Die Finanzkrise als Tsunami – Teil 1: Nein, es war nicht die Immobilienblase

Die ganze Serie → lesen!

Obwohl Medien und die Politiker sehr damit beschäftigt sind, uns etwas anders zu erzählen, die Finanzkrise brach nicht überraschend herein. Sie begann auch nicht mit der Immobilienblase in den USA., wie allerorts kolportiert. Ihr Ursprung liegt viel, viel weiter zurück, ihre Zerstörungskraft ist viel grösser als vorstellbar und bisher angenommen. Darüber spricht kaum jemand. Ich tue es.

tsunami

Krise – warum?

Anlässlich meiner siebenjährigen Recherchen zu meinem Buch „Verlorenes Vertrauen – Das Tsunami Modell der Finanzkrise“ habe ich mich intensiv mit einer Frage beschäftigt, die mich seither nicht mehr losgelassen hat: Was hat diese Krise wirklich ausgelöst?

Mein Tsunami Modell basiert darauf, dass es einen Auslöser geben muss, der diese Welle in Gang gesetzt hat. Einen Tsunami. Tsunami heißt „Welle im Hafen. Der Begriff wurde durch japanische Fischer geprägt, die vom Fischfang zurückkehrten und in ihrem Hafen alles vollkommen zerstört vorfanden. Und das, obwohl sie auf offener See keine Weile gesehen oder gespürt hatten.

Ein kleines Ereignis lässt die gesamte Wirtschaft zusammenbrechen

Ähnlich einem See- oder Erdbeben, das unter der Meeresoberfläche vorerst ungesehen eine Welle in Bewegung setzen kann, vermag ein kleines, lokal beschränktes Ereignis in einer global vernetzten Finanzwelt weit reichende Folgen bis hin zu Zusammenbrüchen von ganzen Wirtschaftssystemen auslösen.

Und genau das ist auch passiert. Nun hatte ich verstanden, wie eine Finanzkrise prinzipiell entsteht. War jedoch dem Auslöser noch keinen Schritt näher. Ich wusste nur eines: Irgendwo, irgendwann war etwas passiert, das diese Welle verursacht hatte.

Von Mauerfall zur Finanzkrise

Die Welle hatte sich dann lange unterirdisch, zuerst noch klein, dann immer größer werdend ausgebreitet. Bis, ja bis wir sie nicht mehr übersehen konnten, weil sie uns schon überrollte und ein Chaos auf den Finanzmärkten verursachte.

Es hatte mich also gepackt und ließ mich nicht mehr los. Nach langen und intensiven Recherchen in den USA, London und der Schweiz kam ich dem Kern immer näher Die gleiche Kraft, die die Berliner Mauer zu Fall brachte, löste die schwerste Finanzkrise unseres Jahrhunderts aus!

Reagonomics

Sie wird Reagonomics genannt. Genauer gesagt der neo-liberale Wirtschaftskurs der Reagan-Ära und der damit fest verbundene Glaube an die selbstheilenden Kräfte des Marktes! Durch das ungeheure Wettrüsten zwang die Reagan Ära die Sowjetunion in die Knie.

Das kommunistische System der Planwirtschaft unterlag schlussendlich dem kapitalistischen System der freien Marktwirtschaft und musste sich 1989 geschlagen geben. Damit war der Weg frei zur Wiedervereinigung Deutschlands und damit zum Fall der Berliner Mauer!

Ronald Reagan ist Schuld!

Auf den Finanzmarkt umgemünzt heißt das: Die Amtsträger der Reagan Ära und auch ihre Nachfolger, allen voran Alan Greenspan , waren der festen Überzeugung, dass durch den Abbau von Kontrollen und Schranken nicht nur die Wirtschaft belebt würde.

Sie glaubten viel mehr auch, dass es dadurch zu einer gerechten Verteilung von Kapital und Ressourcen in einer Gesellschaft käme. Ronald Reagan war ein Verfechter des Neo Markt-Liberalismus, geistig unterstützt durch den Nobelpreisträger Milton Friedman mit seinem Laissez-Fair-Prinzip.

Mangelnde Regulation der Kapitalmärkte

Wie horrend falsch diese Annahme war und zu welchen katastrophalen Folgen sie führte, stellte sich erst viel später heraus. Ohne es zu wissen, löste die Reagan Ära vor so langer Zeit damit ein Seebeben aus, dessen Wellen heute die bestehende Finanzwelt aus ihren Angeln zu kippen droht und das uns noch immer mit seiner vollen zerstörerischen Kraft in Atem hält.

Alan Greenspan gestand übrigens bei einer Anhörung im Ausschuss des U-Parlaments 2010 es sei ein Fehler gewesen, die Kapitalmärkte nicht stärker zu regulieren! Eine späte Einsicht, aus der hoffentlich für die Zukunft gelernt wurde.


