Berufs- & Lebensbilder weltweit im Wandel: Beruf Seemann


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22.08.2012 836 Leser 0 Debatten 719 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 39 Sekunden
Location: 22 King Edward Parade, Devonport, Auckland 0624, Neuseeland (Karten-Link)
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Häufige Jobwechsel und dadurch bedingt die zeitweise oder dauerhafte Trennung von Paaren wird heutzutage immer üblicher. Viele Beziehungen leiden unter der ständigen Flexibilität. Der Schwede Bo Ekman ist mehr als 40 Jahr lang zur See gefahren, quasi das ganze Jahr getrennt von seiner Frau, mit der er heute nahe der neuseeländischen Hauptstadt Auckland lebt. Wie funktioniert so ein Berufs- und Eheleben auf verschiedenen Kontinenten?

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Macht Distanz Beziehungen besser?

Wenn man Bo folgt, tun große und mehrmonatige Entfernungen einer Partnerschaft gut: „Es macht vieles leichter,“ sagt er. „Und: Man kennt es halt nicht anders.“

Auch seine Frau Margaret stimmt dem zu: „Auch wenn es seltsam klingt: Ich hatte ja hier jede Menge Freunde und Bekannte und gar keine Zeit, mich zu langweilen, wenn Bo auf See war“, erzählt sie mit einem sanften Lächeln. „Und jeden Tag kam ja eine E-Mail oder Nachricht von ihm.“

Neuseeland: Einwandern war damals noch einfacher

Seit 1976 sind die beiden verheiratet – im selben Jahr wanderte Bo nach Neuseeland aus. „Das war damals noch viel einfacher als heute“, berichtet er: „Zuerst hatte ich ein Visum für sechs Monate, dann ein Permanent-Residenz-Visum, das nur alle fünf Jahre verlängert werden musste.“

Kennengelernt hatten sich die beiden jedoch schon viel früher, 1969, als die Neuseeländerin Margaret in Schweden Urlaub machte. Bo war damals gerade in der Ausbildung auf der Marine-Schule, 1972 machte er dort seinen Abschluss und blieb für zwei Jahre in der schwedischen Handelsflotte. Seefahrt, sagt er, sei sein Traumberuf gewesen. Bereits 1961 ist er das erste mal zur See gefahren.

Mit 34 Jahren Kapitän einer japanischen Handelsflotte

Doch Bo wollte mehr Erfahrungen machen als es bei der schwedischen Handelsmarine möglich war; es zog ihn in die weite Welt: Also heuerte er auf japanischen und indonesischen Handelsschiffen an. 1980, mit 34 Jahren wurde Bo Kapitän in der japanischen Handelsflotte, die dem japanischen Minister Industrie und Handel unterstand.

U.a. brachte er Holzstämme von Kanada nach China. China, sagt er sei, in den 80ern aufgrund der politischen Situation ein spannender Ort gewesen. Auch Odessa hat er damals bereist. Man merkt ihm an, dass er viel erlebt hat. Doch ist Bo kein Mann der vielen Worte: Die spannenden Storys behält er offenbar lieber für sich.

11 Monate im Jahr auf See

11 Monate im Jahr war Bo auf See, einige Monate im Jahr begleitete Margaret ihn – allerdings nie länger als für vier oder fünf Monate. New Orleans hat den beiden besonders gut gefallen, sie haben viel Zeit dort verbracht. Oder Rio de Janiero, erzählt Margaret und gerät ins Schwärmen.

Das Haus in Devonport, ein Vorort von Auckland auf einer Halbinsel in der Mündung des Waitemata Harbour, in dem sich heute das Bed & Breakfast der beiden befindet, hat Margaret Anfang der 90er quasi alleine gebaut und eingerichtet– mit Hilfe von Freunden und Bekannten. „Bo war 11 Monate lang fort und als er wiederkam, war das Haus fertig“, berichtet sie lachend.

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„Man kann nicht nichts machen“

Wie es sich für einen Seemann gehört, liegt es direkt am Wasser, unweit des Devonport Yachtclubs, der unter der Leitung der Sir Peter Blake Stiftung an einen anderen großen Segler und Abenteuer aus Neuseeland erinnert.

Ursprünglich wollten die beiden hier allein wohnen, aber als Bo 2006 in Rente ging, beschlossen sie, ein B&B mit dem passenden Namen „Captains Landing“ zu eröffnen: „Man kann ja nicht einfacht nichts machen,“ findet Margaret.

Die See lässt ihn nicht los

Nach seiner Heimat Schweden hatte Bo kaum Sehnsucht: Ohnehin war er in den vergangenen Jahrzehnten selten dort. Für seinen ersten Besuch nach dem Auswandern brauchte er 13 Jahre. Auch zum 40jährigen Klassentreffen seiner Marine-Abschlussklasse vor kurzem war er nicht dort.

Doch die See lässt Bo nicht los: Noch heute fährt er Privatjachten über den Ozean, z.B. nach Vietnam, wenn er einen Auftrag bekommt. „Die ganze Zeit an Land zu sitzen, ist nichts für mich“, sagt er knapp.

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