Interview mit Lukas Pfeiffer vom Enterprise-Microblogging-Dienst swabr: “Wir finanzieren uns mit Crowdinvesting”

Lukas-Pfeiffer-swabr-com

Lukas Pfeiffer ist Mitbegründer von swabr, einem Echtzeit-Kommunikations-Tool für Unternehmen und Organisation. Im Interview erzählt er, warum wir noch ein Enterprise-Microblogging-Tool brauchen und wie Crowdinvesting auch für Privatanleger funktioniert.

Lukas Pfeiffer (29) studierte Wirtschaftswissenschaften und Marketing an der School of Management and Innovation an der Steinbeis-Hochschule Berlin. Bei dem Enterprise-Microblogging-Anbieter swabr, verantwortet er die Bereiche Marketing & Presse. Vor seiner Zeit bei swabr (was für Schwarzes Brett 2.0 steht) arbeitet er bei wooga, dem Social-Games-Entwickler aus Berlin. Als Kommunikationsexperte arbeitet Lukas in verschiedenen Medienbereichen, darunter Print, Radio und Online.

Microblogging – da denkt man vor allem an Twitter. Was machen Sie anders?

Echtzeit-Kommunikation ist die Zukunft der Zusammenarbeit in Unternehmen. Twitter bietet die Möglichkeit der Echtzeit-Kommunikation, jedoch keine Funktionalität für Unternehmen.

Die Lösung von swabr ist ein „Twitter für Unternehmen“ (= Enterprise Microblogging). Nachdem Twitter und andere eine neue Form der Kommunikation für Privatanwender etabliert haben, bietet swabr die Vorteile des Microbloggings und der Echtzeit-Kommunikation nun für Unternehmen an.

Zu welchem Zweck und wie können Unternehmen Ihre Dienstleistung nutzen?

Die Anwendungsmöglichkeiten für swabr sind sehr vielfältig. Primär erleichtert der Dienst die interne Kommunikation und trägt zu einer spürbaren Reduzierung des Email-Aufkommens bei.

Einzelne Anwendungsbeispiele sind z.B. der Austausch von Mitteilungen und das Teilen von Inhalten mit Kollegen, man kann Kollegen über arbeitsrelevante Neuigkeiten informieren, Nutzer können ihrem Netzwerk Fragen stellen und umgehend Antworten erhalten. Je nach Wichtigkeit des Themas kann auch eine spontane Diskussion entstehen, wie sie mit Emails nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand möglich wäre.

Das klingt nicht wirklich neu: Welche Features bietet swabr genau?

swabr ist interne Echtzeit-Kommunikation und hilft Unternehmen und Organisationen dabei, schneller und effektiver zusammenzuarbeiten. Das zentrale Element von swabr sind die Mitteilungen, auch Status Updates genannt. Mit kurzen, internen Mitteilungen beantworten Nutzer die Fragestellung „Woran arbeiten Sie gerade?“.

Der Feed ist der Aktivitätsstrom eines Nutzers und zeigt alle relevanten und zugehörigen Nachrichten chronologisch an. Mit Netzwerken auf swabr ist es sehr einfach, Gruppen, Abteilungen, temporäre Projekte und themenübergreifende Aufgaben abzubilden.

Zudem können Nutzer Dokumente, Tabellen oder Grafiken an eine Mitteilung anfügen. Neben diesen Funktionen, die alle in der kostenlosen Variante erhältlich sind, werden wir in Kürze weitere Premiumfunktionen vorstellen.

Es gibt ja schon zahlreiche Enterprise-Microblogging-Tools, die Ähnliches bieten, etwa Yammer. Bereits 2010 habe ich darüber geschrieben. Worin besteht denn nun genau Ihre Innovation?

Wir analysieren regelmäßig den Enterprise-Markt und stellen fest, dass sehr viele Anbieter alle nur denkbaren Funktionen implementieren. Unsere Vision ist es, swabr so einfach und intuitiv wie möglich zu machen.

Kommunikation wie auch die Werkzeuge dazu müssen Spaß machen und einfach anzuwenden sein. Daher ist die Benutzeroberfläche von swabr sehr schlicht gehalten und die meisten Funktionen (Dateimanagement, Netzwerke) sind „unter der Haube“ angebracht, um nicht vom Wesentlichen abzulenken.

Apropos Yammer, das ja eine amerikanische Entwicklung ist: Wie sieht es bei Ihnen mit dem Datenschutz aus?

swabr ist Enterprise Microblogging – Made in Germany. Das bedeutet, dass wir Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland speichern. Natürlich haben wir auch weitere Maßnahmen zur Verschlüsselung der Daten ergriffen.

Im Gegensatz dazu können Sicherheitsbehörden wie FBI oder DHS bei allen US-Diensten ungefragt Daten abgreifen. Das ist bei uns nicht denkbar. Langfristig jedoch streben wir eine Art TÜV-Zertifizierung an.

Wie finanzieren Sie sich?

Die Mehrheit unserer Funktionen der Basisvariante ist und bleibt kostenlos. Für die meisten Unternehmen und Organisationen, die swabr nutzen, ist das vollkommen ausreichend, um den Dienst produktiv einzusetzen.

Für erweiterte Administrationsfunktionen und individuelle Anpassungen werden wir einen kleinen monatlichen Betrag in der Premiumvariante erheben.

Wenn Sie also von den Usern nur wenig Geld einnehmen – wie sieht dann Ihr Geschäftsmodell aus?

Wir nutzen Crowdinvesting als Finanzierungsform, d.h. wir verkaufen stille Beteiligungen ab 1.000 Euro. Bei http://www.innovestment.de/swabr-gmbh kann man Details (Businessplan etc.) und Rahmenbedingungen für ein Investment kostenlos einsehen. Unsere Crowdfunding-Auktion läuft noch bi 09.09.2012.

