Authentizität – das ewige Missverständnis – Teil 2: Kleine Signale, große Wirkung!



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Gestern habe ich darüber geschrieben, dass Authentizität nichts damit zu tun hat, stur immer den einmal eingeschlagenen Kurs beizubehalten. Viel mehr geht es darum, professionell authentisch zu wirken. Und das hat viel mit Souveränität und Selbstsicherheit zu tun.




Auf der Suche nach dem kleinsten Signal

Der Vergleich mit dem Erfahrungsschatz spielt eine sehr große Rolle, denn eigenen Erfahrungen trauen wir. Wir bestimmen dadurch, ob wir Inhalt und Person insgesamt für glaubwürdig, vertrauenswürdig, seriös und überzeugend halten. Daher kommte es auf jedes noch so kleine Signal an.

Argumente mögen noch so schlagkräftig sein, wenn sie nicht authentisch ankommen, wirken sie nicht. Das bedeutet für Sie, dass Ihre Überzeugungskraft nicht so sehr von den Argumenten, wie von der Wirkung Ihrer Persönlichkeit abhängt. Es geht dabei nicht nur um glaubwürdig oder unglaubwürdig.

Je souveräner, desto überzeugender

Je souveräner und selbstsicherer eine Person auftritt, desto stärker steigen Attribute wie Überzeugungskraft und Respekt – was beides viel miteinander zu tun hat. Abgelesen wird dies an der Körpersprache. Es reicht also für eine Führungskraft keineswegs aus, nur glaubwürdig zu sein, sie muss auch durch Persönlichkeit überzeugen.

Echt zu sein ist alleine kein Grund als souverän und glaubwürdig zu gelten. Jemand, der immer schon mit hängenden Schultern oder ausweichendem Blickkontakt durchs Leben geht, ist auch echt. Es ist seine Art und für ihn typisch. Ausreichend, um mit Persönlichkeit zu überzeugen, ist es in der Regel nicht.

Gewohnheiten ändern, aber echt bleiben

Versucht nun dieser Mensch sein Verhalten zu verändern, regt sich innerer Widerstand. Jedes dieser Signale, auch hängende Schultern oder zu kurzer Blickkontakt, haben ihre Ursache in der Persönlichkeit. Veränderungen entsprechen dieser zunächst nicht mehr. Dazu kommt, dass viele auch bewusst die Befürchtung haben, bei Veränderung könnte die Authentizität leiden.

Verhalten ist zum Großteil Gewohnheit. Wer Gewohnheiten lange auslebt, wird diese nicht durch bloßes Wissen verändern können. Das kennt jeder, der versucht sich eine Floskel wie „Äh“ abzugewöhnen. Die Erkenntnis alleine reicht nicht. Viele dieser kleinen nonverbalen oder verbalen Merkmale haben jedoch mit einer geringen oder starken inneren Unsicherheit zu tun.

Nicht jede Unsicherheit ist eine Glaubwürdigkeits-Katastrophe!

Oder sie werden zumindest von außen als solche interpretiert. Andererseits sind sie ein Massenphänomen. Das ist der Grund, dass nicht jede Unsicherheit, die sich in einer kleinen Geste zeigt, zu einer Glaubwürdigkeits-Katastrophe ausartet. Weil wir täglich die Unsicherheitssignale sehen, verlieren sie ihre Dramatik.

Trotzdem wirkt eine Person umso unsicherer, je mehr dieser Signale sich anhäufen. Das passiert besonders gerne in ungewohnten oder besonders wichtigen Situationen, wie Präsentationen oder heikle Verhandlungen. Gerade in diesen Situationen kommt es jedoch auf souveräne Überzeugungskraft an.

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  8. Michael Moesslang

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  9. Andreas Wiedow

    Professionelle Authentizität erinnert mich an meinen ‚professionellen Amateur‘, die höchste Stufe in der Reihe . . . Amateur (Liebe zur Sache, stellt sich aber noch . . . an), Profi (Hat die Ausbildung und macht alles richtig, is‘ aber noch nicht ‚frei‘), professioneller Amateur (schwimmt wie ein Fisch im Wasser).

    Na klar gibt’s die professionelle Authentizität. Genauso klar ist, dass sie einigen Bauchschmerzen bereitet. Und das ist auch gut so.

    Gefällt mir gut.

  10. Michael Moesslang

    1. bis 3. Teil meiner 3 teiligen Serie zu Authentizität auf berufebilder.de

  11. Michael Moesslang

    1. bis 3. Teil meiner 3 teiligen Serie zu Authentizität auf berufebilder.de

  12. Michael Moesslang

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  13. Michael Moesslang

    Hallo Herr Stockhausen,

    Der Begriff „Professionelle Authentizität“ ist von mir und so heißt auch das Buch dazu. Und genau darum geht es: professionell authentisch zu wirken. Richtig, authentisch heißt echt. Es heißt nach der Definition aus Soziologie und Psychologie, dass alles Handeln aus dem Menschen selbst kommt. Es darf sich dabei nicht nach Erwartungen anderer oder an eigenen Zielen ausrichten, sondern ist ein Verhalten, so, wie sich die Person gerade fühlt.