M-PESA – Kenias Vorreiter-Rolle beim mobile Payment 2/2: Kenia vs. Deutschland

Simone | Janson, 18. 01. 2013:

Wer wie ich nach Kenia fährt, merkt schnell, wie omnipräsent mobiles Bezahlen mit dem Handy ist. Anders als in Deutschland, wo die Einführung entsprechender Funktionen schon seit Jahren heftig umstritten ist. Verpasst Deutschland einen Trend, der in Kenia zu einem … Weiterlesen →


Anti-Amazon-Inititative gegründet: Rechtliche Aspekte beim Verkauf auf Amazon-Marketplace

Simone | Janson, 14. 12. 2012:

Hier im Blog formiert sich seit einiger Zeit Widerstand gegen Amazon. Denn leider gibt es beim Verkauf via Amazon Marketplace einige rechtliche Unsicherheiten, die ich nachfolgend kurz beschreiben möchte. Wichtige Verkaufs-Informationen fehlen bei Amazon Ein Großteil der Probleme, wie Sie … Weiterlesen →


Gero Hesse von Bertelsmann diskutiert gegen Sarah Wagenknecht über digitale Arbeit: Dolmetscher gesucht!

Simone | Janson, 27. 03. 2013:

Letzte Woche fand bei UDL-Digital das statt, was hätte mein persönlicher Traum-Polit-Talk werden können: Gero Hesse, ehemaliger Senior Vice President Human Resources bei Bertelsmann und Gründer des Careerloft diskutierte gegen Sarah Wagenknecht, stellvertretende Parteivorsitzende der Linken. Das Thema war “Digitales … Weiterlesen →


Warum eine Social Media Managerin auf Facebook verzichtet: Ausgenutzt & Genervt

Katharina Antonia | Heder, 19. 04. 2013:

Ich bin Social Media Managerin. Und ich lebe ohne Facebook. Und ja, es geht. In dem folgenden Brief beschreibe ich die Gründe, die zu meinem Ausstieg bei Facebook geführt haben. Vielleicht ist das ja der neue Trend? Liebes Facebook, wir … Weiterlesen →


Die Finanzkrise als Tsunami – Teil 3: Die Welle breitet sich aus

Martin | Theyer, 13. 07. 2012:

Ganz besonders faszinierend für mich war zu sehen, wie sich die Welle in Raum und Zeit ausbreitete und wie sich Ereignisse, die scheinbar losgelöst voneinander stehen, sich plötzlich zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Die Welle nimmt Fahrt auf Es begann mit … Weiterlesen →


Kommentare & Reaktionen

Unsere Kommentarsystem DISQUS wird auch in Medien wie DIE WELT, National Geographic oder Perlentaucher verwendet. Mit nur einer Registrierung, z.B. per Twitter o. Facebook, können Sie überall kommentieren. Ihre Daten werden dabei von DISQUS gespeichert. Mehr dazu in den Datenschutzbestimmungen. Sie können auch als Gast kommentieren, ohne Ihre Daten anzugeben.

Hinweise zum Kommentieren

  1. Wollen Sie eine eMail-Benachrichtigung über neue Kommentare zu diesem Thema erhalten, müssen Sie sich bei DISQUS anmelden.
  2. Um ein Foto von sich neben dem Kommentar zu nutzen, können Sie sich mit diversen sozialen Netzwerken einloggen oder das Bild bei Gravatar hochladen.
  3. In den Kommentar können Sie jederzeit ein Foto ohne weitere Anmeldung hochladen
  4. Kritische Kommentare sind willkommen, Beleidigungen werden allerdings entfernt. Lesen Sie dazu bitte die Richtlinien für Kommentare & Foren.

Überblick

Mehr als 6.000 Kommentare von über 200 Kommentatoren in diesem Blog finden Sie hier. Sie können alle Kommentare auch abonnieren.
Mehr als 3.000 Fans und über 10.000 Kommentare in diversen sozialen Netzwerken wie Twittter, Facebook, Google+ & Xing finden Sie hier.

11 Trackbacks

Trackback URL - bitte in Ihren Beitrag eintrage, um einen Trackback zu erzeugen:

http://berufebilder.de/2012/die-finanzkrise-als-tsunami-teil-1-nein-es-war-nicht-die-immobilienblase/trackback/


  1. Pingback: Simone Janson

  2. Pingback: Liane Wolffgang

  3. Pingback: Goldegg Verlag

  4. Pingback: Heini Kürzeder

  5. Pingback: Monika Paitl

  6. Pingback: 5 Sterne Experten

  7. Pingback: Heini Kürzeder

  8. Pingback: Heinrich Kürzeder

  9. Pingback: Martin Theyer

  10. Pingback: Volker Schneider

  11. Pingback: Michael Moesslang