Ist Crowdfunding nicht eher etwas für Künstler denn eine tragfähige Unternehmensfinanzierung?

Als alternative Finanzierungsform ist Crowdfunding kein ganz neues Thema mehr. Wenn das Wort Crowdfunding fällt, dann sind Kickstarter und startnext meist nicht weit entfernt. Auf den beiden Plattformen präsentieren sich meist kreative Projekte mit kleinem Kapitalbedarf.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von neuen Crowdfunding-Plattformen, jede hat sich auf eine Nische oder einen bestimmten Aspekt spezialisiert. Wir von swabr haben uns für Innovestment entschieden, eine Plattform, die sich auf das Crowdfunding von Unternehmen spezialisiert hat.

Wie funktioniert dieses Crowd-Investing genau?

Innovestment bietet Anlegern die Möglichkeit, direkt in Geschäftsideen als stille Beteiligung zu investieren. Diese werden im Rahmen einer Auktion verkauft, dabei erhalten die Anleger im Gegenzug zu Ihrer Kapitaleinlage eine vertraglich festgelegte prozentuale Beteiligung am jährlichen Gewinn und am späteren Verkaufserlös des Unternehmens.

Bei Verlusten haften die Anleger nur bis zur Höhe Ihrer Einlage. Sie entscheiden selbst, bis zu welchem Preis Sie mitbieten und wie viele Beteiligungen Sie ersteigern möchten. Privatpersonen erhalten dadurch Zugang zu einer neuen Anlageklasse, die bislang institutionellen Investoren wie Venture Capital und Private Equity Firmen vorbehalten war.


Interview mit der ehemaligen isländischen Staatschefin Vigdís Finnbogadóttir: “Frauen müssen sich mehr zutrauen!”

Simone | Janson, 21. 03. 2013:

Vigdís Finnbogadóttir, geboren 1930, war von 1980 bis 1996 Staats-Präsidentin von Island und damit weltweit die erste Frau, die demokratisch in ein solches Amt gewählt wurde. Gleichzeitig war sie alleinerziehende Mutter. Im Interview erzählt sie, wie Frauen Kind und Karriere … Weiterlesen →


Interview mit Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel zur Berufsorientierung von Jugendlichen: “Man ist immer in den Dingen am besten, die man gerne macht.”

Simone | Janson, 06. 03. 2013:

Sebastian Krumbiegel ist Mitbegründer der “Prinzen”, eine der erfolgreichsten deutschen Bands der 1990er Jahre. Für sein Eintreten für Bürgerrechte und Zivilcourage und sein soziales Engagement insbesondere im Umgang mit Jugendlichen wurde Krumbiegel mehrfach ausgezeichnet, 2012 erhielt er den Bundesverdienstorden. Im … Weiterlesen →


Interview mit Bill Rothschild, Raketenwissenschaftler beim Space-Shuttle-Programm der NASA: “Arbeite hart, akzeptiere kein Nein!”

Simone | Janson, 21. 02. 2013:

Bei Boeing war Bill Rothschild verantwortlich für die strategische Planung, Entwicklung und das Projektmanagement für die Boeing-Komponenten des Space-Shuttle-Systems und hatte zeitweise Zugang zu den Top-Secret-Informationen der USA. Ich traf auf dem NASA-Gelände in Houston, Texas. Im Interview spricht er … Weiterlesen →


Interview mit Fremdsprachen-Expertin Heidrun Englert zum heutigen Tag der Europäischen Sprachen: “Fremdsprachen sind wichtig für die europäische Integration”

Simone | Janson, 26. 09. 2012:

Seit 2001 wird jährlich am 26. September der „Europäische Tag der Sprachen“ begangen, eine Initiative der Europäischen Union und des Europarats. Neben 23 Amtssprachen gibt es in der EU mehr als 60 Sprachgemeinschaften mit Regional- oder Minderheitensprachen – Sprachen nicht … Weiterlesen →


Kommentare & Reaktionen

Unsere Kommentarsystem DISQUS wird auch in Medien wie DIE WELT, National Geographic oder Perlentaucher verwendet. Mit nur einer Registrierung, z.B. per Twitter o. Facebook, können Sie überall kommentieren. Ihre Daten werden dabei von DISQUS gespeichert. Mehr dazu in den Datenschutzbestimmungen. Sie können auch als Gast kommentieren, ohne Ihre Daten anzugeben.

Hinweise zum Kommentieren

  1. Wollen Sie eine eMail-Benachrichtigung über neue Kommentare zu diesem Thema erhalten, müssen Sie sich bei DISQUS anmelden.
  2. Um ein Foto von sich neben dem Kommentar zu nutzen, können Sie sich mit diversen sozialen Netzwerken einloggen oder das Bild bei Gravatar hochladen.
  3. In den Kommentar können Sie jederzeit ein Foto ohne weitere Anmeldung hochladen
  4. Kritische Kommentare sind willkommen, Beleidigungen werden allerdings entfernt. Lesen Sie dazu bitte die Richtlinien für Kommentare & Foren.

Überblick

Mehr als 6.000 Kommentare von über 200 Kommentatoren in diesem Blog finden Sie hier. Sie können alle Kommentare auch abonnieren.
Mehr als 3.000 Fans und über 10.000 Kommentare in diversen sozialen Netzwerken wie Twittter, Facebook, Google+ & Xing finden Sie hier.

0 Trackbacks

Trackback URL - bitte in Ihren Beitrag eintrage, um einen Trackback zu erzeugen:

http://berufebilder.de/2012/enterprise-microbloggingr-crowd-investing/trackback/