    Das bedeutet, dass sich die meisten Menschen gar nicht authentisch verhalten. Denn authentisch wäre – zumindest nach Definition – seine schlechte Laune einfach auszuleben, einem anderen Menschen (auch Chef, Kunde …) zu zeigen/sagen, wenn man ihn nicht mag, sich so zu benehmen, wie es einem gerade danach ist, auch wenn dies gegen Höflichkeitsformen oder anderen Dingen zuwider ist.

    Das ist aber nicht das, was wir an anderen Menschen mögen oder akzeptieren. Tatsächlich verhalten sich Menschen durchaus so, dass sie Konventionen einhalten, anderen Menschen gegenüber höflich blieben (auch wenn sie diese nicht mögen) oder so, dass sie eigene Ziele erreichen. Allerdings nicht immer. Viele wissen, wie Körpersprache wirkungsvoller wäre, wie eine Präsentation wirkungsvoller gegeben werden könnte, wie man im Gespräch besser überzeugen könnte. Sie trauen es sich aber nicht, weil sie Angst hätten, es wäre nicht mehr authentisch. Und genau das ist das Problem.

    Mein Bestreben geht in die Richtung, den Menschen aufzuzeigen wie sie durch Ihre Persönlichkeit überzeugen, wie sie durch Nutzung Ihres vollen Potentials die beste Wirkung erzielen. Denn es ist doch so, dass kein Mensch seine Ziele erreichen kann, ohne die Unterstützung anderer. Also ist es mit das Wichtigste im Leben, andere Menschen überzeugen und für sich zu gewinnen. Das geht aber nur, wenn zwei Dinge erfüllt sind:

    1. Körpersprache, Sprechweise, Stimme, Verhalten etc. werden so eingesetzt, dass sie überzeugend wirken.

    2. Dass dieses Verhalten auf andere Menschen echt, also authentisch wirkt. Und das hat auch mit Übung und Gewohnheit zu tun.

    Stillstand unter dem Vorwand authentisch zu bleiben ist unklug. Der Mensch entwickelt sich ohnehin. Dies professionell und mit einem Ziel zu tun, ist der Grundgedanke der Professionellen Authentizität. Menschen mit Persönlichkeit und Charisma haben diese Entwicklung meist hinter sich.

    Übrigens: Diese Artikel-Reihe hat noch einen dritten Teil, den Sie vielleicht noch lesen sollten. Und wenn es Sie noch eingehender interessiert, lesen Sie doch das Buch.

    Mit herzlichen Grüßen,
    Michael Moesslang

  14. Werner Deck

    #Blogpost Authentizität – das ewige Missverständnis – Teil 2: Kleine Signale, große Wirkung!

  15. Stephan Stockhausen

    „professionell authentisch wirken“ – Oweiah, diese Wortkombination macht mir echte Bauchschmerzen. Entweder ich bin etwas oder ich wirke so – Authentizität leitet sich davon ab, echt zu sein. Und echt und authentisch bin ich v. a. dann, wenn ich eine Störung als solche wahrnehme und benenne. Das ist meistens sehr viel souveräner als irgendetwas (was auch immer) zu simulieren. Und damit gewinne ich übrigens auch echte Glaubwürdigkeit.

  16. Simone Janson

    Hallo Herr Stockhausen,
    ich muss gestehen, das professionell authentisch Wirken geht auf meine Kappe, weil ich in dem bestreben, dem Text noch eine flotte Einleitung voranzustellen, einfach nicht groß über die Wortwahl nachgedacht habe. Aber wenn das zu einer guten Diskussion führt, macht das ja Sinn.
    Man sieht daran jedenfalls, dass ich auch so meine Probleme mit dem Begriff professionelle Authenzität habe: Auch für mich ist authentisch das Echte, Wahre, das von Herzen kommt. Ich habe Herrn Moesslang aber so verstanden, dass man zwar ehrlich ist, aber vielleicht nicht jedes Problem, dass ich vielleicht Freunden erzähle, auch mit beruflichen Kontakten bespreche.

    Es gibt ja Themen, z.B. Krankheiten, die im beruflichen Kontext eher taburisiert sind. Andererseits ist es aber für einige Menschen oft auch ein persönliches Bedürfnis ist, solche Aspekte, die auch zur Geschichte und Persönlichkeit eines Menschen gehören, nicht zu verschweigen.
    Die Frage ist da: Wo hört Ehrlichkeit auf und wo fängt das „Schönreden“ an? Ich glaube, die Grenze definiert auch jeder ein wenig anders für sich.

    Ihren Blogpost „Verkaufen ist wie Liebe?!“ fand ich übrigens sehr gelungen – komme gerne nochmal darauf zurück:

  17. Manufaktur.Wachstum

    "professionell authentisch wirken" – Oweiah, diese Wortkombination macht mir echte Bauchschmerzen. Entweder ich…

  18. Monika Paitl

    #Blogpost Authentizität – das ewige Missverständnis – Teil 2: Kleine Signale, große Wirkung!

  19. Holger Froese

    Authentizit ät – das ewige Missverst ändnis – Teil 2: Kleine Signale, gro ße Wirkung! #Business

  20. Liane Wolffgang

    Authentizität – das ewige Missverständnis – Teil 2: Kleine Signale, große Wirkung!: Gestern habe ich darüber ges…

  21. Simone Janson

    #Blogpost Authentizität – das ewige Missverständnis – Teil 2: Kleine Signale, große Wirkung!

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