind, setzt sich erst ganz allmählich durch. Um so sympathischer – und auch aus Marketingsicht nicht unschlau – ist die Idee, die Kunden an der Standortwahl zu beteiligen. Denn oft suchen sich Studierende ihre Hochschule so aus, wie es für sie nach dem Standort am praktischsten ist.

Bei einer Fernhochschule ist das in der Regel ein wenig anders, doch auch hier wählen viele nach dem Standort der Präsenzzentren. Das um so mehr, weil viele Studierende berufstätig sind und in der Regel an einen bestimmten Standort gebunden. Das hat auch die Internationale Hochschule Bad Honnef/Bonn (IUBH) begriffen und dreht den Spieß nun um:

Fernstudierende dürfen Lieblingsstandorte einreichen

Sie ruft ihre Fernstudenten und alle Fernstudieninteressenten dazu auf, Städte für neue Studienzentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorzuschlagen. Die IUBH hat bislang ein Netz von bislang 22 Studienzentren im deutschsprachigen Raum, das 2013 ausgebaut werden soll

Geeignete Studienstandorte sollten allerdings einige wenige Kriterien erfüllen: Eine Standort sollte nicht zu nah an den bestehenden Zentren liegen und mindestens 150.000 Einwohner haben und/oder ein Zentrum für die umliegende Region darstellen.

Vorschläge einreichen, aber nicht mitentscheiden

Vorschläge nimmt die IUBH, ganz modern scheinend, auf Facebook  oder – für die Facebook-Gegner – in ihrem Forum entgegen und wird diese bei der Planung berücksichtigen. Klingt ja alles sehr Social-Media-Like.

Schade ist allerdings, dass die Studierenden und zukünftigen Kunden zwar Ideen einreichen, dann aber nicht bei der Umsetzung mitentscheiden dürfen. Soviel Kundendemokratie war den Verantwortlichen dann wohl doch zu “gefährlich”.


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Kommentare & Reaktionen

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  • http://www.iubh-fernstudium.de Philipp Höllermann

    Hallo Frau Janson,

    vielen Dank für den Hinweis auf unsere Aktion.

    Sie haben natürlich recht wenn Sie ein wenig kritisch darauf hinweisen, dass wir die finale Entscheidung nicht als Abstimmung laufen lassen und somit auch nicht den Interessenten überlassen. Das hat aber weniger damit zu tun dass wir das für zu “gefährlich” halten, sondern damit dass wir ohne hohen Aufwand keine kritische Masse an Teilnehmern generieren können.

    Ein aussagekräftiges Resultat – das über reine Interessenbekundungen hinaus geht – würde mehrere dutzend bzw. im besten Falle hundert Teilnehmer voraussetzen und das ist bei einem solch speziellen Thema für uns aktuell nicht zu erreichen. Würden wir in einer solchen Situation eine verbindliche Abstimmung starten, hätten wir – neben einem hohen technischen Aufwand – am Ende eine sehr überschaubare Anzahl aktiver Teilnehmer und vermutlich eine Reihe von Zentren die sich finanziell einfach nicht tragen. Das ist dann in der Tat leider die Crux mit der “Kundendemokratie” (die ich persönlich für großartig halte und einfließen lasse wo immer es geht).

    Mit besten Grüßen,
    Philipp Höllermann
    Projektleiter Fernstudium der IUBH

    PS. Übrigens hat unsere Fernstudienseite eine eigene Webpräsenz unter http://www.iubh-fernstudium.de das noch etwas besser als Foto zum Beitrag taugen würde :) .

    • http://simone-janson.de Simone Janson

      Hallo Herr Höllermann,
      danke für Ihren Kommentar.
      Aus unternehmerischer Sicht kann ich das völlig verstehen: Mit der Schaffung von Fernstudienzentren sind ja auch hohe Kosten verbunden. Das ist dann auch ein anderes Kaliber als z.B. eine Pril-Flasche zu designen oder das das Facebook-Gesicht des Unternehmens zu suchen – bekannte Bsp. von Crowdsourcing-Kampagnen, die ein wenig anders liefen als gedacht.
      Was mich immer ein wenig stört ist, wenn Unternehmen auf den aktuellen Crowdsourcing-Trend aufspringen, weil es ja irgendwie so modern wirkt oder weil sie glauben, es sei billiger, aber das dann nicht bis zum Ende durchziehen. In Ihrem Fall hingegen macht das Einsammeln von Kundenmeinungen ja durchaus Sinn.

      Die Sache mit der Reichweite sehe ich ein wenig umgekehrt: Wenn die Leute sich ernst genommen fühlen, haben sie auch eher Interesse, bei so etwas mitzumachen. Und auch bei einer kleinen Zielgruppe kann sich so durchaus ein repräsentativer Querschnitt ergeben. Aber, da haben Sie recht: Sowas ist immer mit Kosten verbunden, zum Teil mit höheren Kosten als einfach mal zu machen.

      Was das Foto angeht: Ich hatte eigentlich nach einen hübschen Foto der IUHB selbst gesucht, aber keines gefunden. Und mir gefielen dann die bunten Quadrate tatsächlich besser als das Grün der Fernstudienseite ;-)

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