Erfolgreich als Social Entepreneur – Teil 2: Wie gründet und organisiert man ein nachhaltiges Tourismus-Unternehmen? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Erfolgreich als Social Entepreneur – Teil 2: Wie gründet und organisiert man ein nachhaltiges Tourismus-Unternehmen?



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Über Uns: Top500-Blog & Akademie, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen HR-Blogs. Wir begleiten Kunden seit 1,5 Jahrzehnten im Wandel der Arbeitswelt (was unser Name bedeutet).
Offenlegung & Bildrechte:  Das holländische Tourismus-Unternehmen TravelEssence unsere Kosten für Flug, Inlandsflüge und Verpflegung für eine Recherche-Reise nach Neuseeland übernommen. Bildmaterial erstellt mit einer Systemkamera unseres Sponsors Olympus. Bild-Location: Oudegracht 366, Binnenstad, Niederlande.

Wer als Unternehmer eigene Ideen verwirklichen will, hat es schwer: Investoren und Banken lassen sich oft nur schwer überzeugen, wenn man etwas grundlegend Neues plant. Am Ende bleibt oft nur, sich selbst durchzuboxen. Wie die Gründer von TravelEssence.

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Touristiker aus Leidenschaft

Während der ITB in Berlin erzählte mir Martin Klug, Sponsor für meine Recherche-Reise nach Neuseeland, die Gründungs-Geschichte seines Reiseunternehmens, die beinahe gescheitert wäre.

Denn Klug und sein Compagnon Andrew Morten brauchten für die Umsetzung ihrer Idee, kleine umweltverträgliche Tourismus-Projekte in Neueseeland und Australien zu fördern, ein vernünftiges Datenbanksystem – und eine Finanzierung dafür. Und das war das Problem!

Die Investoren winkten ab

„100.000 bis 200.000 Euro pro Jahr hatten wir kalkuliert. Aber die potentiellen Investoren sagten einfach ‚Viel Glück Jungs‘ – und wir waren auf uns allein gestellt. Auch das mit dem Bankkredit klappte nicht: „Wenn es darum geht, in eine neue Idee zu investieren, ist Holland keinesfalls besser als Deutschland,“ erinnert sich Klug.

Also schraubten die beiden ihre Ansprüche herunter, überlegten, was sie nur dringend brauchen, investierten ca. 15.000 Euro aus ihrem Ersparten in eine Datenbankprogrammierung und legten los.

Die Kunden erwarteten etwas komplett anderes

Viel schwieriger, sagt Klug, sei es gewesen die Anfangszeit zu überbrücken. „Man kann keinen schnellen Erfolg erwarten – haben wir natürlich trotzdem, MBA-Studenten eben“, grinst er selbstironisch. Das erste Jahr mussten die beiden komplett aus der eigenen Tasche finanzieren, bis sich die Idee allmählich etablierte.

Das sei auch deshalb so schwer gewesen, weil potentielle Kunden etwas komplett anderes erwartet haben: „Die Niederlande sind ein klassischer Markt für Wohnmobilreisen – und wir hatten uns in den Kopf gesetzt, die gerade nicht anzubieten“, erklärt der Reiseunternehmer das waghalsige Unterfangen.

Bed and Breakfasts, Maori und Wiederaufforstung statt CO2-Schleuder

Und er nennt Gründe für die ungewöhnliche Idee: „Denn Wohnmobile sind nicht nur eine riesige CO2-Schleuder, sie verhindern auch, dass man Land und Leute kennenlernt, weil man ja die ganze Zeit für sich unterwegs ist.“

„Anfangs kamen daher fast nur Anfragen für Wohnmobilreisen, weil die potentiellen Kunden das eben kannten. Und wir mussten eine Menge Leute überzeugen, dass sie die spannenderen Geschichten zu erzählen haben, wenn sie per Mietwagen unterwegs sind, in kleinen Cottages und Bed and Breakfasts übernachten, einen Tag mit Maori verbringen und im Dschungel Bäume pflanzen“, so der Unternehmer, der im Te Urewera Nationalpark auf der neuseeländischen Nordinsel auch ein eigenes Wiederaufforstungsprojekt gestartet hat.

„Wir machen das so wie wir wollen!“

Zwischenzeitlich, berichtet Klug, seien die beiden kurz davor gewesen, aufzugeben: „Wir dachten, keiner will haben, was wir anbieten. Aus Frust haben wir zwischenzeitlich sogar angefangen, Wohnmobilreisen zu verkaufen.“

Aber mit der Zeit hätte sich ein gewisser Fatalismus eingestellt: „Wir wollten das entweder auf unsere Art machen – oder gar nicht. Denn wie will ich jemandem etwas verkaufen, von dem ich selbst nicht überzeugt bin?“.

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Expansion, die neue Fragen aufwirft

Irgendwann hatten die Kunden verstanden, worum es den Unternehmern ging – und dann lief es, wie Klug sagt. Heute hat TravelEssence sechs Mitarbeiter, 2010 expandierte das Unternehmen auch nach Deutschland.

Das Wachstum wirft allerdings neue Fragen auf: „Eigene Ideen entwickeln und nach vorne bringen ist toll. Aber natürlich muss man sich dann auch um Dinge kümmern, auf die man vielleicht nicht so Lust hat – Lohnbuchhaltung zum Beispiel“, philopsophiert Klug.

Der goldene Mittelweg zum gesunden Wachstum

Die Angst vor der Tretmühle ist ihm immer noch anzumerken. Doch gleichzeitig weiß er, dass ein gewisses Wachstum notwendig ist, um kleine, nachhaltige Tourismus-Projekte, die sonst im Massentourismus untergehen würden, überhaupt wirtschaftlich tragbar zu machen.

Die berühmte Suche nach dem goldenen Mittelweg eben: „Es geht um ein gesundes Wachstum, nicht um ein zwanghaftes Gieren nach mehr,“ macht Klug die Unterschiede deutlich.

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