Erste Schwarmfinanzierung für journalistisches Verlags-Format: taz startet Crowdfunding für „berlinfolgen“

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12.03.2012 40 Leser 12 Debatten 525 Wörter Lesezeit: 3 Minuten, 14 Sekunden

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Crowdfunding ist eine Finanzierungsform, die von Verlagen bislang allenfalls interessiert beäugt, aber nicht wirklich ernst genommen wird. Das könnte sich nun ändern: Die taz startet für ihr innovatives Projekt „berlinfolgen“, einem Mix aus Bildern, Videos und O-Tönen, eine Crowdfunding-Finanzierung. Bewiesen, dass journalistische Qualität sich auszahlt, hat sie damit schon!

Zum ersten mal nutzt ein Verlag Crowdfunding

In der Web-Serie „berlinfolgen“ erzählen uns jede Woche Menschen in Berlin ihre ganz persönliche Geschichte: womit sie kämpfen, wofür sie sich einsetzen, wovon sie träumen. „berlinfolgen“ lebt von einem innovativen Mix aus starker Fotografie, Videoelementen und O-Tönen.

So entsteht Folge für Folge ein audiovisuelles Mosaik Berlins. Gut und 100 Geschichten sind es bereits – und es sollem mehr werden! Um die Produktion der kompletten zweiten Staffel zu ermöglichen, suchen das Berliner Multimedia-Studio 2470media und die taz die Unterstützung ihrer Fans.

Auf der Crowdfunding-Plattform startnext sollen die 13.000 Euro eingeworben werden, die für den Dreh der zweiten Staffel noch fehlen. “ Es ist das erste Mal, dass in Deutschland ein journalistischen Format eines Verlages über Crowdfunding kofinanziert wird“, erklärt Daniel Nauck, Geschäftsführer von 2470media.

Über „berlinfolgen“

Seit dem Start der Serie im April 2011 wurden die Episoden der Serie bereits 600.000 Mal angesehen. Was zeigt: Slideshows müssen, wenn sie gut gemacht und vermarktet werden, keinesfalls das journalistische Nischeprodukt bleiben, für das sie immer gehalten werden. Und: Journalistische Qualität zahlt sich aus!

Nun soll es eine zweite Staffel geben – und das Geld dafür soll von den Fans kommen: Per Crowdfunding soll nun ein Viertel der Produktionskosten für die zweite Staffel über die Fans der Serie eingespielt werden.

Die große Fangemeinde sorgt für Fortsetzung

Die Produktion der ersten Staffel wurde von der taz und 2470media gemeinsam finanziert. „Angesichts des großen Aufwandes sollte berlinfolgen eigentlich eine einmalige Sache zu den Wahlen in Berlin werden“, erzählt taz-Onlinechef Matthias Urbach.

„Angesichts der bestechenden Qualität und der großen Fangemeinde, die im vergangenen Jahr entstanden ist, wollen wir die Serie aber unbedingt fortsetzen, “ so Urbach weiter. Und so sind neue Wege gefragt, die zweite Staffel zu finanzieren. Der Austausch mit den Fans, die das Projekt mögen, ist für so eine Finanzierungsform dringend notwendig.

Journalistische Qualität statt Massenware

Bestechend aber auch, dass man dem Projekt anmerkt, dass es mit viel Liebe zu den Figuren und Geschichten gemacht wurde – und genau das honorieren die Menschen. Dementsprechen versprechen sich Nauck und Urbach nicht nur Geld via Crowdfunding, sondern auch wollen auch die Fans stärker einbinden.

Die Qualität der Serie hat bereits das Medienboard Berlin Brandenburg überzeugt, das „berlinfolgen“ im Bereich innovative audiovisuelle Inhalte unterstützt. Mit dieser Förderung entstand unter anderem der verbesserte Player und der neue Webauftritt des Projekts, der vergangenes Wochenende online ging.

Crowdfunding als Geschäftsmodell der Zukunft?

Die taz setzt schon länger auf „Freiwilliges Bezahlen“ ihrer UserInnen unter dem Motto „taz-zahl-ich“ – dazu werden LeserInnen zum Beispiel am Ende eines Artikels auf taz.de aufgefordert. Mit „berlinfolgen“ soll erstmals ein konkretes Projekt vorfinanziert werden.

Für Nauck bietet „berlinfolgen“ einen Blick in die Zukunft der Branche. „Koproduktionen sind bislang nur beim Fernsehen üblich“, sagt der 2470media Geschäftsführer. „Berlinfolgen beweist, dass solche Zusammenarbeit auch mit den klassischen Verlagshäusern innovative Wege und Formate hervorbringen kann.“

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